Ob Kopfschmerzen, Unterleibskrämpfe oder Rückenschmerzen – natürliche Schmerzmittel aus der Natur bieten wirksame Alternativen zu synthetischen Medikamenten und helfen oft besonders schonend.

Weihrauch
Kann bei innerlicher und äußerer Anwendung schmerzlindernd sein. Bei einer Behandlung von innen, zum Beispiel durch nahrungsergänzende Kapseln, sollen Entzündungsprozesse gehemmt werden. Die Schmerzlinderung erfolgt, weil eine Überreaktion des Immunsystems verhindert wird. Daher soll Weihrauch vor allem bei Arthritis sehr effektiv sein. Bei Darmerkrankungen oder Störungen des Verdauungstraktes hat das Harz in mehreren Studien ebenfalls seine Wirkung bewiesen. Eine indische Studie hat herausgefunden, dass in Kombination mit Kurkuma Muskelschmerzen um 92 Prozent reduziert werden konnten. Bei einer Vergleichsgruppe, die über den gleichen Zeitraum mit dem Schmerzmittel und Entzündungshemmer Diclofenac behandelt wurde, lag die Reduktion bei 72 Prozent.


Kurkuma (Gelbwurz)
Schon kleine Mengen der Wurzel, zum Beispiel als Gewürz in Gerichten, sollen langfristig Wirkung zeigen. Kurkuma gilt als Schmerzmittel, denn es blockiert die Signale, die zum Gehirn laufen. Die entzündungshemmende Wirkung, auch bei Arthrose-Patienten, ist in indischen und koreanischen Studien belegt. Zudem scheint Kurkuma schnell und beruhigend bei Verdauungsstörungen zu wirken.
Verschiedenen Untersuchungen zufolge kann die Wunderknolle sogar noch mehr: Blutzucker und Cholesterinwerte sollen gesenkt werden, der körpereigene Entgiftungsprozess der Leber wird unterstützt und krebsvorbeugend soll Kurkuma auch sein. Manche behaupten sogar, Kurkuma sei der Grund, weshalb es in Indien, wo das Gewürz in nahezu jedem Gericht Verwendung findet, vergleichsweise wenig Alzheimerpatienten gibt.
Eisenhut
Der Eisenhut ist eine der gefährlichsten Giftpflanzen Europas und wurde früher gerne als Mordwaffe eingesetzt. Es dürfen daher ausschließlich fertige Arzneien eingenommen oder angewendet werden. Bis auf wenige Ausnahmen sind Medikamente mit dem Wirkstoff Aconitum, der aus dem Eisenhut gewonnen wird, verschreibungspflichtig. Eine Überdosis kann bei übermäßiger Anwendung rezeptfreier Salben oder homöopathischer Mittel erfolgen und unangenehme Nebenwirkungen wie starkes Erbrechen, Muskelkrämpfe, Sensibilitätsstörungen der Nerven oder Schwindel hervorrufen. In der Homöopathie wird Eisenhut hauptsächlich bei Angstzuständen oder Schocksituationen, fieberhaften Entzündungen, Grippeerkrankungen oder Atemwegsinfekten, Herzschwäche und Nervenschmerzen angewendet.


Weiße Weidenrinde
Sie ist quasi die große Schwester von Aspirin. Das Kraut enthält Salicin, das sich bei der Verdauung in Salicylsäure verwandelt. Synthetische Salicylsäure ist der Hauptwirkstoff von Aspirin und irritiert den Magen. Bei akuten Schmerzbeschwerden kann Weiße Weidenrinde aber nur bedingt helfen, weil die Wirkung mehrere Stunden bis hin zu Tagen dauern kann. Häufiger auftretende Symptome oder gar chronische Schmerzen kann die Rinde jedoch langfristig abschwächen oder stillen. Weiße Weidenrinde hilft des Weiteren bei bei Fieber und Entzündungen.
Beinwell
Zu Salben verarbeitet helfen die Wurzeln und Blätter des Beinwells bei Prellungen, Verstauchungen, Zerrungen und Quetschungen. Der Inhaltsstoff Cholin fördert die Durchblutung des verletzten Gewebes und verhindert die Bildung von Ödemen (Flüssigkeitseinlagerungen in den Gefäßen). Das Zellwachstum wird durch Allantoin und Schleimstoffe angeregt. Beinwell darf allerdings nicht innerlich angewendet oder auf offene Wunden aufgetragen werden. Die Pflanze enthält geringe Mengen Pyrrolizidinalkaloide, die in zu hoher Dosierung Leberschäden verursachen und Krebs begünstigen können. Bei äußerlicher Anwendung sind jedoch keine Nebenwirkungen bekannt.
Grundsätzlich, aber vor allem während der Schwangerschaft oder der Stillzeit, sollte vor der Einnahme von Präparaten immer Rücksprache mit einem Arzt, Heilpraktiker oder Homöopathen gehalten werden. Zwar sind Arzneimittel aus der Natur meist schonender als ihre synthetischen Pendants, jedoch bedeutet das nicht, dass keinerlei Risiken bestehen.


