Zum Feministischen Kampftag beziehungsweise Weltfrauentag stellen wir in fünf Tagen sechs Umweltaktivistinnen vor. Die heutige Aktivistin setzt sich für Schutz vor Umweltkatastrophen ein.

Durch den Klimawandel sind ostasiatische Länder von tropischen Wirbelstürmen besonders bedroht. In Vietnam verlieren dadurch jährlich tausende Menschen ihr Zuhause. Wie eine Umweltaktivistin diesen Menschen wieder Hoffnung schenkt.

Weltfrauentag

Weibliche Aktivistinnen im Einsatz für das Klima und Schutz vor Umweltkatastrophen; Foto © Mary Long via shutterstock.com

Leben zwischen Wind und Wasser

Vietnam, es regnet in Strömen. Die Leute sind starke Regen­fälle gewohnt – in dem Land mit subtropischem Klima er­leben sie diese jedes Jahr für mehrere Monate. Zyklone und andere Naturka­tastrophen suchen das Land nach der Regenzeit zudem verstärkt heim und hinterlassen meist riesige Verwüstungen. Zum Beispiel der Taifun Molave richtete im Oktober 2020 enorme Schäden an. Unicef zufolge handelte es sich dabei um den schlimmsten Sturm seit 20 Jah­ren. Schutz vor Umweltkatastrophen dieses Ausmaßes ist oft nicht gewährleistet. In manchen Regionen des Landes ragten nur noch die Palmenkronen aus dem schlammigen Wasser, die meterho­hen Stämme waren kaum noch zu sehen. Häuser verschwanden unter den Wasser­massen, viele Menschen blieben obdach­los zurück.

Schwimmende Häuser

Pham Thi Huong Giang, von allen nur Jang Keu genannt, ist an diesen Anblick gewöhnt. Seit vielen Jahren hilft sie nach starken Überschwemmungen bedürftigen Menschen und engagiert sich für wohltätige Zwecke. 2009 reiste sie in das stark betroffene Gebiet Quang Nam in Zentralvietnam, um eine Schule wiederaufzubauen. Dort blickte sie in die traurigen Gesichter vieler Kinder, die ihr Zuhause verloren hatten. Ein erschüttern­der Moment, der einen tiefen Eindruck bei ihr hinterlässt. Es entsteht der Wunsch, Schutz vor Umweltkatastrophen zu bieten.

Als 2013 der Taifun Haiyan das Land erneut auf brutale Weise verwüstet, entschließt sich die damals 34-Jährige einen neuen Weg einzuschlagen, um den Menschen, trotz der gefährlichen Wirbel­stürme, wieder eine Perspektive auf ein beschütztes und geborgenes Leben zu bie­ten. Sie gründet die Song Foundation.

Ihr Plan: hochwassersichere Häuser als Schutz vor Umweltkatastrophen bauen. Die zündende Idee kam ihr, als sie bei den Aufräumarbeiten ein Haus auf Beton­pfeilern entdeckt. Mit nur einer Handvoll von Gleichgesinnten macht sie sich auf die Suche nach Spendenmöglichkeiten. Zusammen mit Künstlern organisieren sie Fundraising-Konzerte und von meh­reren Unternehmen erhalten sie weitere Mittel für ihr Projekt Nha Chong Lu – zu Deutsch flutresistente Häuser – das sich bis heute stetig weiterentwickelt hat.

Schutz vor Umweltkatstrophen: Zurück zur Natur

Inzwischen wurden neun verschiedene Modelle von Häusern konzipiert und weit über 700 gebaut. Beispielsweise Häuser auf Stelzen, mit zwei Etagen oder mit Fässern unter dem Boden, sodass sie im Ernstfall einfach schwimmen. Welches Modell sich am besten eignet, hängt da­bei von der Lage ab, wo es erbaut wird.

Die Song Foundation verfolgt heute drei Hauptziele: Menschen Schutz vor Umweltkatastrophen bieten, die Unterstützung von Opfern von Um­weltkatastrophen bedingt durch den Klimawandel und durch Aufforstung einen Beitrag für die Umwelt zu leisten. Oberstes Gebot ist dabei immer der Nachhaltigkeitsgedanke. Pham Thi Hu­ong Giang hegt keinen Groll gegen die verheerenden Auswirkungen durch alle Stürme, die sie über die vielen Jahre mit­erlebt hat. Im Gegenteil, sie ist fest davon überzeugt, dass die Menschen wieder ler­nen müssen, im Einklang mit der Natur zu leben. Daher hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, so viele Menschen wie möglich dabei zu unterstützen.

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