Ein Hof, ein Weingut, eine Welt für sich: Es ist, als würden die Weinreben den anreisenden Gästen rund um den Stroblhof samt Weingut Spalier stehen. Passiert man den großen Torbogen des jahrhundertealten Anwesens in St. Michael Bei Eppan in Südtirol, scheinen Alltag und Hektik ferner denn je.
Gut geschützt von Bergmassiven, Wäldern und Weinreben lebt es sich hier völlig unbeschwert, inmitten von luxuriöser Ruhe, mit besten Weinen aus dem eigenen Weingut, hervorragendem Essen mit Zutaten, die teils aus dem Bauerngarten vor der Hoteltür stammen, Schwimmteich, Tennisplatz und einem Wellnessbereich mit Weinrebenblick. Schon seit dem 16. Jahrhundert stehen die Grundmauern des Hotels. Ein Gasthof war es erst seit 1900 – ein Weingut schon seit Beginn. Heute zählt das Weingut Stroblhof zu den renommiertesten des Landes und ist Gründungsmitglied der Freien Weinbauern Südtirols.
Zwischen Reben und Ruhe
Die Ruhe und die Farben, die vor den Fenstern herrschen, finden sich auch in den 36 Zimmern wieder. Naturbelassene Holzböden, edle Stoffe, nichts, was vom Wesentlichen ablenkt. Eine Besonderheit ist der traditionelle Kalkputz an den Wänden hinter den Betten. Dieser sorgt für ein gesundes Raumklima und unterstreicht den historischen Charakter des Hauses. Im Haupthaus stehen 30 großzügige Doppelzimmer für bis zu drei Personen zur Verfügung, während sich weitere sechs Zimmer mit Balkon oder Terrasse, zwischen 30 und 34 Quadratmeter groß, im Landhaus Altfirmian befinden. Die Zimmer sind alle mit Holzboden ausgestattet. Die Möbel sind aus Eiche gefertigt, genauso wie die Weinfässer im Keller.
Ausgezeichnete Weine
Manche Orte tragen ihre Bestimmung in sich – so auch der Stroblhof, wo seit Jahrhunderten Wein angebaut wird. Die Intention, das Beste aus der Rebe zu holen, ist hier kein Zufall, sondern tief in der Geschichte dieses Fleckchens Erde verwurzelt. Kalkhaltige Böden, kühle Fallwinde und jahrhundertealte Weinbautradition bilden das Fundament für Weine mit Charakter und Seele. Kein Mengenertrag, hier zählt in erster Linie die Qualität. Auf sechs Hektar Anbaufläche wird mit viel Fingerspitzengefühl das Beste aus jeder Traube geholt. Das Ergebnis? Ausdrucksstarke Weine, die ihre Herkunft schmecken lassen – maximal 42 000 Flaschen pro Jahr, jede einzelne ein kleines Meisterwerk.
Wellnessbereich und Naturschwimmteich
Eingebettet in eine Landschaft, in der sich endlose Weinberge an die sanften Hügel schmiegen und dichte Wälder wie ein grünes Meer rauschen, ist der Stroblhof schon per se ein Wellnesserlebnis. Doch darüber hinaus befindet sich auf dem Anwesen ein 600 Quadratmeter großer Wellnessbereich. Im 16 Meter langen Indoor-Pool gleitet man schwerelos dahin, während das Dampfbad und die Infrarotkabine wohltuende Wärme schenken. Zwei finnische Saunen sowie eine Biokräutersauna mit Blick auf die Weinreben finden sich ebenfalls im Wellnessbereich. An sonnigen Tagen verspricht der 18 Meter lange Naturbadeteich Erfrischung. Während der Blick über die Südtiroler Gipfel von Latemar, Weiß-und Schwarzhorn schweift, verschmelzen Natur und Erholung. Die Südmauer des mittelalterlichen Wohnturms dient als Windfang für die Liegewiese – ein charmantes Relikt vergangener Zeiten, das sich harmonisch ins moderne Wellnesskonzept einfügt.
Aus dem Bauerngarten direkt in die Küche – die Stroblhof-Kulinarik
Essen ist Erinnerung, Tradition und ein Ausdruck von Heimat – und genau diese Philosophie lebt der Küchenchef des Stroblhofs Enzo Bellia. Seine Küche: eine Hommage an die Aromen der Kindheit, inspiriert von Reisen, Erinnerungen und purer Freude am Kochen. Die Gerichte, geprägt von hochwertigen, regionalen Zutaten, spiegeln die Jahreszeiten wider. Vieles davon wächst direkt vor der Tür: Im liebevoll gepflegten Bauerngarten werden duftende Kräuter, knackige Salate und aromatisches Gemüse biologisch angebaut – sorgsam gehegt, von der Sonne verwöhnt und genau im richtigen Moment geerntet. Serviert werden die kulinarischen Schätze dort, wo die Geschichte des Hauses spürbar ist: im jahrhundertealten Gewölbe.
Die Eislöcher – das kühle Geheimnis
Nur einen Steinwurf vom Stroblhof entfernt liegt ein Naturwunder: die Eislöcher von Eppan. Wer an einem warmen Sommertag den schattigen Wald durchquert und sich der Senke nähert, spürt es plötzlich – ein kühler Hauch. Tief unten, in einer 200 Meter langen und 50 Meter breiten Mulde, hält der Berg die Wärme auf Distanz. Während ringsum die Reben in der Sonne schimmern, bleibt es hier das ganze Jahr über frostig. Der Grund für dieses Naturwunder liegt verborgen in den Felsen des Gandbergs. Warme Luft strömt durch feine Spalten in den Berg hinein, kühlt sich in den tiefen Porphyrschichten ab und sinkt in die Senke hinab. Dort tritt sie als kalter Atem der Erde wieder aus. Die Temperaturen liegen hier je nach Jahreszeit zwischen 0 und 10 Grad Celsius. Der Weg dorthin führt vorbei an mittelalterlichen Burgen, dichten Wäldern und sonnenverwöhnten Weinbergen. Man sagt, dass manche Orte eine besondere Energie ausstrahlen – die Eislöcher sind so ein Ort. Wer hier steht und den kalten Hauch auf der Haut spürt, bekommt eine Ahnung davon, wie viel Magie in der Natur verborgen liegt.
Fotos: ©AlexFilz































