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Im Check: Inhaltsstoffe in Kosmetika

Shampoo, Deodorant und Duschgel – viele Kosmetik- und Pflegeprodukte, die wir tagtäglich verwenden, enthalten bedenkliche Inhaltsstoffe wie Silikone, Aluminium oder Mineralöl. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Übeltäter erkennen.

Unser Experte:

Dr. Afschin Fatemi ist Facharzt für Dermatologie sowie Leiter der S-thetic Clinic in Düsseldorf, Hamburg und der Niederlassung in München. In greenLIFESTYLE gibt er eine Einschätzung darüber, wie bedenklich einige Inhaltsstoffe in Kosmetika sind.

Silikone

… sind vollsynthetische Stoffe, die mit umweltgiftigem und chloriertem Kohlenwasserstoff hergestellt  werden. Sie besitzen keinerlei pflegende Eigenschaften, werden in Kosmetika jedoch gerne als Weichmacher eingesetzt und verleihen der Haut nach dem Auftragen ein Gefühl von Geschmeidigkeit. Bei wiederholter Anwendung legen sich Silikone wie ein feiner Film auf Haut oder Haare und erschweren dadurch den Austausch von Nährstoffen.

Erkennungsmerkmal auf der INCI-Liste:

Silikone verbergen sich hinter den verschiedensten Namen, einen Großteil von ihnen erkennt man jedoch an der Endung -icone.

Das sagt der Experte:

Silikone werden häufig in Shampoos oder Anti-Aging-Cremes verwendet. Sie sind nicht unbedingt schädlich, können jedoch Poren verstopfen oder Haare beschweren. Vorsicht ist allerdings bei Produkten mit zu viel Silikon geboten: Haut und Haare können schnell überpflegt werden und die Haut wirkt gestresst. Daher sollten Cremes mit  Inhaltsstoffen, die auf –icone oder
-iloxane enden, besser im Regal bleiben.

Dr. Afschin Fatemi, Facharzt für Dermatologie und Leiter der S-thetic-Kliniken trägt auf diesem Bild einen dunkelroten OP-Kittel. Für greenLIFESTYLE gibt er eine Einschätzung zu bedenklichen Inhaltsstoffen.

Dr. Afschin Fatemi verrät uns, auf welche Inhaltsstoffe wir achten sollten.

Parabene

… werden als Konservierungsstoffe verwendet und sollen Kosmetikprodukte länger haltbar machen. Sie verhindern, dass sich Bakterien vermehren oder Schimmelpilze bilden. Da Parabene der Struktur des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen sehr ähnlich sind und sie über die Haut aufgenommen werden, befürchtet man, dass sie Störungen des Hormonhaushaltes hervorrufen könnten. Sie stehen im Verdacht, mit Diabetes, Unfruchtbarkeit und hormonbedingten Krebsarten in Verbindung zu stehen.

Erkennungsmerkmal auf der INCI-Liste:

Eine Vielzahl von ihnen endet auf -paraben, aber auch hinter Metagin, Oxybenzoesäure / Oxybezoat, Propagin, Hydroxybezoesäure / Hydroxybenzoat und Parahydroxybenzoat verbergen sich Parabene.

Das sagt der Experte:

Ohne Parabene würden Cremes sehr schnell verfallen, daher kommt den Konservierungsstoffen eine besondere Bedeutung zu. Methylparabene sind in der Regel gut verträglich, es kommt nur selten zu allergischen Reaktionen. Jedoch wurden bei Tierversuchen hormonelle Störungen und Veränderungen der Geschlechtsorgane dokumentiert, der Stoff steht daher auf der Prioritätenliste der EU für hormonell wirksame Stoffe. Konservierungsstoffe wie Isopropyl-, Isobutyl- und Pentyl- oder Phenylparaben gelten als bedenklich, da ihre Wirkung noch nicht gänzlich erforscht ist. Das ist auch der Grund, warum das Bundesinstitut für Risikobewertung diese Konservierungsstoffe in Zukunft verbieten lassen möchte. Sie sollten gemieden werden.

Aluminium

… ist spätestens seit dem Bekanntwerden, dass Aluminiumsalze in Deos krebserregend sein könnten, in aller Munde. In Deodorants bzw. Antitranspiranten wird Aluminium vor allem deshalb verwendet, weil es die Poren verschließt und auf diese Weise schweißhemmend wirkt. Auf Dauer können Substanzen mit Aluminium jedoch die Haut irritieren, sie austrocknen und knotenförmige Gewebeneubildungen, sogenannte Granulome, erzeugen. Zu den aluminiumhaltigen Produkten zählen außerdem manche Eyeliner, Lidschatten, Mascara, Lipgloss, Nagellack oder Haarfarben.

