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Ist Online-Shopping nachhaltig?

Im Internet einkaufen ist bequem und praktisch, aber ist Online-Shopping nachhaltig?

Weihnachten kommt näher und damit auch die große Zeit des Einkaufens. Viele bestellen ihre Geschenke im Internet. Und auch sonst bestellen die Menschen in Deutschland fleißig. Am liebsten, so Statista, geben sie online Geld für Kleidung, Elektronikartikel und Telekommunikation aus. Das Portal prognostiziert für 2023 im deutschen Online-Handel einen Umsatz von 89,4 Milliarden Euro. Die Gründe für die Beliebtheit liegen auf der Hand: Per Klick einkaufen spart Zeit und es ist bequem. Doch ist der digitale Einkaufsbummel überhaupt mit einem umweltbewussten Lebensstil vereinbar? Wir sind der Frage nachgegangen, ob Online-Shopping nachhaltig ist beziehungsweise sein kann.

Ist Online-Shopping nachhaltig? Foto © Thought Catalog via unsplash.com

Online-Shopping und Emissionen

Die Frage, ob Online-Shopping nachhaltig ist oder nicht, ist gar nicht so leicht zu beantworten. Das Bundesministerium für Umwelt gibt an, dass die meisten Treibhausgasemissionen, rund 75 Prozent, bei der Herstellung eines Produktes anfallen. Transport und Handel machten dann noch zwischen ein und zehn Prozent der Gesamtemissionen aus.

Klar ist, dass im stationären Handel – also im Geschäft – die großen Faktoren der Energieverbrauch des Ladens sowie der Weg dorthin sind. Berechnungen zeigen laut Behörde, dass eine Einkaufsfahrt von fünf Kilometer 600 bis 1100 Gramm CO₂ ausstoße. Dafür dürfte das Geschäft aber lediglich 2,5 Kilometer entfernt sein – denn in diesem Beispiel umfassen fünf Kilometer Hin- und Rückweg.

Dagegen stellt sich Online-Shopping nachhaltig dar. Denn eine Lieferung durch den Paketdienst komme auf 200 bis 400 Gramm CO₂, gibt das Ministerium an. Der BR hält einen mittleren Wert von 500 Gramm für realistisch. Niedriger sei der Ausstoß, weil „die Fahrzeuge der Paketdienste in der Regel besser ausgelastet sind, dass sie ihre Lieferrouten effizienter planen und zunehmend Elektrofahrzeuge einsetzen“, schreibt das Umweltministerium.

Verpackungsmüll ohne Ende durch Online-Shopping; Foto © Boris Misevic via unsplash.com

Nachteile für die Umwelt beim Online-Shopping

Zurückgehen lassen

Doch, dass weniger Emissionen entstehen, stimmt, so der BR, „nur, wenn das Paket nur einmal zugestellt wird“. Und genau hier zeigt sich ein kritischer Punkt: Viele Päckchen werden eben nicht nur einmal versandt. Einen großen Kaufanreiz schaffen Online-Händler nämlich durch ihr Retourensystem: Die meisten Shops werben mit kostenlosen Rücksendungen. Und das nutzen die Shoppenden gerne: „Mindestens jedes zweite Paket wird bei Bekleidungskäufen im Internet als Retoure an den Händler zurückgeschickt. Tag für Tag sind das etwa 800 000 Pakete, was ungefähr 400 Tonnen CO₂ oder 255 Autofahrten von Frankfurt nach Peking entspricht”, schreibt die Verbraucherzentrale. Dazu komme, dass die Rücksendungen nur scheinbar nicht ins Geld gehen. Die Kosten dafür werden auf die Preise aller Artikel umgelegt – so wird also bei jedem Kauf mehr gezahlt.

Keine Zustellung möglich

Ist der Empfänger oder die Empfängerin nicht zu Hause anzutreffen, müssen Zustellende nochmal – mit dem Fahrzeug – kommen. Noch schlechter ist es für die , wenn die Bestellenden, die Lieferung dann auch noch mit dem eigenen Auto beim Paketshop abholen.

Online-Shopping nachhaltig verpackt?

Ein weiterer Punkt, der dagegenspricht, dass Online-Shopping nachhaltig ist, sind die Verpackungen: Gerade bei empfindlichen oder großen Produkten wird aufwändig verpackt, damit sie beim Transport nicht beschädigt werden.

Online-Shopping nachhaltig gestalten ist möglich; Foto © Lucrezia Carnelos via unsplash.com

Wie kann Online-Shopping nachhaltig gestaltet werden?

Viele Punkte, die es schwer machen, Online-Shopping nachhaltig zu machen, können wir nicht beeinflussen. Gefragt wären Unternehmen oder die Politik für strengere Regelungen. Was wir jedoch tun können, ist unser Konsumverhalten zu überdenken und zu verändern. Folgendes empfehlen Umweltministerium und Verbraucherzentrale:

  • Wie auch im Geschäft solltest du darauf achten, dass die Produkte selbst nachhaltig sind. Helfen können auch online Siegel und Labels. Zudem kann man auf vielen Plattformen gebrauchte Artikel kaufen.

  • Kaufe nur das im Internet, was du nicht vor Ort besorgen kannst. Damit unterstützt du den stationären Einzelhandel – und wenn du zu Fuß, mit dem Rad oder unterwegs bist, musst du dich auch wegen der Transportemissionen nicht sorgen.

  • Bei Online-Bestellungen solltest du vorausdenken, so dass möglichst viel in einem Paket versandt werden kann.

  • Auch wenn es etwas länger dauert, ist der normale besser als der Expressversand. Bei ersterem sind die LKWs der Zuliefernden nämlich optimal ausgelastet, während bei der schnellen Variante oft nicht voll bepackt wird und nur wenige Pakete durch die Gegend kutschiert werden.

  • Außerdem kannst du deine Bestellung an eine Packstation liefern lassen. So müssen die zustellenden Personen – zumindest für dein Päckchen – nur eine Fahrt machen.

  • Zu guter Letzt: vermeide Retouren und damit zusätzliche Fahrten!

Grüne Alternativen: So wird Online-Shopping nachhaltig

Am erfolgreichsten im Online-Handel ist in Deutschland nach wie vor Amazon. Laut Statista lag der Umsatz des Unternehmens 2021 bei 15,7 Milliarden. Mit Abstand folgen dann Otto, Mediamarkt und Zalando. Doch neben diesen Riesen gibt es kleinere Shops, die dir Online-Shopping nachhaltig ermöglichen.

Zu den Websites, deren Betreiber Wert auf Umweltschutz und ein nachhaltiges Sortiment legen, gehören zum Beispiel:

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