Amphorenwein, der wie zu Zeiten der alten Römer in Italien hergestellt wird: Die komplexen Weine von Vinum Hadrianum entstehen ohne künstliche Zusätze in Tongefäßen.

Der frische Wind von der Adriaküste mischt sich mit dem leichten Duft von Süßholz in der Luft. Unter blauem Himmel und in zarten Sonnenstrahlen gebadet, warten die reifen Weintrauben auf die Lese. Nach alter Tradition werden sie in Wein verwandelt. Die schwarz-blauen zu Rotwein und die weißen werden zu außergewöhnlichem Orange Wein. Statt leichter Zitrusfarbe, wie die meisten es von Weißwein gewohnt sind, begeistert der Orange Wein mit seinem Bernsteinton. Das besondere Farbspiel sieht aus, als hätte der Wein die Sonnenstrahlen über der kleinen italienischen Stadt Atri eingefangen.

Amphorenwein mit Charakter

Üblicherweise wird für die Herstellung von Weißwein nur der Saft der reifen Frucht verwendet. Wie es bei der Herstellung von Rotwein üblich ist, besteht die Maische für den Orange Wein aus ganzen Trauben, die dem edlen Tropfen seine rötlich-goldene Farbe schenken. Außerdem verleiht ihm dieser Prozess einen ungewöhnlichen Geschmack, der mit allen Erwartungen bricht. Beispielsweise sind die Weine häufig von Honig- oder Trockenfruchtaromen gefärbt. Ein eigenwilliger Charakter, der – zugegeben – nicht jedem Gaumen schmeichelt, aber zweifelsohne einzigartige Genusserlebnisse zu jeder Küche dieser Erde schafft.

Dieser besondere Wein entsteht nach 2000 Jahre alter Tradition in der kleinen italienischen Stadt Atri. Dort erlangte der Vinum Hadrianum zur Zeit der alten Römer Berühmtheit. Damals wie heute findet der Gärungsprozess in Amphoren aus Ton statt, die zur Kühlung in die Erde eingegraben werden. Durch die feinen Poren im Material kann der Wein atmen und oxidiert auf natürliche Weise.

Italienischer Wein mit Tradition

Inspiriert von dieser Technik und der damit verbundenen Geschichte seiner Heimat, führt Piero Pavone die Tradition fort und benennt seine Weine nach dem legendären Vinum Hadrianum aus der Antike. Seine Vision: Ein Wein, der nicht durch künstliche Verfahren manipuliert wird. Um einen so exquisiten Wein nach antiker Tradition herzustellen, braucht es Fingerspitzengefühl, das sich Pavone durch Ausprobieren aneignete.

Neben dem besonderen Gärungsprozess stellt das gesamte Weinbauverfahren in Atri eine Herausforderung dar. Die Landschaft ist geprägt von den sogenannten Calanchi, Erosionsrinnen, die rund 400 Meter hohe Hügel bilden. Das macht den Einsatz von schweren Maschinen unmöglich. Zudem wird für die Herstellung der Amphorenweine auf künstliche Pflanzenschutzmittel verzichtet.

Das Ergebnis dieses aufwendigen Verfahrens sind ein paar tausend Flaschen Vinum Hadrianum. Neben dem außergewöhnlichen Orange Wein Namens Aelio entsteht außerdem der Rotwein Maximo. Diese Weine überraschen mit ihren komplexen Aromen. Wer keine Angst vor Experimenten hat, findet hier den Geschmack von wahrgewordenen Träumen.