Vor 20 Jahren zeigte die Kosmetikmarke Dove der Welt mit ihrer Kampagne #RealBeauty, wie Schönheit aussieht, wenn sie echt ist. Damit begann eine langfristige Verpflichtung von Dove: Frauen so darzustellen, wie sie im wirklichen Leben aussehen – ganz ohne den Druck des sogenannten Beauty-Wahns.

Heute stellt sich jedoch die Frage, ob wir angesichts von Social Media, Filtern und der wachsenden Rolle künstlicher Intelligenz in der Bildbearbeitung nicht vor einer noch größeren Herausforderung stehen. Denn KI kann Schönheitsideale perfektionieren – aber auch noch stärker verzerren.

beauty-wahn

Mit der Initiative für wahre Schönheit hatte Dove die Gesellschaft, die Medien und die Schönheitsindustrie revolutioniert und sie zugleich aufgefordert, die Darstellung von Frauen zu ändern, digitale Verzerrungen transparent zu machen und sich den schädlichen Auswirkungen unrealistischer Schönheitsstandards auf Frauen und Mädchen zu stellen. Bis heute markiert Dove seine Bilder mit dem Wasserzeichen „Keine digitale Veränderung“, um transparent zu zeigen, dass diese Bilder nicht retuschiert wurden.

Schockierendes Ergebnis

Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der berühmten Dove-Kampagne für #RealBeauty führte Dove die bisher umfassendste Studie über Schönheit auf der ganzen Welt durch, um zu erfahren, wie sich die Perspektive auf dieses bewegende Thema bei Frauen und Mädchen in den letzten zwei Jahrzehnten entwickelt hat.

Erstmals wurden zudem Männer und Jungen zu dem Thema befragt, da hier der Druck ebenso spürbar steigt. Obwohl es einige positive Veränderungen gegeben hat, ist der Weg noch weit und die Erkenntnis des 2024 The Real State of Beauty: A Global Report zu diesem Thema schockierend:

  • Die Mehrheit der befragten Frauen und Mädchen in Deutschland sagt, dass von ihnen erwartet wird, gesund auszusehen (76 Prozent | 75 Prozent), schlank zu sein (72 Prozent | 64 Prozent), eine schmale Taille zu haben (64 Prozent | 60 Prozent) und gleichzeitig kurvig zu sein (52 Prozent | 56 Prozent).

  • Mehr als sieben von zehn Frauen geben an, dass der Druck, schön zu sein, für sie in den letzten acht Jahren immens zugenommen habe.

  • Über 60 Prozent der Frauen und mehr als 70 Prozent der Mädchen in Deutschland machen deutlich, dass sie in den sozialen Medien bereits mit manipulierten und somit gefährlichen Schönheitsinhalten konfrontiert wurden.

Künstliche Intelligenz (KI)

Analysten erwarten, dass 90 Prozent der digitalen Inhalte bis ende 2025 von KI generiert werden. Das hat zur Folge, dass unrealistische Schönheitsstandards gefördert werden und das Körperbild sowie das Selbstwertgefühl von Frauen und Mädchen durch soziale Vergleiche mit veränderten Bildern weiter gefährdet werden:

Laut der Studie von Dove fühlen sich jede dritte Frau (31 Prozent) und fast jedes vierte Mädchen (37 Prozent) in Deutschland unter Druck gesetzt, ihr Aussehen zu verändern aufgrund der Inhalte, die sie online sehen – selbst wenn ihnen bewusst ist, dass diese verfälscht oder von KI generiert sind.

Optik wichtiger denn je

„Obwohl seit 20 Jahren daran gearbeitet wird, das Verständnis von Schönheit zu erweitern, haben Frauen heutzutage weniger Vertrauen in ihre eigene Schönheit als noch vor zehn Jahren“, erklärt Dr. Phillippa Diedrichs, Forschungspsychologin am Centre of Appearance Research an der University of West England und Expertin für Körperbild.

