Bekannt ist Fairtrade-Siegel für Bananen, Schokolade und Kaffee – aber auch für Schmuck gibt es eine Zertifizierung.

Die Realität des Goldabbaus

Für Millionen von Minenarbeiter ist der Abbau von Gold eine äußerst harte Tätigkeit. Darüber hinaus arbeiten sie oft unter sehr gefährlichen Bedingungen. Da die Lieferkette von der Goldmine bis zum Schmuckstück im Schaufenster des Juweliers extrem lang ist, erhalten die Goldschürfer nur eine sehr geringe Entlohnung für ihre Arbeit in der Mine und leben unter einfachsten Bedingungen in rauen, abgelegenen Gegenden.

Hinzu kommt, dass die im Goldabbau eingesetzten Chemikalien Mensch und Umwelt schaden. Rund 100 000 Tonnen Quecksilber werden beispielsweise pro Jahr in den Amazonas gekippt. Zudem ist es nicht selten, dass Kinder oder Zwangsarbeiter in Goldminen ausgebeutet werden. Ebenso sind die Goldminen oftmals illegal oder erfüllen keine Sicherheitsstandards.

Das Abwasser des Goldabbaus fließt in den Regenwald

Was kann Fairtrade-Gold?

Damit werden Menschen und Umwelt im kleingewerblichen Bergbau geschützt. Es verbessert darüber hinaus die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Minenarbeiter – unter anderem durch langfristige Geschäftsbeziehungen, Mindestpreise, Maßnahmen zu Gesundheitsschutz und Unfallprävention. Illegale Kinderarbeit, Zwangsarbeit und andere Formen der Diskriminierung sind verboten. Die Einhaltung nationaler Umweltgesetzte sowie klare Richtlinien zum Einsatz von Chemikalien bei der Goldgewinnung sind garantiert.

Wer kontrolliert das Fairtrade-Gold?

FLOCERT überprüft als Zertifizierungsgesellschaft vor Ort, ob die Fairtrade-Standards von Produzenten und Händlern eingehalten werden und die sozialen, ökonomischen und ökologischen Standards erfüllt werden. Ebenso fällt die Auszahlung des festgelegten Mindestpreises sowie die Fairtrade-Prämie in den Kontrollbereich.

Fairer Schmuck in Hamburg

„fairliebt, fairlobt, fairheiratet“ lautet das Motto der Hamburger Trauringmanufaktur Jan Spille. Hier werden schon seit über 15 Jahren Eco Fairtrade-Gold aus ökologisch und sozial gerechtem Bergbau oder recyceltes Gold verarbeitet. Goldschmied und Schmuckdesigner Jan Spille begibt sich mit seinem Team regelmäßig auf große Bergbaureise nach Südamerika, um alternative Bergbau-Kooperationen in Peru, Bolivien und Argentinien zu besuchen und sich vor Ort ein Bild von den Arbeitsbedingungen machen zu können.

Jan Spille und sein Team besuchen Bergbau-Kooperationen in Südamerika

Trauringe
100 % made in Germany

Nachhaltig und fair produzierte Eheringe gibt es überall da, wo das Zeichen mit den freundlichen Ringen zu sehen ist. Denn acht bekannte Trauringhersteller haben sich zur Initiative 100 % Made in Germany zusammengeschlossen. Ihre Eheringe stehen für qualitativ hochwertige Herstellung in Deutschland, ressourcenschonende Verwendung von Recyclinggold sowie Diamanten aus konfliktfreien Gebieten.
Diese Trauringmarken sind 100 % made in Germany: Fischer TrauringeGerstnerKühnelLinderMax KemperRauschmayerSteidingerWörner

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Fotos: © Jan Spille; Kakteen / Shutterstock