Immer mehr Menschen kaufen Produkte direkt über soziale Netzwerke. Plattformen wie Instagram, TikTok oder Facebook sind längst nicht mehr nur Orte für Unterhaltung und Austausch, sondern auch digitale Einkaufszentren. Nach einer Erhebung des Bitkom nutzt fast die Hälfte der 16- bis 29-Jährigen Social Media zum Shoppen. In der Altersgruppe von 30 bis 49 Jahren sind es gut ein Drittel – insgesamt knapp 30 Prozent aller Internetnutzenden in Deutschland.

Die Verbraucherzentrale NRW weist darauf hin, dass viele Social-Media-Plattformen gezielt Kaufimpulse auslösen. Gestaltungselemente und Funktionen sind häufig so aufgebaut, dass spontane Entscheidungen gefördert werden. Gleichzeitig ist nicht immer transparent, woher die angebotenen Waren stammen oder wie mit persönlichen Daten umgegangen wird.
Impulskäufe vermeiden
In Social-Media-Apps ist der Weg zum Kauf oft sehr kurz. Ein Klick genügt und schon ist die Bestellung aufgegeben. Deshalb lohnt es sich, vor dem Kauf innezuhalten: Wird das Produkt wirklich benötigt? Gibt es preiswertere oder qualitativ bessere Alternativen? Ein Vergleich mit anderen Online-Shops oder dem stationären Handel kann helfen, Fehlkäufe zu vermeiden.
Vorsicht ist auch bei sogenannten „Dark Patterns“ geboten. Dabei handelt es sich um manipulative Gestaltungstricks, die Nutzende unter Druck setzen sollen. Durch Countdown-Anzeigen, künstliche Verknappung oder Hinweise darauf, wie viele andere Personen den Artikel angeblich gerade im Warenkorb haben, wird dieses Gefühl gefördert.
Werbung kritisch hinterfragen
Viele Influencer und Influencerinnen präsentieren Produkte im Auftrag von Unternehmen oder verkaufen eigene Marken. Zwar ist vielen Nutzenden bewusst, dass es sich dabei um bezahlte Werbung handelt, dennoch wirkt diese Form der Produktpräsentation oft besonders authentisch. Laut Bitkom-Umfrage finden vor allem jüngere Menschen Werbung von Influencern und Influencerinnen teilweise sympathisch. Gleichzeitig wünschen sich viele eine deutlichere Kennzeichnung solcher Inhalte. Ein Großteil der Befragten vertraut zudem eher auf klassische Produkttests als auf Empfehlungen aus Social Media.
Sensibel mit persönlichen Daten umgehen
Beim Einkaufen über soziale Netzwerke sollten persönliche Informationen nur sparsam weitergegeben werden. Wichtig ist es, sichere Zahlungsarten zu wählen und die abgefragten Daten kritisch zu prüfen. Wer nach einer Bestellung weniger Werbung erhalten möchte, kann Push-Benachrichtigungen deaktivieren oder Newsletter abbestellen.
Einige Plattformen, wie unter anderem Temu, weisen offen darauf hin, personenbezogene Daten auch für kommerzielle Zwecke zu nutzen. Wer hier einkauft, sollte in den Einstellungen des Smartphones oder der App Funktionen wie Standorttracking möglichst deaktivieren. Auch das Einschränken von Tracking sowie der Einsatz von Werbeblockern kann helfen, personalisierte Werbung zu reduzieren.
Widerrufsrecht nutzen
Wer online einkauft, hat grundsätzlich ein gesetzliches Widerrufsrecht. In der Regel können Verbraucher und Verbraucherinnen innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt der Ware ohne Angabe von Gründen vom Kauf zurücktreten. Viele Händler stellen dafür eigene Online-Formulare zur Verfügung. Nach Eingang der Rücksendung muss der Kaufpreis zeitnah erstattet werden. Kommt es zu Problemen bei der Rückabwicklung, kann ein schriftlicher Widerruf hilfreich sein, der zusätzlich per E-Mail an den Händler gesendet wird.
Umweltaspekte berücksichtigen
Online-Bestellungen führen häufig zu Rücksendungen. Schätzungen zufolge wird etwa jedes vierte Paket im Online-Handel zurückgeschickt, bei Kleidung sogar deutlich mehr. Für das Jahr 2025 rechnen Fachleute mit rund 550 Millionen Retouren in Deutschland. Das verursacht erhebliche CO₂-Emissionen. Zudem werden manche zurückgesandten Neuwaren nicht erneut verkauft, sondern entsorgt.
Wer bewusst einkauft, trägt daher nicht nur zum eigenen Verbraucherschutz bei, sondern leistet auch einen Beitrag zum Umweltschutz.
Quelle: Verbraucherzentrale NRW














