Wie löst man eine Krise? Indem man sie zunächst einmal als Krise behandelt. Diese Botschaft sollten sich die Staatsoberhäupter der EU zu Herzen nehmen. Und endlich klare Maßnahmen gegen die Klimakrise ergreifen.

Der Eisbär könnte aufgrund des Klimawandels schon bald ausgestorben sein

Der Eisbär: eines von vielen Opfern des Klimawandels. Vielleicht wird er bis Ende des Jahrhunderts bereits ausgestorben sein. Foto: Margo Tanenbaum via Pixabay

Kurz vor dem EU-Sondergipfel im Juli 2020 zur Bewältigung der Corona-Krise erhielten die 27 EU Staats- und Regierungschefs Post von Greta Thunberg und drei weiteren Klimaaktivistinnen. Der offene Brief beginnt mit dem eindringlichen Appell, die Klima- und Umweltkrise endlich als Krise zu betrachten und entsprechend zu behandeln. Auch wenn die notwendigen Veränderungen manchen unrealistisch erscheinen würden, sei es noch unrealistischer zu glauben, dass wir die globale Erwärmung und deren ökologische Konsequenzen mit business as usual überleben könnten.

Unterzeichnet haben den Brief auch zahlreiche Prominente, darunter die Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai und der Schauspieler Leonardo DiCaprio.

Was sich in Sachen Klimakrise jetzt ändern müsste

Erste Schritte für ein Anpacken der Klimakrise skizzieren Greta Thunberg, Luisa Neubauer sowie die beiden belgischen Aktivistinnin Anuna de Wever van der Heyden und Adélaïde Charlier in ihrem Brief ebenfalls. Sie fordern den unverzüglichen Stopp der Förderung und Nutzung fossiler Brennstoffe, die Erklärung des Ökozids zum internationalen Verbrechen sowie ein generelles Umdenken in der Klimapolitik. Mit ihren Unterschriften unter dem Pariser Weltklimaabkommen hätten sich die EU-Staaten dazu bekannt, eine Führungsrolle beim Klimakampf einnehmen zu wollen. „Jetzt müssen sie ihre Versprechen tatsächlich einhalten“, heißt es in dem Schreiben. Dazu brauche es eine Abkehr vom kapitalistischen Wirtschaftssystem.

Worauf kommt es im Kampf gegen die Klimakrise noch an? Mögliche Lösungen erklärt Greta Thunberg in diesem Kurzfilm.

Außerdem fordern sie in ihrem Brief dazu auf, die Demokratie zu stärken und alle Arten von Ungerechtigkeit zu beseitigen – nicht nur wirtschaftliche, sondern auch solche gegenüber Menschen mit unterschiedlicher Hautfarbe, Religionszugehörigkeit und sexueller Orientierung. 

Was beim EU-Sondergipfel für den Klimaschutz beschlossen wurde

Nach zähen Verhandlungen wurde am 21. Juli 2020 ein Sonderfonds von 750 Milliarden Euro für von der Corona-Krise besonders betroffene Staaten beschlossen. 390 Milliarden Euro davon als Zuschüsse, 360 Milliarden als Kredite. Eine Voraussetzung für die Zahlungen: Das Geld soll auch für Klimaschutzprojekte eingesetzt werden. Zusätzlich soll Anfang 2021 eine Plastiksteuer für nicht recyclebares Plastik eingeführt werden. Eine CO2-Grenzsteuer soll bis 2023 folgen und jene Importe belasten, die weniger klimafreundlich produziert wurden als innerhalb der EU.

Immerhin: ein Anfang. Doch Greta Thunberg und ihre Mitstreiter werden wohl noch einige Briefe schreiben müssen, damit umfassende Maßnahmen gegen die Klimakrise beschlossen werden.

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