Speziell große Konzerne leben meist getreu dem Motto „höher, schneller, weiter“ und das zur Last ihrer Angestellten, oder der Arbeiter in ärmeren Ländern der Welt. Ökonomisch nachhaltig ist das nicht. Auch hierzulande zwingt der Leistungsdruck die Menschen in die Knie. Ist das noch zeitgemäß?

Wir leben in Deutschland, genauso wie in vielen anderen Ländern der Welt, in einer Leistungsgesellschaft. Was häufig bedeutet, es muss immer mehr erreicht werden und es herrscht ein konstanter Konkurrenzdruck. Das, was die einzelnen leisten, ist eigentlich niemals gut genug, oder immer zu wenig.

Leistungsdruck und Stress können Menschen krankmachen. © unsplash.com, Francisco Moreno

Stress-Level als Indikator für Erfolg

Der Begriff „Leistung“ ist für uns alle von einer zentralen Bedeutung. Heute müssen wir etwas leisten, um „jemand zu sein“. Ein Beispiel: Ist man von der Arbeit gestresst und der Schreibtisch so richtig voll mit Aufgaben, gilt diese Person in den Augen vieler als erfolgreich. Zumindest nehmen dies zahlreiche Menschen an.

Der Ursprung dieses Leistungsdrucks liegt wohl noch in der Vergangenheit, noch vor der Zeit der Industrialisierung. Je mehr Personen geleistet haben, desto höher war ihr Ansehen. Leistung galt als eine Art soziale Verpflichtung. So schreibt es zumindest Nina Verheyen in ihrem Buch „Die Erfindung der Leistung“.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts hat sich diese Wahrnehmung verändert. Der Mensch wurde als Motor oder als Maschine angesehen. Leistung musste messbar und bewertbar sein. Wobei anzumerken ist, dass die Qualität der Leistung eher abhängig von der Person war, die sie bewertet hat. Wettkämpfe im Sport und im Beruf sorgten für Konkurrenzdruck, der wiederum sorgte für Stress.

Psychische Erkrankungen als Ursache für Berufsunfähigkeit

Die allgemeine Idee von Leistung ist aktuell im Wandel. Denn man hat erkannt und eingesehen, dass zu viel Leistung negative Auswirkungen auf die Gesundheit hat. Immerhin gelten psychische Erkrankungen, die unter anderem durch Stress ausgelöst werden, als die häufigste Ursache für eine Berufsunfähigkeit: Jede dritte berufsunfähige Person leidet unter Depressionen, Burnout oder anderen psychischen Erkrankungen.

Diese Entwicklung sorgt mittlerweile für ein Umdenken. Die sogenannte Work-Life-Balance wird immer wichtiger. Erholungsphasen sollen bewusster genutzt werden. New Work löst den Leistungsdruck ab. Speziell die Generation Z verlangt mehr Freizeit, geringere Wochenarbeitszeit, flexible Arbeitszeiten und Homeoffice.

Entspannung kommt zu kurz

Bislang kam Entspannung bei vielen zu kurz. Doch es ist wichtig, dass es verschiedene Inseln im Alltag gibt, in der es keinerlei Verpflichtungen gibt, weder berufliche noch private. Selbst Freizeitstress wird zumindest vom Körper als Stress angesehen. Also wirkt er auch so.

Stress ist eigentlich noch ein menschliches Überbleibsel aus der Steinzeit. Er kam dann bei uns auf, wenn wir beispielsweise vor wilden Tieren flüchten mussten. Das Stresshormon Cortisol wurde ausgeschüttet. Der gesamte Organismus wurde in eine Art Alarmzustand versetzt. Das Wegrennen setzte Bewegungsenergie frei, der Stress wurde abgebaut. Der Körper ging in einen Entspannungszustand über.

Anspannung heutzutage abzubauen ist schwierig. Kommt es regelmäßig zu Stress, kann sich das in den besagten psychischen Krankheiten äußern.

Entspannung sollte einen festen Platz im Alltag haben. © unsplash.com, Nathan Dumlao

Neue Konzepte für eine Auszeit

Es ist also höchste Zeit für dauergestresste Menschen die Notbremse zu ziehen und achtsamer mit sich selbst umgehen. Eine Möglichkeit, um zu entschleunigen, ist eine Philosophie, bei der die Ruhe im Mittelpunkt steht. Das Slow Wellness-Konzept ist ein Novum des Hotel Guglwald.

Der Begriff „Wellness“ an sich ist in den vergangenen Jahren zu einem eher beliebig austauschbaren Begriff geworden. Es springt uns förmlich überall entgegen. Mit Slow Wellness verfolgt das Guglwald einen anderen Ansatz.

Es geht darum, den Gedanken freien Lauf zu lassen, anzukommen und innere Ruhe durch Entschleunigung zu finden. Die Verbundenheit zur Natur spielt hier eine besondere Rolle – sie achtsam zu erleben, ist essenziell. Auch der Genuss sollte bewusst und nachhaltig sein. Slow Wellness steht also in einem direkten Kontrast zur Leistungsgesellschaft.

Im Alltag entschleunigen

Die Philosophie des Slow Wellness sollte danach auch bestmöglich in den Alltag integriert werden. Zudem können ein paar praktische Tipps helfen.

  • Wir sollten uns eine Pause von elektronischen Geräten nach Feierabend gönnen.

  • Bewegung im Alltag kann dabei helfen, Stress abzubauen.

  • Eine gesunde und ausgewogene Ernährung führt zu mehr Gesundheit und einem besseren Körpergefühl.

  • Ein erholsamer Schlaf ist wichtig.

  • Kleine Ziele im Alltag setzen und jeden Erfolg zelebrieren.

  • Lernen manchmal „Nein“ zu sagen.

  • Es ist keine Schande, nach Hilfe zu fragen oder angebotene Hilfe anzunehmen.

Das können Unternehmen tun

Natürlich funktioniert das im Arbeitsalltag nur, wenn hier die Unternehmen mitspielen. Eine angemessene Bezahlung sorgt für weniger Stress im Alltag. Flexible Arbeitszeiten, Homeoffice oder sogar eine Vier-Tage-Woche können für eine bessere Work-Life-Balance sorgen. Faire Arbeitsbedingungen, auch für Arbeitende in ärmeren Ländern, wären sehr zu begrüßen.

Fazit

Es gehören zwei Seiten für einen Schritt raus aus der Leistungsgesellschaft dazu. Unternehmen müssen natürlich einige Grundvoraussetzungen schaffen, doch müssen die Angestellten und Arbeiter selbst einige wichtige Entscheidungen treffen, um Stress so gut es geht aus ihrem Alltag zu verbannen.

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