Nachhaltig reisen wird angesichts von Hitzewellen, Dürre, Starkregen und Waldbränden immer wichtiger. Der verändert beliebte Urlaubsregionen spürbar und stellt Reisende vor neue Herausforderungen. In diesem Artikel erfährst du, wie sich Urlaub und Reiseziele verändern, worauf du künftig achten solltest und wie du klimafreundlicher und bewusster reisen kannst.

Spanien, Italien, Türkei und Griechenland zählten zu den Lieblingsurlaubszielen deutscher Touristinnen und Touristen 2024. Zu diesem Ergebnis kommt die Reiseanalyse 2025 der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR), die das Reiseverhalten der Deutschen jährlich untersucht.

Doch gerade Länder im Mittelmeerraum sind in den vergangenen Jahren stark von Extremwetterereignissen betroffen. So rollten Hitzewellen mit mehr als 45 Grad über Spanien. Unwetter und Hagel tobten im Norden Italiens, während es im Süden zu extremer Hitze kam. Viele Regionen hatten mit Trockenheit, hohen Temperaturen sowie Wind und aus der Folge mit Waldbränden zu kämpfen. Für die Bevölkerung vor Ort sowie Um- und Tierwelt haben diese Ereignisse katastrophale Folgen.

Daneben gehen Hitze und Co. mit wirtschaftlichen Konsequenzen einher. Gerade langfristig beeinflussen sie eine Branche besonders: den Tourismus. Norbert Kunz, Geschäftsführer des Deutschen Tourismusverbandes (DTV), erklärt auf Anfrage von :

„Der Klimawandel wird in Zukunft sehr stark bestimmen, wie wir reisen und Urlaub machen.“ Er geht wie Klimaforscherinnen und -forscher davon aus, dass „Hitzewellen, Stürme und Unwetter nicht nur häufiger, sondern auch intensiver werden“.

Verändertes Reiseverhalten

Solche Extremwetterlagen nennt die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) direkte Auswirkungen des Klimawandels auf den Tourismus. Zu den indirekten Folgen zählt dagegen beispielsweise der steigende Meeresspiegel. Höhere Wassertemperaturen bringen etwa Quallenplagen mit sich. Hinzu kommt, dass Regionen durch Waldbrände an Attraktivität verlieren und infrastrukturelle Maßnahmen die Landschaftsqualität beeinflussen können.

Doch was bedeutet das für das Reisen der Zukunft? Kunz meint, dass sich Urlaubsziele und Reisezeiten auf lange Sicht verändern. „Vielleicht noch nicht in den nächsten zwei oder drei Jahren, sondern in den nächsten Jahrzehnten.“ Der Verband gehe davon aus, dass Reisende „verstärkt auf nachhaltiges Reisen achten werden“. So könnten Nachhaltigkeitszertifikate bei Unterkünften und Destinationen wichtiger werden.

Wie kann sich die Branche verhalten?

Im Reisesektor können nun Anpassungen helfen, damit Ziele attraktiv bleiben. Mehr als andere Wirtschaftszweige sei der Tourismus auf „eine intakte Natur angewiesen, welche durch den Klimawandel und weitere menschliche Umwelteingriffe immer mehr gefährdet wird“, so das Umweltbundesamt.

Dazu treibt die Branche selbst den Klimawandel voran. Laut WWF beträgt der Anteil an den weltweiten Treibhausgas- Emissionen rund acht Prozent, wobei der Großteil durch Verkehrsmittel verursacht wird. Obendrein handelt es sich um einen schnell wachsenden Wirtschaftssektor.

2019 wurden weltweit rund 1,5 Milliarden internationale touristische Ankünfte gezählt. 2025 waren es nach vorläufigen Angaben von UN Tourism bereits rund 1,52 Milliarden – und der internationale Tourismus wächst weiter. Die bpb kommt daher zu dem Schluss, dass sich der Sektor nicht nur anpassen, sondern daran beteiligen müsse, „einen Beitrag zur Minderung des Klimawandels zu leisten“.

Das empfiehlt auch Tourismusexperte Kunz und findet außerdem positive Worte: „Die Herausforderungen sind groß, aber gleichzeitig wachsen die Chancen für klimafreundlichere Urlaubsformen.“ Zudem können Reisende selbst aktiv werden: „Aber auch jeder einzelne Urlauber kann dazu beitragen, die Auswirkungen des Klimawandels zu minimieren. Etwa indem er nachhaltigerem Reisen den Vorzug gibt.“

Darauf kannst du achten:

  • Auf Fernreisen verzichten: je näher dein Urlaubsziel ist, desto besser für deine Klimabilanz. Am besten wählst du für An- und Abreise eine emissionsarme Variante wie Zug oder Fernbus. Um herauszufinden, wie viel CO2 deine Reise tatsächlich verbraucht, hilft auch ein Blick auf einen CO2-Rechner.
  • Unterkunft: umweltbewusster Urlaub heißt zudem, bei Apartment oder Hotel auf Nachhaltigkeit zu achten. Aber Vorsicht: Grüne Hotels liegen im Trend und es kommt schnell zu Greenwashing. Sieh auf der Website nach oder frag direkt, welche Strategien die Betreiber konkret verfolgen. Diejenigen, die es mit Umweltschutz ernst meinen, können meist ausführlich erklären, welche Maßnahmen sie ergreifen und warum.
  • Nachhaltigkeit leben: ansonsten gilt wie zu Hause, ein bewusster Umgang mit Ressourcen, Umwelt und Lebensmitteln. Je nach Reiseziel kann es unterschiedliche Regeln zum Beispiel in Bezug auf Wassersparen geben. Informiere dich vorab, was für dein Urlaubsland gilt. Wer sich gut informiert, tut sich leichter damit, einen umweltbewussten Aufenthalt zu planen.

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