Ostern bewusst und ökologisch verbringen – geht das überhaupt? Obwohl die Tage zwischen Karfreitag und Ostermontag für viele ein wahres Konsum-Fest sind, ist es durchaus möglich, Ostern nachhaltig zu feiern. Wir zeigen dir in diesem Artikel, wie das gelingen kann – mit praktischen Tipps für ein ökologisches Osterfest.
Ostern markiert das Ende der Fastenzeit, weshalb viele die Feiertage traditionell mit alten Bräuchen und gutem Essen zelebrieren. Doch es muss nicht immer der konventionelle, in Alufolie verpackte Schoko-Osterhase im Osternest oder das Osterlamm auf dem Teller sein! Wir zeigen dir, wie du Ostern mit natürlicher DIY-Deko, fairen Schokohasen und biologischem Essen nachhaltig feiern und die Umwelt schonen kannst.
Nachhaltig Ostern feiern? Geht!; Foto © Viktoriia Lomtieva via shutterstock.com
Eier von glücklichen Hühnern
Ostern ohne Eier ist für viele Menschen wie Weihnachten ohne Tannenbaum. Wenn du an Ostern nicht auf Eier verzichten möchtest, solltest du diese am besten aus ökologischer Erzeugung beziehen. Die Ziffern auf den Eiern helfen Ihnen dabei zu erkennen, woher und aus welcher Haltung die Hühner stammen. So steht die Ziffer 0 für Eier aus ökologischer Erzeugung (Bioeier), 1 für Freilandhaltung (Freilandeier), 2 für Bodenhaltung und 3 für Kleingruppenhaltung (Käfigeier). Diese solltest du in jedem Fall meiden! Wir empfehlen, Bio- oder Freilandeier aus der Region zu kaufen.
Doch neben der nicht artgerechten Haltung von Hühnern in Legebatterien spielen auch die problematischen Umweltauswirkungen von Eierfabriken eine große Rolle. Die Massentierhaltung belastet die Atmosphäre mit klimaschädlichen Methanemissionen und verschmutzt das Grundwasser. Das hat zur Folge, dass nicht nur die Tiere und die Umwelt unter dieser Art der Eierproduktion leiden, denn Antibiotika im Hühnerfutter oder Salmonellen in Batterie-Eiern können auch die Gesundheit der Konsumenten gefährden. Treffe daher beim Eierkauf eine bewusste Entscheidung gegen die Käfighaltung und für Bioprodukte oder verzichte der Tiere und der Umwelt zuliebe sogar ganz auf Eier zu Ostern.
Glückliche Hühner sind Freilandhühner; Foto © goodbishop via shutterstock.com
Natürlich Eier färben
Eine alte Tradition zur Vorbereitung auf das Osterfest ist in vielen Familien das Eierfärben. Statt der synthetischen Färbemittel aus dem Supermarkt lassen sich aus Zutaten, die man häufig bereits in der Küche hat, natürliche Farben herstellen. Zwiebelschalen, Spinat, Kurkuma und Co. sind dabei nicht nur umweltschonender, sondern auch gesünder als herkömmliche Chemiefarben aus dem Handel. Und nach dem Oster-Brunch kann man die natürlich gefärbten Eierschalen dann ohne Bedenken weiterverwerten und sie beispielsweise als Dünger für den Garten verwenden.
Ostereier im Sud färben – so geht’s:
Utensilien
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hartgekochte oder ausgeblasene Eier
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ca. 3 Tassen der Zutat, mit der Sie färben wollen
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einen Topf
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Löffel oder Schöpfkelle
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ein Paar Handschuhe
Zutaten zum Färben
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Gelb: Kurkuma und Kamilleblüten
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Orange: Zwiebelschalen oder Karotten
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Rot und Pink: Rote Beete
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Blau und Violett: Heidelbeeren, Fliederbeeren oder Rotkohlblätter
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Grün: Spinat oder Brennnesseln
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Braun: Schwarzer Tee, Kaffee oder Zwiebelschalen
Ostereier lassen sich mit natürlichen Zutaten kunterbunt färben; Foto © Yulia Furman via shutterstock.com
Anleitung
- Die natürliche(n) Zutat(en) in einem Liter Wasser zu einem Sud aufkochen lassen und diese darin eine Viertelstunde ziehen lassen.
- Nach 15 Minuten die Färbezutaten aus dem Sud sieben und im Biomüll oder auf dem Komposthaufen entsorgen.
- Nun die Eier in den Sud legen. Wie lange du die Eier darin ziehen lässt, hängt davon ab, wie intensiv das Farbergebnis sein soll. Auch je nachdem, ob braune oder weiße Eier verwendet wurden, kann das Resultat variieren. Eier, die frisch hart gekocht wurden und noch warm sind, nehmen die Farben meist am besten an. Alternativ kannst du die Eier über Nacht im Topf liegen und ziehen lassen.
