Zum internationalen Frauentag, der auch als Feministischer Kampftag bezeichnet wird, stellen wir dir an fünf Tagen Umweltaktivistinnen vor, die du noch nicht kennst. Wir zeigen: Frauen verändern die Welt!

Vielerorts finden am 8. März Demonstrationen statt, um nach wie vor bestehende Missstände und Ungerechtigkeiten in den Mittelpunkt zu rücken. Dazu gehört, dass für viele Frauen Gewalt ein schrecklicher Teil des Alltags ist. Eine weitere Forderung ist nach wie vor Selbstbestimmung über den eigenen Körper, womit insbesondere die Abschaffung des Paragrafen 218 gemeint ist. Durch diesen Paragrafen sind Schwangerschaftsabbrüche noch immer eine – wenn auch nicht geahndete – Straftat. Außerdem bestand 2022 weiterhin eine Gender Pay Gap von 18 Prozent. Heißt, Frauen verdienten pro Stunde im Schnitt 18 Prozent weniger als Männer.

Weltfrauentag

Frauen verändern die Welt – jeden Tag; Foto © Mary Long via shutterstock.com

Es gibt zahlreiche Themen, die Demonstrierende heute weltweit auf die Straße bringen. Ein Problem ist zum Beispiel, dass Führungspositionen in Unternehmen oder in der Politik häufig noch immer überwiegend weiß, männlich und heterosexuell besetzt sind. Und auch, wenn man sich die Medienlandschaft und insbesondere die, die zu Wort kommen, ansieht, merkt man: Trotz aller Kämpfe um Gleichberechtigung spricht nach wie vor allem einer: der weiße Mann.

Wir wollen deshalb Frauen zu Wort kommen lassen – und zwar jene, welche die Welt verändern! In fünf Tagen und fünf Porträts stellen wir Aktivistinnen aus aller Welt vor, die sich für Umwelt- und Naturschutz einsetzen.

Weil von Sexismus zum Beispiel auch nicht-binäre Personen oder trans* Personen betroffen sind, verwenden viele Menschen den Begriff Feministischer Kampftag.

Schluss mit Plastik! Zwei Frauen verändern die Welt

Melati und Isabel Wijsen waren Kinder, als sie auf Bali für das Verbot von Plastiktüten kämpften. Sie haben geschafft, was kein Politiker je versuchte: Das Land von Einwegplastik zu befreien.

Bali – allein der Name des grü­nen Paradieses ruft Bilder von einzigartigen Landschaften, na­turbelassenen Stränden, Palmen und geheimnisvollen Tempeln hervor. Die Naturschönheit der sogenannten Insel der Götter und ihre einzigartige althinduistische Kultur locken jedes Jahr Sportler, Surfer und Reisende an. Doch dieser Massentourismus hatte in den vergangenen Jahrzehnten seine Spuren hinterlassen: Die Insel versank im Müll. Zwei Schwestern wollten dieses Problem 2013 lösen: die Schülerinnen Melati und Isabel Wijsen. Vor sieben Jahren riefen sie die Kampagne Bye Bye Plastic Bags ins Leben. Sie forderten, dass Bali plas­tikfrei wird. Heute sind die zwei ein Beweis: Frauen verändern die Welt!

Melati und Isabel Wijsen

Die Umweltaktivistinnen Melati und Isabel Wijsen. Foto © Erik Ginanjar Nugraha

Damals war Bali die Insel des Abfalls, so hart urteilte Melati Wijsen über das Urlaubsparadies – und über ihr Zuhause. Jeden Tag wurden dort 680 Kubikmeter Plastikmüll produziert. „Das ist so viel wie ein 14-stöckiges Gebäude“, sagt Me­latis Schwester Isabel. Indonesien war nach China der weltweit größte Plastikproduzent. Das meiste Plastik schmissen die Menschen weg, es gelangte in die Kanalisation und damit in die Flüsse und ins Meer.

Die Mädchen wollten das stoppen. „Wir begannen zu recherchieren und je mehr wir herausfanden, desto klarer wurde: Es gibt nichts Gutes an Plastiktüten. Und: Wir brauchen sie überhaupt nicht.“ Als die Schwestern die Kampagne star­teten, waren sie gerade einmal zehn und zwölf Jahre alt. „Wir möchten bedeutend sein. Warum sollten wir damit warten, bis wir erwachsen sind? Wir wollten jetzt etwas tun.“ Sie ließen sich von den Be­mühungen gegen Plastiktüten andern­orts inspirieren, von Hawaii bis Ruanda und von verschiedenen Städten wie Oakland und Dublin.

Frauen verändern die Welt – zur Not mit Hungerstreik im Urlauberparadies

Die Schwestern suchten nach Gleich­gesinnten für ihre Bewegung, reisten an Schulen und hielten Vorträge. Bald schlossen sich Freiwillige aus den verschiedensten Teilen der Insel an, von internationalen und lokalen Schulen. Gemeinsam mit ihnen entwickelten sie einen vielseitigen Ansatz, basierend auf Unterschriftensammlungen, on­line sowie offline, sowie auf lehrreichen und inspirierenden Präsentationen an Schulen. Sie haben auf Märkten, Festen und bei Strandsäuberungen darauf aufmerksam gemacht. „Und nicht zuletzt haben wir Alternativen wie Tragenetze, Tüten aus recyceltem Zeitungspapier oder aus 100 Prozent biologi­schem Material verteilt. Alle von lo­kalen Initiativen auf der Insel hergestellt“, sagt Melati.

Bye Bye Plastic Bags setzt sich dafür ein, dass Meere so nicht mehr aussehen. Foto ©  Nadja Bertolt Jensen via unsplash.com

Ihr Ziel: Sie wollten bis zum Gouverneur von Bali vordrin­gen, sodass dieser ein Verbot für Plastiktüten erlässt. Der Versuch blieb jedoch ohne Erfolg. Also gingen sie in den Hungerstreik. „Es brauchte einiges an Überzeugungsarbeit – nicht nur bei unseren Eltern, sondern auch bei unseren Freunden und Lehrern. Isabel und mir war es ernst. Wir wollten das durchziehen.“ 24 Stunden später wurden sie von der Schule abgeholt und zum Büro des Gouverneurs gebracht. „Er unterschrieb das Versprechen, den Men­schen auf Bali zu helfen und auf Plastiktüten zu verzichten. Wir sind jetzt Freunde und erinnern ihn und sein Team regelmäßig an ihr Versprechen.“ Und er hielt es. Zusammen mit anderen Organisationen, Individuen, Unternehmen und anderen, denen Balis Umwelt am Herzen liegt, erreichten die Schwestern etwas Großes: Die Balinesische Regierung hat Einwegplastik und Styropor seit Sommer 2019 verboten.

Den Kampf gegen Plastik in ihrem Hei­matland haben die Schwestern gewon­nen. Nun setzen sie sich weltweit dafür ein, dass Einwegplastik verboten wird. In 25 Ländern der Erde kämpfen junge Akti­vistinnen und Aktivisten mit einer Vision: die Welt von Einwegplastik zu befreien.

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