Wälder sind ein fundamentaler Bestandteil unseres Ökosystems. Wie sie aufgebaut sind und warum sie so wichtig für uns und die Umwelt sind, erklären wir in diesem Beitrag.

Klimaschützer und Naherholungsgebiet in einem: Wälder gehören zu den artenreichsten und ökologisch wichtigsten Lebensräumen. Das gilt nicht nur für tropische Regenwälder, sondern auch für Wälder hier in Deutschland. Darüber hinaus erfüllen sie eine Vielzahl von Schutzfunktionen für Menschen und dienen uns als Terrain für die Freizeitgestaltung sowie Erholung.

Wälder als Sauerstoffproduzenten und Kohlenstoffspeicher

Wälder sind enorme Sauerstoffproduzenten. Ein circa hundert Jahre alter Baum produziert durchschnittlich rund zwölftausend Liter Sauerstoff pro Stunde. Im Gegenzug entziehen die Wälder der Luft große Mengen an Kohlenstoffdioxid. Es dient den Bäumen als Rohstoff für den Aufbau von Biomasse und wird als gebundener Kohlenstoff in die Baumsubstanz eingelagert.

Auf diese Weise leisten Wälder einen positiven Beitrag im Kampf gegen die Erderwärmung. Die Bedeutung lässt sich kaum überschätzen. Rund die Hälfte des gebundenen Kohlenstoffs weltweit ist in Wäldern zu finden. Eine 23 Meter hohe Buche mit einem Durchmesser von circa 1,30 Meter beispielsweise speichert allein in 80 Jahren Lebenszeit rund12,5 Kilogramm CO₂ pro Jahr.

Wälder schützen den Boden, speichern Wasser und filtern die Luft

Neben seiner wichtigen Rolle beim Klimaschutz erfüllt der Wald noch eine Reihe weiterer Schutzfunktionen. Dazu gehört der Bodenschutz. Baumstämme, Äste und Kronen reduzieren den Erosionsfaktor Wind im Wald. Die großflächige Durchwurzelung des Bodens beugt zusätzlich dem Abschwemmen der Bodenkrume vor. Das gilt bereits im Flachland und in noch stärkerem Maße im Gebirge, insbesondere in Steillagen. Ohne Wälder bliebe hier oftmals nur der nackte Fels übrig.

Die Durchwurzelung hat noch einen anderen Vorteil: Sie macht den Waldboden zu einem gut funktionierenden Wasserspeicher. Ferner wirken Wälder als effektiver Schutz vor Steinschlag und im Winter als Lawinenschutz. Davon profitieren sowohl Ortschaften als auch Verkehrswege wie Straßen und Bahnlinien. Nicht zuletzt sind Wälder Luftfilter, die Staub, Feinstaub und Ruß in großen Mengen gefangen halten. Unterbewusst ist das jedem klar, der sich schon einmal über die gute Luft bei einem Waldspaziergang gefreut hat.

Die unterschiedlichen Baumarten

Grundsätzlich lassen sich Bäume in zwei Kategorien unterscheiden, und zwar in Laub- und Nadelgehölze. Auch wenn sich diese Gattungen optisch mitunter stark unterscheiden, so ist die Unterteilung der verschiedenen Bestandteile des Baumes immer gleich. Man spricht sowohl beim oberen Ende eines spitz zulaufenden Nadelbaums als auch beim runden Dach eines Apfelbaums von einer Krone. Das Gleiche gilt für die Blätter. Auch wenn bei Nadelgehölzen das Wort „Nadeln“ geläufig ist, so handelt es sich streng genommen um „nadelförmige Blätter“.

Die Nadelbäume nehmen in den deutschen Wäldern übrigens den größten Anteil ein, allen voran die Fichte und die Kiefer. Die Laubbäume kommen so auf den zweiten Platz, angeführt von Buche und Eiche. Doch in deutschen Wäldern gibt es noch weit mehr zu entdecken.

Fichten gehören mit zu den häufigsten Nadelbaumarten in deutschen Wäldern; Foto © Stefan Schweihofer via pixabay.com

Artenvielfalt im Wald

Es ist bis heute noch nicht geklärt, wie viele Tier- und Pflanzenarten unseren Planeten bevölkern. Jüngere Schätzungen kommen auf eine Zahl von rund acht Millionen. Unstrittig ist jedoch, dass der mit Abstand größte Anteil dieser Arten in Wäldern zu finden ist. Allein auf die tropischen Regenwälder entfallen rund 80 Prozent aller Arten. Auch in Deutschland stellt der Wald die artenreichste Form der Vegetation dar.

