Die kalte Jahreszeit macht nicht nur dem Menschen zu schaffen. Auch Hunde benötigen im Herbst und Winter spezielle Pflege, um gesund zu bleiben.  

Die Tage werden kürzer, es kühlt ab und unter Umständen lässt sich die Sonne einige Tage gar nicht blicken. Alles in allem ist der Herbst eine recht stürmische Jahreszeit, die viel Veränderung mit sich bringt. Das spürt auch der beste Freund des Menschen.

Nadja Kopp, Hundetrainerin und Geschäftsführerin von Amicanis Hundehotel hat gemeinsam mit der Plattform Betreut.de die wichtigsten Tipps für die Pflege von Fell und Pfote in Herbst und Winter zusammengestellt. So fühlen sich Hunde, auch wenn es kalt ist, pudelwohl.

Hilfe beim Fellwechsel im Herbst

Im Herbst wechseln viele Hunderassen das Fell, um sich der neuen Jahreszeit anzupassen. In dieser Zeit benötigen die Tiere und ihr Fellkleid besondere Aufmerksamkeit und Pflege. Nadja Kopp rät deshalb: „Hundehalter sollten das Fell häufiger bürsten als sie es normalerweise tun und so abgestorbene Haare entfernen.“ Ob dabei ein Fellkamm wie der Furminator, Gummistriegel oder Zupfbürsten zum Einsatz kommen, hängt von der Länge des Fells ab. Spezielle Öle fördern zudem die Elastizität der Haut und unterstützen den Fellwechsel.

Hundepfoten im Herbst richtig pflegen

Während der nassen und kalten Monate haben Vierbeiner und ihre Pfoten besondere Ansprüche. Beispielsweise sollten die Haare zwischen den Zehen sorgfältig gekürzt werden, damit sich bei Herbst- und Winterspaziergängen kein Schmutz festsetzt. Außerdem ist es wichtig, die Krallen regelmäßig zu kontrollieren. Bei Gassirunden auf weichem Herbstlaub schleifen die Krallen nicht so gut ab wie auf hartem Untergrund, beispielsweise Asphalt.

Mit dem ersten Frost werden die Straßen mit Streusalz und Split präpariert, was die Pfoten zusätzlich zur Kälte beansprucht. Mit speziellen Cremes und Balsamen geben Hundehalter beanspruchten Hundepfoten die nötige Extraportion Pflege. Die Salben schützen unter anderem vor Schnee und Eis.

Spezielle Ernährung: Hundefutter für den Herbst

Ein starkes Immunsystem ist für Hunde vor allem im Herbst und später im Winter wichtig. „Junge Hunde brauchen im Herbst keine besonderen Nahrungsmittel“, sagt Nadja Kopp. „Bei Hunden mit Gelenkproblemen hilft bei nassem Wetter Grünlippenpulver“, ergänzt die Hundeexpertin. Und für Vierbeiner, die sich schnell erkälten, können Frauchen und Herrchen unterstützend wirken. Einfach Hagebuttenpulver sowie ab und an etwas Kokos- oder Leinöl ins Futter geben und dem Immunsystem des Hundes geht es gut.

Mit Hundemantel gut gewärmt durch Herbst und Winter

Und einen Tipp für Hunde mit wenig Unterwolle hat Nadja Kopp ebenfalls: „In diesem Fall sollten Hundehalter bereits bei Wind und Regen beginnen, dem Tier einen leichten Mantel anzuziehen und so vor Unterkühlung zu schützen.“ Da die Tage bereits im Herbst deutlich kürzer werden und es schnell dunkel wird, sollten Hunde während den Gassirunden leuchtende oder mindestens reflektierende Halsbänder tragen, damit sie besser gesehen werden.

So macht dem Hund Gassi im Herbst Spaß

An schönen Herbsttagen ist das Spielen im Laub ein besonderer Spaß für den Vierbeiner. Beispielsweise, wenn man das Laub zu kleinen Häufchen zusammenschiebt und einen kleinen Teil der Futterration darin versteckt. Das Werfen von Laub bereitet vielen Hunden ebenfalls Freude, wenn sie die einzelnen Blätter fangen. Aber Achtung: Keine bestehenden Laubhaufen nutzen, denn dorthin könnten sich bereits Igel für ihren Winterschlaf zurückgezogen haben.

