In der kalten Jahreszeit legt sich die Natur zur Ruhe. Während eine dicke Schneeschicht Bäume, Wiesen und Felder bedeckt, haben sich auch einige Tierarten aus den frostigen Temperaturen zurückgezogen. In diesem Beitrag erklären wir, welche Tiere Winterschlaf halten und warum sie dies tun.

Der Winter stellt viele Tiere vor große Herausforderungen. Wie überleben sie die Kälte und Nahrungsknappheit? Eine ihrer beeindruckendsten Strategien ist der Winterschlaf. In diesem Artikel erfährst du, warum Tiere Winterschlaf halten und wie Bären, Igel und Co. in den kalten Monaten ruhen.

Igel halten Winterschlaf und sichern somit ihr Überleben in der kalten Jahreszeit; Foto © Petr Bonek via shutterstock.com
Igel halten Winterschlaf und sichern somit ihr Überleben in der kalten Jahreszeit; Foto © Petr Bonek via shutterstock.com

Was genau ist Winterschlaf?

Winterschlaf ist weit mehr als nur ein tiefer Schlaf; es handelt sich um eine Reihe von physiologischen Anpassungen, die es den Tieren erlauben, lange Perioden extremer Kälte und Nahrungsknappheit zu überleben.

Physiologische Veränderungen im Winterschlaf

  1. Reduzierter Metabolismus: Der auffälligste Aspekt des Winterschlafs ist die drastische Reduzierung des Stoffwechsels. Tiere im Winterschlaf senken ihren Energiebedarf, indem sie ihre metabolische Rate – die Geschwindigkeit, mit der der Körper Energie verbraucht – stark reduzieren. Dieser reduzierte Metabolismus hilft ihnen, ihre Energiereserven über einen längeren Zeitraum zu strecken.
  2. Abgesenkte Körpertemperatur: Während des Winterschlafs fällt die Körpertemperatur der Tiere oft nahe an die Umgebungstemperatur. Dies ist eine signifikante Abweichung von der normalen Körpertemperatur und hilft, Energie zu sparen. Bei einigen Arten kann die Körpertemperatur um bis zu 30 Grad Celsius oder mehr sinken.
  3. Verminderte Herzfrequenz und Atmung: Die Herzfrequenz und Atemfrequenz sinken ebenfalls erheblich. Ein Tier, das normalerweise Hunderte Herzschläge pro Minute hat, kann im Winterschlaf auf weniger als zehn Schläge pro Minute reduzieren. Ähnlich verlangsamt sich die Atmung, was den Energieverbrauch weiter senkt.
  4. Veränderte Gehirnaktivität: Während des Winterschlafs zeigen Tiere auch Veränderungen in ihrer Gehirnaktivität. Obwohl sie in einem schlafähnlichen Zustand sind, bleiben sie in der Lage, auf bestimmte Umweltreize zu reagieren, was darauf hindeutet, dass das Gehirn weiterhin in einer grundlegenden Überwachungsfunktion aktiv ist.

Arten von Winterschlaf

Es gibt zwei verschiedene Arten des Winterschlafs, die je nach Tierart variieren:

  1. Echter Winterschlaf: Dieser wird von kleineren Säugetieren wie Murmeltieren und einigen Fledermausarten praktiziert. Sie erfahren die extremsten Veränderungen in Körpertemperatur und Stoffwechselrate.
  2. Winterruhe: Größere Tiere wie Bären erleben eine Form des Winterschlafs, die oft als Winterruhe bezeichnet wird. Sie zeigen einige der gleichen physiologischen Veränderungen wie Tiere im echten Winterschlaf, aber in geringerem Maße. Ihre Körpertemperatur sinkt nur leicht, und sie bleiben in einem Zustand, aus dem sie leichter aufwachen können.

Auswirkungen des Klimawandels auf den Winterschlaf

Der Klimawandel beeinflusst die Winterschlafmuster vieler Tiere. Mildere Winter und veränderte Nahrungsverfügbarkeit können dazu führen, dass einige Tiere ihren Winterschlaf verkürzen, früher aufwachen oder sich in ihrem Verhalten anpassen müssen. Diese Veränderungen können weitreichende Auswirkungen auf Ökosysteme und die Überlebensfähigkeit bestimmter Arten haben.

Tiere, die Winterschlaf halten:

  1. Murmeltiere: Murmeltiere sind Nagetiere, die echten Winterschlaf praktizieren. Sie ziehen sich in ihre unterirdischen Bauten zurück und verbringen den Großteil des Winters in einem Zustand tiefer Inaktivität. Ihre Herzfrequenz und Körpertemperatur sinken erheblich, und sie leben von den Fettreserven, die sie im Herbst angelegt haben.
  2. Fledermäuse: Viele Fledermausarten praktizieren echten Winterschlaf, insbesondere in kühlen Höhlen. Während dieser Zeit senken sie ihre Körpertemperatur, ihre Herzfrequenz und ihren Stoffwechsel drastisch. Sie können Monate ohne Nahrung verbringen.
  3. Igel: Igel sind typische Beispiele für Tiere, die Winterschlaf halten. Sie suchen sich geschützte Orte wie Laubhaufen oder Igelhäuser und reduzieren ihre Aktivität und Körpertemperatur während des Winterschlafs. Ihr Stoffwechsel verlangsamt sich, und sie leben von den Energiereserven, die sie sich im Herbst angefressen haben.
  4. Siebenschläfer: Diese kleinen Nagetiere halten ebenfalls Winterschlaf. Während des Winterschlafs sinken ihre Körpertemperatur und ihre Herzfrequenz, und sie leben von ihren Fettreserven. Sie bleiben in ihren Baumhöhlen oder Unterschlüpfen während der kalten Monate.

Tiere, die Winterruhe halten:

  1. Bären: Bären sind eines der bekanntesten Beispiele für Tiere, die Winterruhe halten. Währenddessen reduzieren sie ihre Aktivität erheblich, aber ihre Körpertemperatur bleibt nur leicht unter ihrer normalen Temperatur. In dieser Zeit fressen sie nicht, trinken nicht und scheiden auch keinen Urin aus. Sie verlassen ihre Winterquartiere jedoch gelegentlich, um sich zu erleichtern.
  2. Eichhörnchen: Eichhörnchen praktizieren Winterruhe, die weniger tief ist als der Winterschlaf. Sie verbringen die meiste Zeit in ihren Nestern und wachen in regelmäßigen Abständen auf, um Nahrung aus ihren Verstecken zu holen. Ihr Stoffwechsel bleibt jedoch auf einem niedrigeren Niveau, und sie schlafen mehr als üblich.
  3. Schildkröten: Einige Schildkrötenarten halten Winterruhe, insbesondere solche, die in kalten Regionen leben. Sie suchen sich unterirdische Höhlen oder vergraben sich im Schlamm am Gewässerboden und verbringen den Winter in einem Zustand reduzierter Aktivität und Atmung.
  4. Frösche und Kröten: Diese Amphibien können je nach Art unterschiedliche Grade der Winterruhe aufweisen. Einige vergraben sich im Schlamm von Teichen und Seen, während andere in Winterquartieren verbleiben, wo ihre Aktivität eingeschränkt ist.
  5. Schlangen: Einige Schlangenarten, insbesondere diejenigen, die in kälteren Klimazonen leben, praktizieren Winterruhe. Sie suchen sich unterirdische Höhlen oder Felsspalten, wo ihre Aktivität stark reduziert ist.

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