Der Internationale Frauentag steht für Feminismus und Gleichberechtigung für Frauen auf der ganzen Welt. Gleichzeitig rückt er strukturelle Ungleichheiten in den Fokus – insbesondere die finanzielle Situation von Frauen.

Internationaler Frauentag

Im Schnitt erhalten Frauen 16% weniger Bruttolohn pro Stunde und Mütter leisten wöchentlich über 39h unbezahlte Care-Arbeit. Diese Probleme und Unterschiede ziehen sich bis ins Alter, wo Frauen ein Viertel weniger Einkommen erhalten.

In Deutschland sind heute zwar mehr Frauen als in der Vergangenheit erwerbstätig, trotzdem ist klar zu erkennen, dass von finanzieller Gleichstellung nicht gesprochen werden kann. Deswegen hinterfragt Raisin, eine der größten Zinsplattformen in Deutschland, zum internationalen Frauentag, welche finanziellen Konsequenzen und strukturellen Unterschiede vorhanden sind.

Fürsorge als Fulltime-Job

Unbezahlte Care- oder auch Sorgearbeit ist dabei ausschlaggebend für finanzielle Ungleichheit. Auch dabei ist die Verteilung nicht gerecht. Frauen, vor allem Mütter, leisten mit durchschnittlich 39 Stunden pro Woche neun Stunden, oder auch 44% mehr Sorgearbeit als Männer. So ist es auch nicht verwunderlich, dass fast die Hälfte aller erwerbstätigen Frauen in Teilzeit beschäftigt sind – bei Männern sind es nur etwa 10%.

Seit den 90er Jahren ist die Erwerbstätigkeit von Frauen zwar von 57% auf 74% gestiegen, das Gender Pay Gap ist aber trotzdem immer noch vorhanden. Im vergangenen Jahr erhielten Frauen im Schnitt 16% weniger Stundenlohn und auch bei ähnlichen Positionen und Ausbildungen sind es noch 6%.

Altersarmut durch niedriges Einkommen

Niedrigere Verdienste wirken sich langfristig direkt auf die Altersvorsorge aus. Wer weniger verdient, zahlt entsprechend geringere Beiträge in die Rentenkasse ein – mit spürbaren Folgen im Ruhestand. Statistisch gesehen erhalten Frauen im Durchschnitt rund ein Viertel weniger gesetzliche Rente als Männer. Werden Witwen- oder Hinterbliebenenrenten nicht berücksichtigt, wächst dieser Unterschied sogar auf mehr als ein Drittel an. Das erhöhte Risiko von Altersarmut betrifft daher insbesondere Frauen.

Vorsorge und Vorbeugen

Finanzielle Unsicherheit ist jedoch nicht erst im Rentenalter ein Thema. Bereits während des Erwerbslebens empfinden viele Frauen ihre wirtschaftliche Situation als belastend. Laut einer Befragung äußerten 40 Prozent regelmäßig Sorgen um ihre finanzielle Zukunft. Mehr als ein Viertel gab an, dass diese Belastung sich sogar körperlich bemerkbar macht, etwa durch Kopfschmerzen oder andere Stresssymptome. Gleichzeitig fehlt es häufig an finanziellen Spielräumen, um gezielt Rücklagen zu bilden. Als größtes Hindernis beim Sparen wird von fast der Hälfte der Befragten mangelndes verfügbares Einkommen genannt.

Finanzexpertin Katharina Lüth empfiehlt daher, frühzeitig aktiv zu werden – insbesondere dann, wenn wegen Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen die Erwerbstätigkeit reduziert oder unterbrochen wird. In Partnerschaften sollten faire Lösungen gefunden werden, um entstehende Nachteile bei der Altersvorsorge auszugleichen, beispielsweise durch zusätzliche Einzahlungen oder eine gerechte Aufteilung gemeinsamer Ersparnisse. Wer allein vorsorgt, sollte mögliche Einkommenspausen von Anfang an berücksichtigen und langfristig planen. Selbst kleine Beträge, die regelmäßig zurückgelegt werden, können über viele Jahre hinweg ein solides finanzielles Fundament schaffen.

Quelle: raisin.com