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Ernährung & Rezepte Lebensmittel-Know-how

Mineralwasser – Welche Unterschiede gibt es?

Das Naturprodukt Mineralwasser ist eines der beliebtesten Getränke – erfrischend, kalorienfrei und überall erhältlich. Doch Wasser ist nicht gleich Wasser. Die Unterschiede liegen nicht nur im Sprudel, sondern auch in der Herkunft, den enthaltenen Mineralstoffen und der gesetzlichen Klassifizierung.

mineralwasser

Herkunft und Abfüllung

Natürliches Mineralwasser darf ausschließlich an unterirdischen und vor Verunreinigung geschützten Quellen abgefüllt und nur minimal behandelt werden – etwa durch das Entfernen von Eisen- und Schwefelverbindungen oder Filtration. Wichtig ist dabei, dass die ursprüngliche Zusammensetzung und der Charakter des Wassers erhalten bleiben. Es ist das einzige Lebensmittel in Deutschland, das amtlich anerkannt werden muss.

Chemische Verfahren sind nicht erlaubt. Deutschland verfügt über mehr als 500 anerkannte Mineralquellen, die sich hinsichtlich Zusammensetzung und Geschmack deutlich unterscheiden können. In Deutschland amtlich anerkannte Mineralwässer werden mit dem Namen der Quelle und dem Ort der Quellnutzung vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) im Bundesanzeiger bekannt gemacht. Die Europäische Kommission veröffentlicht auf ihrer Internetseite die Listen der in der EU amtlich anerkannten natürlichen Mineralwässer.

Das steht auf dem Etikett

Auf dem Etikett von natürlichem Mineralwasser finden Verbraucherinnen und Verbraucher viele wichtige Informationen. Es muss unter anderem die Bezeichnung des Wassers angegeben sein, etwa „Natürliches Mineralwasser“ oder „Kohlensäurehaltiges Mineralwasser“. Wenn Kohlensäure zugesetzt wurde, kann zwischen „Natürlichem Mineralwasser mit eigener Quellkohlensäure versetzt“ und „Natürlichem Mineralwasser mit Kohlensäure versetzt“ unterschieden werden.

Außerdem müssen der Ort und Name der Quelle, ein Auszug der Analyse mit den charakteristischen Bestandteilen, das Mindesthaltbarkeitsdatum sowie Angaben zu eventuellen Behandlungsverfahren aufgeführt sein. Zusätzlich ist der Name des Brunnenbetriebs, Importeurs oder Herstellers anzugeben. Wer gezielt auf bestimmte Inhaltsstoffe achtet oder eine besonders reine Quelle sucht, sollte das Etikett genau lesen, denn die Unterschiede sind groß.

Darauf solltest du achten

Mineralwasser mit über 1,5 mg Fluorid/Liter muss den Hinweis tragen, dass es für Kinder unter sieben Jahren nicht zum regelmäßigen Verzehr geeignet ist. Eltern sollten auf den Hinweis „Geeignet zur Zubereitung von Säuglingsnahrung“ achten. Mineralwasser mit dieser Kennzeichnung unterliegt besonders strengen gesetzlichen Prüfungen. Nur Wasser, das alle festgelegten Kriterien erfüllt, darf diesen Hinweis auf dem Etikett tragen.

Verfügt es über einen natürlichen Kohlendioxidgehalt von mehr als 250 mg pro Liter, darf es als „Säuerling“ oder „Sauerbrunnen“ bezeichnet werden. Die Kennzeichnung „Sprudel“ ist erlaubt, wenn das Wasser im Wesentlichen unter natürlichem Kohlensäuredruck aus der Quelle kommt. „Stilles Mineralwasser“ kommt mit einem geringen Kohlensäuregehalt daher.

Mineralstoffe – das steckt drin!

Die charakteristischen Inhaltsstoffe von Mineralwasser sind seine natürlichen Mineralstoffe und Spurenelemente. Dafür sind zwei Prozesse im Erdinneren entscheidend. Der Austausch von Mineralstoffen zwischen Wasser und Gestein sowie die Auflösung von Gestein. Die wichtigsten in Mineralwasser enthaltenen Mineralstoffe sind Magnesium, Calcium, Natrium, Chlorid und Sulfate. Natürliche Kohlensäure findet sich hauptsächlich in Mineralwässern aus ehemaligen Vulkanregionen. Sie hilft dem Wasser, Mineralstoffe aus dem umgebenden Gestein zu lösen. Deshalb enthalten Mineralwässer mit natürlicher Kohlensäure meist mehr Mineralstoffe.

Der Kohlensäuregehalt im Untergrund bestimmt jedoch nicht den Kohlensäuregehalt des Mineralwassers im Handel. Stille Wässer können genauso viele Mineralstoffe enthalten wie kohlensäurehaltige. Bei der Abfüllung wird Kohlensäure oft entfernt und je nach Bedarf wieder zugesetzt. Dies kann technische Verfahren wie die Enteisenung erleichtern. Unabhängig vom Kohlensäuregehalt ist die Qualität aller Mineralwässer dank strenger Abfüllstandards gleich hoch.

Fazit: Natürlich erfrischend – mit vielen Facetten

Natürliches Mineralwasser ist ein streng kontrolliertes, qualitativ hochwertiges Naturprodukt mit einer klaren Herkunft. Es darf nur aus geschützten, unterirdischen Quellen stammen und minimal behandelt werden. Seine Vielfalt zeigt sich in der Zusammensetzung, im Geschmack und im Gehalt an Mineralstoffen, die je nach Quelle stark variieren können.

Die Kennzeichnung auf dem Etikett liefert wichtige Informationen zu Inhaltsstoffen, Herkunft und Eignung – etwa für Säuglingsnahrung. Wer bewusst wählt, findet so das passende Mineralwasser für seine individuellen Bedürfnisse und Situationen.

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