Erkennungsmerkmal auf der INCI-Liste:

Ob Aluminium zu den Inhaltsstoffen eines Produktes gehört, lässt sich recht leicht erkennen, denn fast immer tauchen die Begriffe Aluminium oder Aluminium als Bestandteile der Bezeichnung auf. Das Kürzel CI 77000 weist darauf hin, dass Aluminium als Farbstoff verwendet wurde.

Das sagt der Experte:

Aluminiumchlorid wird nachgesagt, dass es das Risiko, an Brustkrebs oder Alzheimer zu erkranken, erhöht, jedoch kann das die aktuelle Studienlage noch nicht bestätigen. Derzeit beschäftigen sich Untersuchungen mit dem Gesundheitsrisiko für den Menschen. Es ist empfehlenswert, Deos mit diesem Inhaltsstoff nicht täglich anzuwenden, solange die Studienlage nicht eindeutig ist.

Mineralöl

… wird aus Erdöl gewonnen und ersetzt in der Regel hochwertige Pflanzenöle. Mineralöl ist vergleichsweise kostengünstig, lange haltbar und leicht in gleichbleibender Qualität erhältlich. Es löst nur äußerst selten Allergien aus, allerdings liefert es der Haut keinerlei Nährstoffe. Aufgrund seiner besonders feinen und weichen Konsistenz erweckt Mineralöl den Eindruck, es habe eine hydrierende und pflegende Wirkung. Da es sich jedoch wie ein hauchdünner Film auf die Haut legt, bewirkt es genau das Gegenteil: Die Haut kann nicht mehr atmen.

Erkennungsmerkmal auf der INCI-Liste:

Zwar müssen Mineralöl und Mineralölderivate auf der Liste der Inhaltsstoffe angegeben werden, jedoch sind diese nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen. Hinter diesen Begriffen verbergen sie sich: Paraffin, Paraffinum Liquidum, Isoparaffin, (Hydrogenated) Microcrystaline Wax, Paraffinum Subliquidum, Cera Microcristallina Diisopropyl Adipate, Mineral Spirits, Ceresin, Isohexadecane, Synthetic Wax, Mineral Oil, Petrolatum, Vaseline, Microcrystalline Wax oder Ozokerit.

Das sagt der Experte:

Mineralöle finden sich in Cremes, Lippenpflege, Körperölen und vielen weiteren Kosmetikprodukten. Pflegeprodukte mit Mineralöl sind günstig und haltbar, jedoch enthalten die Substanzgemische krebserregende Stoffe. Diese gehören zu den sogenannten MOAH, also aromatischen Kohlenwasserstoffen. Gerade in Lippenpflegestiften kann diese Substanz verschluckt werden, die Aufnahme von MOAH  gilt als potentiell besorgniserregend.

Emulgatoren

… werden als Hilfsstoff eingesetzt, um zwei oder mehrere Stoffe, die eigentlich nicht oder nur  schlecht miteinander vermischt werden können, zu einer Emulsion zu verbinden und diese anschließend zu stabilisieren. Künstliche Emulgatoren sind jedoch umstritten, da sie körpereigene Lipide aus der Haut lösen können. Die Folge: Die Haut wird nicht nur trockener, sondern auch durchlässiger für Fremdstoffe.

Erkennungsmerkmal auf der INCI- Liste:

Polyethylenglycolen (kurz PEG) oder -Derivate wie  Polyglycol, Polysorbate oder PPG. Auch die Endung –eth von Inhaltsstoffen weist in der Regel auf Emulgatoren hin.

Das sagt der Experte:

Emulgatoren werden Cremes zugesetzt, um Fette und Öle mit wasserlöslichen Inhaltsstoffen zu verbinden. Dadurch wird unsere Tagespflege reichhaltiger, denn sie spendet Feuchtigkeit wie auch schützendes Öl. Einige Emulgatoren schaden aber unserer Haut, da sie während des Duschens oder Waschens unsere eigenen Hautfette aus der Haut herauslösen. Die natürliche Hautschutzbarriere wird gestört und Umwelteinflüsse sowie Schadstoffe können leichter in sie eindringen.

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Fotos: © images72 / Shutterstock.com; © Dr. Afschin Fatemi

2018-10-16T12:40:06+00:00

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