Sind Vögel und andere Wildtiere im Winter auf unsere Hilfe angewiesen oder kommen sie auch ohne Extrafutter gut zurecht? Antworten und Tipps für ein artgerechtes Füttern von Amsel, Eichhörnchen und Co. findest du hier.

In der kalten Jahreszeit machen wir Menschen es uns gerne drinnen gemütlich. Voller Mitgefühl denken dann viele an all die Tiere, die keine warme Stube haben und draußen irgendwie klarkommen müssen. Doch wie sinnvoll ist es wirklich, wild lebende Tiere im Winter zu füttern? Darüber gehen die Meinungen auseinander. Fest steht, dass zumindest die Vogelfütterung für Familien mit Kindern ein echtes Highlight in den dunklen Wintermonaten Dezember, Januar und Februar sein kann.

Tiere füttern im Winter

Wie du Tiere im Winter richtig fütterst. Foto © Wizard Goodvin via Shutterstock

Rehfütterung ist Jägersache

Da Rehe seit vielen Jahrtausenden bei uns heimisch sind, benötigen sie selbst in schneereichen Wintern eigentlich kein zusätzliches Futter. Denn sie besitzen nicht nur ein dichtes Winterfell, sondern reduzieren auch ihren Stoffwechsel, um möglichst wenig Energie zu verbrauchen. Gefährlich kann es für sie nur in der sogenannten Notzeit ganz am Ende des Winters werden, also dann, wenn im März und April weiterhin eine geschlossene Schneedecke die Futtersuche erschwert. Ist dies der Fall, so kümmern sich Jäger um die Fütterung der Rehe in ihrem Revier.

Eichhörnchen haben Vorräte

Bereits im Spätsommer beginnen Eichhörnchen damit, sich eine Speckschicht für den Winter anzufressen und Futtervorräte anzulegen. Wird es kalt und dunkel, begeben sie sich zudem in Winterruhe, schlafen viel und wachen nur etwa alle 10 Tage auf, um von ihren versteckten Nüssen und Bucheckern zu naschen. Wenn sie bei ihren Ausflügen zufällig darauf stoßen, stibitzen Eichhörnchen gerne auch mal einen Meisenknödel, obwohl sie diese Kalorien eigentlich gar nicht nötig haben.

Lebensräume für Tiere wichtiger als Futter

Naturschutzverbände betonen immer wieder, wie wichtig geeignete Lebensräume für die Artenvielfalt sind. Eine wilde Ecke im Garten und Laubhaufen, in die sich beispielsweise Igel im Winter zurückziehen können, helfen den Tieren deshalb mehr als die gutgemeinten Leckerbissen, mit denen wir sie füttern. Das gilt auch für Vögel. 2022 wurde vom LBV und dem Bayerischen Artenschutzzentrum des Landesamts für Umwelt daher die bayernweite Aktion „Vogelfreundlicher Garten“ gestartet, Informationen dazu findest du hier.

Vogelfütterung im Winter pädagogisch sinnvoll

Was viele nicht wissen: Von der winterlichen Vogelfütterung in Städten und Dörfern profitieren nur etwa 10 bis 15 Arten wie Amseln, Meisen oder Rotkehlchen. Keine dieser Arten ist in ihrem Bestand gefährdet, weshalb die Fütterung im Winter für den Artenschutz nicht erforderlich ist. Dennoch macht das Vogelfüttern Sinn – denn wo sonst lässt sich lebendige Natur sogar mitten in der Stadt und aus nächster Nähe so hautnah erleben? Bei Kindern weckt der Spaß daran zudem oft das Interesse, selber aktiv zu werden und sich im Naturschutz zu engagieren.

Kindern macht das Vogelfüttern im Winter Spaß

Kindern macht das Vogelfüttern im Winter Spaß. Foto © NataliBr via Shutterstock

Tipps für die Vogelfütterung im Winter

Dass wir selbst und unsere Kinder beim Vogelfüttern Freude haben, ist das eine. Wesentlich wichtiger ist aber, dass wir dabei im Sinne unserer gefiederten Gäste handeln.

Futterspender statt Vogelhäuschen

Futterspender (Futtersilos) verhindern das Herumlaufen der Vögel im Futter und dessen Verschmutzung mit Kot. Die Übertragung von Krankheitserregern wird minimiert und das Futter verdirbt nicht. Positiver Nebeneffekt: Futtersilos müssen nur selten nachgefüllt werden und meist reicht es, sie einmal vor und dann wieder nach dem Wintereinsatz zu reinigen. Futterhäuschen müssen hingegen aus hygienischen Gründen regelmäßig mit heißem Wasser gereinigt und täglich neu befüllt werden.

Achtung: Vogelfutter auf dem Boden auszustreuen ist keine gute Idee, weil du damit Ratten in deinen Garten lockst!

Katzensicheren Platz wählen

Egal, ob Futterspender oder Futterhäuschen: Wähle für beide eine übersichtliche Stelle, die es einerseits Katzen erschwert, sich anzuschleichen und es dir andererseits leichtmacht, die Vögel zu beobachten. Wenn möglich, sollten Bäume oder Büsche in nicht zu großer Entfernung den Vögeln bei eventuellen Raubvogelattacken Deckung bieten. Befindet sich der Futterplatz nah an einer Glasscheibe, sollte diese zur Sicherheit mit Vogelschutzmarkierungen beklebt sein.

Meise frisst Sonnenblumenkerne aus dem Futterspender

Meisen lieben Sonnenblumenkerne und fressen sie gerne direkt aus dem Futterspender. Foto © Tom via Pixabay

Sonnenblumenkerne als Basisfutter

Vogel ist nicht gleich Vogel. Es gibt sogenannte Körnerfresser wie Meisen, Finken oder Sperlinge und sogenannte Weichfutterfresser wie Amseln oder Rotkehlchen. Sonnenblumenkerne mögen sie aber fast alle. Wie der Name Meisenknödel vermuten lässt, lieben dieses Gemisch aus Fett und Samen vor allem Meisen. Brot sollte nicht angeboten werden, da es im Magen der Vögel aufquillt und außerdem schnell verdirbt.

Du willst wissen, welche Vögel sich an deiner winterlichen Snackbar tummeln und was sie am liebsten fressen? Dann folge diesem Link zum interaktiven Schaubild des NABU und finde es heraus!

Beim Futter auf Qualität achten

Günstiges Vogelfutter enthält meist einen großen Anteil an Weizenkörnern, die von den Vögeln erst dann gefressen werden, wenn alle anderen Samen verputzt sind. Meist bleiben große Mengen ungenutzten Vogelfutters übrig, das vermischt mit Exkrementen schnell zur Brutstätte für Krankheitserreger werden kann. Außerdem kann billiges Vogelfutter Samenkörner der stark allergieauslösenden Ambrosia enthalten.

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