Je nachdem, wie lange du das Ei im Sud ziehen lässt, intensiviert sich seine Farbe; Foto © Nelli Syrotynska via shutterstock.com
Alternativen zum Ei
Eier gehören für die meisten Menschen zum Osterfest einfach dazu. Doch wer beim Backen und Kochen auf Eier verzichten möchte, kann diese durch vegane Alternativen ersetzen. Du solltest dir nur vorab überlegen, welche Funktion die Eier im entsprechenden Rezept erfüllen. Eier binden Soßen, Puddings oder Burger. Darüber hinaus bewirken sie, dass Gebäck locker und luftig wird, geben Farbe und Geschmack oder spielen gar die Hauptrolle – wie bei klassischen Eierspeisen. So vielfältig die Funktionen von Eiern sind, so zahlreich sind die Möglichkeiten, sie zu ersetzen.
Mehl und Stärke
Maisstärke oder Kartoffelmehl können beispielsweise zum Binden und Verdicken eingesetzt werden. Auch Kichererbsenmehl kommt in Frage, bringt aber einen gewissen Eigengeschmack mit. Ein Ei lässt sich ungefähr durch zwei Esslöffel Mehl oder Stärke und drei Esslöffel Wasser ersetzen.
Essig, Backpulver und Natron
Um einen Teig schön fluffig zu machen, eignet sich eine Mischung aus einem Esslöffel Essig und einem Teelöffel Natron als Ersatz für ein Ei. Und keine Sorge: Den Essig schmeckt man später nicht heraus! Verlangt ein Rezept nach nur einem Ei, kann ein wenig Backpulver als Triebmittel fungieren.
Chia- und Leinsamen
Gemahlene Samen sind ein hervorragendes Bindemittel und können für süße wie herzhafte Teige verwendet werden. Um ein Ei zu ersetzen, werden ein Esslöffel gemahlene Chia- oder Leinsamen mit drei Esslöffeln Wasser verrührt. Dann fünf Minuten quellen lassen, bevor der Ei-Ersatz weiterverwendet wird.
Apfelmus
In Rührteigen, zum Beispiel für Brownies, Muffins und Lebkuchen, trägt Apfelmus dazu bei, dass das Ergebnis extra saftig wird. Etwa 70 Gramm ersetzen ein Ei.
Bananen
Eine halbe reife Banane kann in süßen Rezepten statt eines Eis verwendet werden. Der Bananengeschmack sollte selbstverständlich zum Gericht passen. Ein Pluspunkt ist jedoch, dass der Zuckeranteil des Rezepts meist stark reduziert werden kann.
Gemüsepüree
Kartoffel- oder Kürbispüree eignen sich sehr gut für herzhafte Speisen. 60 bis 70 Gramm können ein Ei ersetzen. Eventuell muss jedoch die Flüssigkeitsmenge im Rezept angepasst werden. Ebenso lässt sich Tomatenmark zum Binden von Burger-Patties einsetzen.
Sojaprodukte
Ein Esslöffel Sojamehl, verrührt mit zwei Esslöffeln Wasser, ersetzt ein Ei und sorgt für einen supersoften Teig. Pürierter Seidentofu hat eine bindende Wirkung und ist ideal für Cremes sowie Füllungen. Dabei sollten etwa 50 Gramm statt eines Eis zum Einsatz kommen. Naturtofu eignet sich prima für Rührei-Rezepte. Sojasahne hingegen kann verwendet werden, um damit Gebäck zu bestreichen.
Aquafaba
Bei Aquafaba handelt es sich um das Kochwasser von Hülsenfrüchten, meist Kichererbsen. Es lässt sich einfach selbst herstellen oder man verwendet das aufgefangene dickflüssige Wasser von Konserven. Gründlich aufgeschlagen kann es Eischnee ersetzten, so zum Beispiel für Baisers und Macarons.
Plastikfreies Osternest
Statt jedes Jahr ein neues Osternest aus Plastik oder Papier zu kaufen, kann man ebenso schöne Alternativen aus Filz, Bast oder Weidenästen gestalten. Als weiche Unterlage im Nest dient echtes Heu oder grüne Wolle, die immer wieder verwendet werden kann. Wer es frisch und natürlich mag, kann selbst Ostergras säen: Dazu Weizen-, Gersten- oder Dinkelkörner einweichen, auf torffreier Erde in einem Pflanzgefäß verteilen, gut befeuchten und an einem hellen Plätzchen ein paar Tage wachsen lassen. Regelmäßiges Befeuchten nicht vergessen! Bei Zimmertemperatur und indirektem Sonnenlicht wächst das Gras am besten. Pünktlich zu Ostern ist das DIY-Osterkörbchen fertig.