Die bekanntesten Tiere, die wir als Menschen zunächst mit dem Wald in Verbindung bringen, sind Säugetiere. Tatsächlich stellen Wirbeltiere, zu denen auch Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische gehören, nur etwa 2 Prozent der einheimischen Fauna. Der mit Abstand größte Anteil, nämlich fast drei Viertel, entfällt auf Insekten.

Die Stockwerke des Waldes

Ein wichtiger Grund für den Artenreichtum im Wald ist der vertikale Aufbau. Er wird typischerweise in fünf Schichten oder Stockwerke unterteilt.

  • 1. Die Wurzelschicht: Sie reicht tief in das Erdreich hinab und enthält die Bodenwurzeln des Waldes, Rhizome und andere in den Boden hinabreichende Teile von Pflanzen und Pilzen. Die Humusschicht bildet den oberen Bereich der Wurzelschicht. Sie ist der Lebensraum von Regenwürmern, Asseln und einer Unzahl von Mikroorganismen. Auch die Erdbauten vieler Säugetiere wie Dachse reichen in die Wurzelschicht hinab.

  • 2. Die Bodenschicht: Sie ist die erste oberirdische Schicht und bildet den primären Lebensraum vieler Flechten und Moose. Deshalb wird sie auch als Moosschicht bezeichnet. Kleinsäuger wie Igel und Mäuse, Reptilien, Spinnen und viele Insekten haben in der Bodenschicht ihren Lebensraum. Bodenbrütende Vogelarten wie der Waldlaubsänger und die Waldschnepfe bauen in der Bodenschicht ihre Nester.

  • 3. Die Krautschicht: Kräuter, Blumen und Farne sowie junge Bäume und Sträucher bilden die Vegetation in der Krautschicht. Sie ist der Lebensraum von größeren Säugetieren wie Wildschweinen und Rehen. Insekten wie Bienen und vielen Käferarten dient die Krautschicht als wichtiges Stockwerk bei der Nahrungssuche.

  • 4. Die Strauchschicht: Holunder, Hasel, Weißdorn und viele andere Sträucher bilden die wichtigste Vegetation in der Strauchschicht. Die Pflanzen dienen freibrütenden Vogelarten wie Amseln, Drosseln oder Buchfinken als Brutstätte. Des Weiteren sind in der Strauchschicht Kleinsäuger wie Haselmäuse auf Nahrungssuche zu finden.

  • 5. Die Baumschicht: Bäume, deren Höhe die Strauchschicht überragen, bilden die vorherrschende Vegetation in dieser höchsten Schicht des Waldes. Einige Kletterpflanzen wie Efeu können es jedoch mit der Höhe von Bäumen aufnehmen und diese bis in die Kronen hinein bewachsen. Alle Kronenbrüter unter den Vögeln nisten in der Baumschicht, darunter viele Greifvögel wie Sperber, Habichte und Mäusebussarde. Bekannte einheimische Säugetierarten in der Baumschicht sind der Baummarder und das Eichhörnchen.

Vorteile von naturnahen Mischwäldern, Nachteile von Monokulturen

Die Artenvielfalt des Waldes ist in Urwäldern oder zumindest naturnah angelegten Mischwäldern um ein Vielfaches höher als in nach rein ökonomischen Gesichtspunkten angelegten Forste. Letztere bestehen oft aus Monokulturen. Eine solche Monokultur hat eine ganze Reihe von Nachteilen. Sie ist aufgrund der Dominanz einer einzigen Baumart viel anfälliger für Schädlinge, die auf genau diese Baumart spezialisiert sind.

Die Produktivität – wenn man sie ökologisch als Gesamtheit der Biomasse betrachtet – ist in Monokulturen ebenfalls geringer als in naturnahen Mischwäldern. Des Weiteren sind Monokulturen anfälliger für Brände und Bodenerosion. Der Boden selbst wird außerdem dauerhaft einseitig belastet. Das macht künstliche Düngungen nötig, die in einem Mischwald überflüssig wären.

Erholungsraum Wald – ein Stück Lebensqualität

Jenseits ökologischer und ökonomischer Aspekte stellen Wälder einen echten Mehrwert dar. Ihre Bedeutung als Erholungsgebiete und Terrain für die Freizeitgestaltung ist bedeutend. Für viele Menschen bedeuten Wälder einfach Lebensqualität, besonders, wenn es sich um artenreiche und gesunde Wälder handelt. Sie laden zu Spaziergängen, ausgedehnten Wanderungen und zu Radtouren ein. Pilzsucher kommen jedes Jahr in die Wälder, um ihrer Leidenschaft nachzugehen. Kinder nutzen Wälder seit jeher als natürliche Abenteuerspielplätze. Mit etwas Glück und Geduld sind Wälder auch ideale Orte, um Wildtiere in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten.

Ein Spaziergang im Wald belebt die Sinne und beruhigt die Seele; Foto © Jan Huber via unsplash.com

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