Die Spendenbereitschaft in Deutschland ist 2025 spürbar gesunken. Nach Angaben des Deutschen Spendenrats belief sich das Volumen privater Spenden auf rund 4,65 Milliarden Euro – etwa neun Prozent weniger als im Vorjahr. Damit wurde der niedrigste Stand seit mehr als einem Jahrzehnt erreicht.

Auch die Zahl der Spendenden ging zurück. Gleichzeitig stieg jedoch der durchschnittliche Spendenbetrag leicht auf 46 Euro – ein neuer Höchstwert. Laut Spendenrat wägen viele Menschen ihre Ausgaben angesichts wirtschaftlicher Unsicherheiten genauer ab, bleiben aber grundsätzlich hilfsbereit. Besonders häufig wird im direkten Umfeld unterstützt: Mehr als ein Drittel der Mittel floss in lokale Projekte.
Deutlicher Zuwachs für Umwelt- und Sozialthemen
Während internationale und bundesweite Projekte Einbußen verzeichneten, entwickelten sich bestimmte Bereiche positiv. Spenden für soziale Anliegen wie Armutsbekämpfung oder Obdachlosenhilfe nahmen zu. Besonders stark war der Anstieg im Natur-, Umwelt- und Klimaschutz – hier legten die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr um rund 30 Prozent zu. Auch der Tierschutz gewann an Bedeutung und zählt inzwischen zu den wichtigsten nicht-humanitären Spendenfeldern.
Rückgänge gab es dagegen unter anderem bei kirchlichen Projekten, in der Kultur- und Denkmalpflege sowie in der Geflüchtetenhilfe.
Ältere spenden am meisten – regionale Unterschiede
Menschen über 60 Jahre stellen weiterhin den größten Anteil der Spendenden, auch wenn ihre Gesamtsumme im Vergleich zum Vorjahr sank. Die höchsten Durchschnittsbeträge kommen nach wie vor aus der Altersgruppe über 70. Deutlich zugelegt haben hingegen die 40- bis 49-Jährigen beim durchschnittlichen Spendenwert.
Regional zeigen sich Unterschiede: Während etwa in Nordrhein-Westfalen mehr Geld gespendet wurde, gingen die Einnahmen in einigen anderen Bundesländern zurück.
Eine Ausnahme vom allgemeinen Trend bildet die Ukraine-Hilfe: Das Bündnis Aktion Deutschland Hilft verzeichnete für seine Nothilfe seit Beginn des russischen Angriffskriegs 2022 besonders hohe Spendeneingänge.
Quelle: Tagesschau, Angaben des Deutschen Spendenrats