Buchtipp für glückliche Hunde:

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Gemeinsam unterwegs: Gassi-Spaß für alle Hundetypen

Jeanette Przygoda

Kosmos Verlag

12,99 Euro (D)

Entspannte Spaziergänge mit dem Hund sind für manche Hundehalter eine Seltenheit, wenn der Vierbeiner an der Leine zieht oder andere Hunde anbellt. Dieses Buch bietet Beschäftigungsideen, die zum einen die Bindung zwischen Hund und Mensch stärken und zudem Abwechslung in die Gassirunden bringt. Dank des Wesenstests können Übungen, Spiele und Strategien außerdem typgerecht ausprobiert werden.

Kastanien sind gefährlich für Hunde

Vorsicht geboten ist auch bei Kastanien. Insbesondere bei größeren Hunden, die die rotbraunen Kugeln leicht als Ganzes verschlucken können, besteht die Gefahr eines Darmverschlusses. Kastanien sind außerdem giftig und können zu Magen-Darm-Beschwerden wie Erbrechen oder Durchfall führen. Zwar benötigt es viele Kastanien, bis Vergiftungssymptome auftreten, dennoch sollten Hundehalter im Herbst besonders gut aufpassen.

Schutz vor Zecken und Flöhen im Herbst

Darüber hinaus sollte auch jetzt an den Floh- und Zeckenschutz gedacht werden, denn die kleinen Parasitenlassen sich von Kälte nicht beeindrucken und sind in der kalten Jahreszeit genauso aktiv. Daher sollten die Vierbeiner nach Spaziergängen in der Natur gründlich untersucht und auf die Floh und Zecke überprüft werden.

Yoga für den Hund gegen Verletzungen im Herbst

Wenn Hunde an kalten Tagen draußen spielen, ist eine Aufwärmphase besonders wichtig, um Muskelverletzungen vorzubeugen. „Generell sollte klar sein, dass weder Hund noch Mensch von Null auf Hundert höchste Leistungen bringen können“, sagt Nadja Kopp. „Also sollten Hundehalter nicht aus dem Auto steigen und den Hund direkt hinter einem Ball hinterherjagen lassen.“ Hier hat die Hundeexpertin folgenden Tipp: Zum Aufwärmen helfen kleine Yoga-Übungen wie beispielsweise Strecken, Verbeugen, Pfoten heben oder den Kopf zur Rute drehen.

Dreckiger Golden Retriever benötigt Hundepflege im Herbst

„Zudem hilft ein kleines Ritual, den Hund bereits in der Wohnung aufzuwärmen“, meint Kopp. „Ihn zweimal rechts und zweimal links durch die Beine im Kreis laufen lassen, dehnt Rücken und Gelenke. Und Hundehalter sollten immer die Fünf-Minuten-Regel im Kopf behalten: Fünf Minuten Schritt gehen sowohl vor als auch nach dem Spiel. Für den Hund ist es genauso wichtig, wieder zur Ruhe zu kommen. Das fördert die Regeneration und beugt Infekten oder Verletzungen vor.“

Gesunder Hund im Herbst: Tierärzte helfen

Selbst bei kleineren Verletzungen sollte man zum Tierarzt gehen, damit die Wunde richtig versorgt werden kann. Gerade im Herbst und Winter können sich verletzte Pfoten schnell entzünden und verursachen dem Hund unnötige Schmerzen. Ebenso kann der Tierarzt zu Fell- und Krallenpflege sowie Spezialfutter individuell beraten, sodass es dem Hund im Herbst und Winter an nichts fehlt.

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Im Herbst ist Fellpflege für Hunde besonders wichtig. Foto © Pavel Ilyukhin / Shutterstock

Fotos © dezy;  Jaromir Chalabala; Grigorita Ko; Cindy Hughes; Pavel Ilyukhin/ Shutterstock.com