„Repräsentation ist wichtiger denn je. Mit der Weiterentwicklung der KI-Technologie wird es immer schwieriger, zu unterscheiden, was echte Schönheit ist und was von KI hergestellt wird.“ Deshalb erweiterte Dove nun sein Versprechen, wahre Schönheit zu schützen, und verpflichtete sich, in seiner Kommunikation niemals künstliche Intelligenz einzusetzen. Im Zuge dessen launchte Dove einen Kampagnenfilm, der die Auswirkungen von KI auf das Verständnis von Schönheit widerspiegelt: #KeepBeautyReal.

Beauty-Behandlungen

Zu den Ergebnissen der Dove-Studie passt der deutliche Anstieg junger Frauen, die sich für Schönheitsbehandlungen und ästhetische Operationen entscheiden. Der Wunsch nach einem perfekten Körper und makelloser Haut ist in unserer Gesellschaft präsenter denn je. Soziale Medien spielen eine zentrale Rolle dabei, bestimmte Schönheitsideale zu verbreiten und zu verstärken.

Plattformen wie Instagram und Tiktok sind voll von Influencerinnen und Stars, die oft scheinbar makellos aussehen. Dieser stetige Vergleich mit idealisierten Bildern kann bei jungen Frauen den Druck erhöhen, selbst den höchsten ästhetischen Standards zu entsprechen. Hinzu kommt der wachsende Einfluss der Schönheitsindustrie, die immer neue, weniger invasive und vermeintlich risikofreie Behandlungsmethoden anbietet.

Vom Hyaluronsäure-Filler über Laser-Behandlungen bis hin zu minimalinvasiven chirurgischen Eingriffen – die Optionen sind vielfältig und zugänglicher denn je. Ein weiterer Faktor ist das gestiegene Selbstbewusstsein junger Frauen, die zunehmend offen über ihre Wünsche und Unsicherheiten sprechen. Sie nehmen das Heft des Handelns selbst in die Hand und entscheiden sich bewusst für Veränderungen, die ihnen zu mehr Selbstzufriedenheit und Wohlbefinden verhelfen.

Großes Interesse

Von der dauerhaften Haarentfernung bis hin zur Gesichtsstraffung – die Deutschen sind kosmetischen Eingriffen gegenüber grundsätzlich nicht abgeneigt. Das betrifft vor allem jüngere Personen: Laut einer aktuellen Mintel-Studie haben 31 Prozent der 18- bis 34-Jährigen in Deutschland bereits einen chirurgischen Schönheitseingriff vorgenommen und sogar 43 Prozent einen nicht-chirurgischen Schönheitseingriff wie Permanent-Make-up oder Botox.

„Es besteht jedoch in puncto Umsetzung anscheinend eine gewisse Hemmschwelle, insbesondere was die chirurgischen Eingriffe betrifft – denn das Interesse der gleichen Altersgruppe ist sogar noch höher: 53 Prozent der 18- bis 34-Jährigen sind an künftigen chirurgischen Schönheitseingriffen interessiert. Dabei liegt der landesweite Durchschnitt nur bei 34 Prozent.

Außerdem haben 15 Prozent der Deutschen schon einmal einen chirurgischen Eingriff an sich vornehmen lassen“, sagt Susanne Krenz, Principal Research Analyst für Beauty and Personal Care bei Mintel Germany. „An dieser Stelle sollte der Einfluss der sozialen Medien nicht unterschätzt werden. Tatsächlich sind 67 Prozent der Befragten der Meinung, dass diese die Zunahme von kosmetischen Eingriffen fördern.

Das hat wahrscheinlich nicht nur etwas mit den dort gezeigten Eingriffen zu tun, sondern auch mit den vorherrschenden Schönheitsstandards. Wenn man aktuellen Unterhaltungen und Postings in den sozialen Medien folgt, kommt man an einem Thema nicht vorbei:

Warum sehen alle so glattgebügelt aus? Bei einem genaueren Blick stellt man fest, dass sowohl Personen des öffentlichen Lebens als auch Privatpersonen gern und oft Filter nutzen, die das Gesicht verändern.“

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