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Nachhaltiges Ostermenü
Nach der Fastenzeit freuen sich viele auf die unzähligen Köstlichkeiten zum Osterfest. Nachhaltig lässt es sich mit regionalen, saisonalen, biologischen sowie vegetarischen oder veganen Gerichten speisen. Beispielsweise findest du auf www.slowlyveggie.de viele kreative Ideen für ein vegetarisches Ostermenü.
Wer beim Osteressen nicht auf Fleisch verzichten mag, sollte in jedem Fall hinterfragen, woher und aus welcher Haltung das Fleisch stammt. Prinzipiell sollte das traditionelle Osterlamm bestenfalls von einem lokalen Schäfer kommen, der ökologisch produziert. Das Haltungsformsiegel gibt Aufschluss darüber, unter welchen Bedingungen die Tiere gehalten wurden. Verschiedene Märkte wie Aldi, Edeka, Penny und Rewe führen Produkte mit der Kennzeichnung der Haltungsform.
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Nachhaltig Naschen
Ob Schokohase oder Fondantküken – Süßigkeiten gehören an Ostern einfach dazu. Dennoch steht viel zu oft die Kakaoproduktion mit Umweltzerstörung und sozialer Ausbeutung in Zusammenhang. Damit vor allem die Kinder ihre süßen Nester trotzdem suchen können, raten wir zu nachhaltig produzierten Süßigkeiten und Fairtrade-Schokolade. Zudem gibt es mittlerweile eine große Auswahl an vegetarischer und veganer Schokolade und Fruchtgummis. Wer dann noch darauf achtet, dass die Leckerei nicht in unnötig viel Verpackungsmaterial gewickelt ist, tut der Umwelt gleich doppelt Gutes.
DIY-Osterdeko
Wer ohnehin gerne kreativ ist oder sich eine einzigartige Osterdekoration wünscht, kann diese einfach selbst basteln. Gebrauchte und kaputte Gegenstände können zudem zu hübschen Körben, Nestern, Hasen und Kränzen upgecycelt werden. Auf Pinterest beispielsweise gibt es viele tolle DIY-Ideen und Anleitungen für nachhaltige Osterdeko.
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DIY-Eier-Kerzen
In Frühlings- und Osterstimmung kommst du ganz bestimmt mit dieser Anleitung für herrlich duftende Eier-Kerzen!

Utensilien
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500 g Bienenwachs
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150 cm Docht-Schnur
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1 Nähnadel
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10 Eier
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1 einen alten Kochtopf
Anleitung
Als Erstes die Eier vorbereiten. Dafür die Eier an der Unterseite aufschlagen und den Dotter und das Eiweiß mit einer Schüssel auffangen.
Die Eischale mit heißem Wasser ausspülen und an der Oberseite mit Druck mit einer Nadel ein Loch stechen, sodass der Docht später durchpasst.
Die Eier gut trocknen lassen, bevor die Kerzen darin gegossen werden.
Danach das Bienenwachs in einem Topf vorsichtig schmelzen lassen. Hierfür unbedingt einen alten Topf, den man nicht mehr zum Kochen verwendet, benutzen, da das Bienenwachs anschließend im Topf kleben bleibt und sich nur sehr schwer wieder entfernen lässt.
Wenn das Wachs geschmolzen ist, das ätherische Öl dazu tropfen – für die ganze Menge ca. 40 Tropfen.
Nun geht’s an die Eier, der Docht wird durch das kleine Loch gefädelt und kommt dann oben beim großen Loch wieder heraus. Unten, beim kleinen Loch sollte ein kleiner Streifen Klebeband oder Knete befestigt werden, ansonsten läuft das Wachs hier aus.
Nun das Ei mit Docht (mit der großen Öffnung oben) in den Eierkarton stellen. Jetzt ganz vorsichtig das Wachs mit einem Löffel in das Ei füllen, bis es voll ist. Hier kannst du auch erst nur einen Löffel voll einfüllen und warten, bis es etwas hart geworden ist und dann weiter füllen, damit das Wachs ganz sicher nicht ausläuft.
Die Eier ganz voll mit Wachs füllen und sie mindestens einen halben Tag auskühlen lassen.
Anschließend die Eier schälen: Dafür diese etwas anschlagen und die Schale entfernen. Die flache Seite ist die Unterseite, hier den Docht abschneiden!
Fertig ist deine -Eierkerze!
Tipp: Eignet sich auch wunderbar als kleines Ostergeschenk.