Cayennepfeffer
Der Wirkstoff Capsaicin wird aus verschiedenen Chilischoten gewonnen. Besonders häufig wird die Cayenneschote verwendet, die in gemahlener Form als Cayennepfeffer bekannt ist. Bei schmerzhaften Muskelverspannungen wirkt die äußerliche Anwendung von Capsaicin schmerzstillend bis betäubend. Außerdem wird an der betroffenen Stelle die Durchblutung angeregt, was die Schmerzursache oft beseitigt. Die häufigsten Präparate sind Salben, Tinkturen und wirkstoffhaltige Pflaster. Als Teil des Wirkungsprozesses kann es anfangs oft jucken und brennen. Das sind keine Anzeichen für eine Unverträglichkeit oder Nebenwirkungen. Werden die Symptome jedoch zu stark, kann das Mittel entfernt und die Hautstelle mit klarem Wasser beruhigt werden. Wichtig ist, dass Cayennepfeffer nicht mit geschädigter Haut oder Schleimhäuten in Kontakt kommt.
Schon gewusst?
Cayennepfeffer ist gar kein Pfeffer, sondern Chilipulver, das aus einer bestimmten Schote gemahlen wird. Weil Christoph Kolumbus die scharfen Beeren als Alternative zum damals sehr teuren Pfeffer mit nach Europa brachte, wird er vielerorts auch „Spanischer Pfeffer“ genannt.

Teufelskralle
Linderung bei Rheuma, Arthrose, aber auch bei Rückenschmerzen verspricht die Wurzel der Teufelskralle. In mehreren Studien wurden bei regelmäßiger Einnahme eine verbesserte Beweglichkeit und nachlassende Schmerzen bei Rheumapatienten festgestellt. Außerdem kann sie bei Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Verstopfung oder Durchfall helfen, regt den Appetit an und hemmt Entzündungen im Körper. Die Teufelskralle wächst rund um die Kalahari- Wüste in Afrika. Dort wird sie traditionell zur Fiebersenkung, gegen Hauterkrankungen, bei Schwangerschaftsbeschwerden und als Salbe gegen Geschwüre und Furunkel verwendet. Zu diesen Wirkungen gibt es allerdings keine belegenden Studien.
Traubensilberkerze
Schon die amerikanischen Ureinwohner nutzten die Wirkung der Traubensilberkerze gegen Schlangenbisse und um Geburtsschmerzen zu lindern. Die wirksamen Inhaltsstoffe befinden sich in der Wurzel und sollen vor allem bei leichten Beschwerden in den Wechseljahren helfen. Die Triterpenglykoside Actein und Cimicifugosid wirken ähnlich, jedoch nicht genauso wie Östrogene. Der chemische Aufbau unterscheidet sich von dem der weiblichen Sexualhormone und zahlreiche Nebenwirkungen bleiben deswegen aus. Bei typischen Wechseljahrbeschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Kopfschmerzen kommt die Traubensilberkerze zum Einsatz. Auch bei Depressionen, die sich auf ein Ungleichgewicht im Hormonhaushalt zurückführen lassen, soll die Pflanze Wunder wirken. Bei Menstruationsbeschwerden – seien sie vor, während oder nach der Periode – wird der Pflanze ebenfalls eine lindernde Wirkung nachgesagt.


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