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Reisen & Mobilität Reisen & Urlaub

Nachhaltig Urlaub machen: Naturreisen und Artenschutz

Mit dem eigenen Urlaub einen Beitrag zum Natur- und Artenschutz leisten? Das ist durchaus möglich! Wir zeigen, wie eine Naturreise nicht nur dem Urlauber selbst, sondern auch dem Land, seinen Bewohnern, einheimischen Tieren und der Umwelt positiv in Erinnerung bleiben kann.

Urlaubsreisen können eine immense Belastung darstellen, mit ökologischen sowie gesellschaftlichen Konsequenzen. Neben offensichtlichen Auswirkungen wie der Co2-Belastung durch Inlands- oder Auslandsflüge gibt es noch zahlreiche andere Faktoren, die den Reisenden teils gar nicht bewusst sind. Doch es ist durchaus möglich, Erholung und miteinander zu vereinen.

Urlaub fernab vom Massentourismus; Foto (c) 22Images Studio via shutterstock.com

Die Folgen von Massentourismus

Tourismus beansprucht Urlaubsdestinationen in vielerlei Hinsicht. Auf Mallorca entstehen dadurch weitreichende Folgen für die gesamte Insel – mit negativen Konsequenzen für Umwelt und Gesellschaft.

Die Menge an Abfall, die durch die vielen Menschen entsteht, bringt die Müllentsorgung der Kommunen an ihre kapazitiven Grenzen. Der Wohnraum wird immer knapper, da viele Wohnungen nur noch zu touristischen Zwecken vermietet werden.

Die Masse an Touristen, die durch Kreuzfahrten oft in geballter Form auf die Insel kommen, verursacht große Abfallmengen. Auch der Wasserverbrauch steigt ständig an. Zudem sind die Strände und Naturgebiete der Insel einer hohen Belastung und der teilweisen Zerstörung ausgesetzt.

Überfüllte Strände sind leider keine Seltenheit mehr. Foto © Hendrik Schwartz via stock.adobe.com

Reaktionen auf Overtourismus

Einige Urlaubsziele haben bereits auf die negativen Auswirkungen reagiert, auch im Balearischen Raum. So wurde ein Großteil der benachbarten Insel Menorca von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt. Das verhindert das Entstehen von riesigen Hotelanlagen und der Schädigung von Flora und Fauna.

Menorca hat also bereits früh damit begonnen, dem Massentourismus einen Riegel vorzuschieben, aus Respekt vor den einheimischen Menschen und der Natur. Die Insel konnte so zu einem Reiseziel zu werden, das Tourismus und Nachhaltigkeit sinnvoll miteinander verbindet.

Die Herausforderungen des nachhaltigen Reisens

Das Umweltbundesamt gibt hilfreiche Tipps für umweltbewusstes Reisen. Denn neben den eigenen Verhaltensweisen wie dem Umgang mit Wasser, Abfall oder dem Heizen vor Ort gibt es noch viele weitere Faktoren zu beachten, wie etwa der Co2-neutrale Transport zur Destination – aber auch der Mobilität vor Ort.

Bei weiter entfernten Zielen ist es für selbstständig Reisende noch vergleichsweise einfach, einen Flug mit Co2-Kompensation zu buchen. Das gestaltet sich jedoch schon schwieriger, wenn es um die Mobilität vor Ort in Form von Transfers oder Mietwagen geht. Und die ist nur eine von vielen Herausforderungen.

Die Auswahl eines nachhaltig geprägten Hotels ist ebenfalls nicht so leicht. Über viele Faktoren stellen die jeweiligen Anbieter nur wenige bis gar keine Informationen zur Verfügung – zum Beispiel über den Einsatz von umweltverträglichen Reinigungsmitteln, die Art der Energieerzeugung oder der und biologischen Qualität von Lebensmitteln.

Für Ausflüge am Urlaubsort ergeben sich ebenfalls organisatorische Herausforderungen, da man nicht nur den Transport, sondern auch die generelle Gestaltung des Ausflugs auf Nachhaltigkeit, Umweltverträglichkeit und auf Artenschutz prüfen muss.

Besonders Letzteres ist bei vielen Safaris ein Problem mit Blick auf artgerechte Haltung. Eine aufdringliche Interaktion kann zudem Stress bei den Tieren auslösen. Daher sollten sie immer aus gebotenem Abstand und mit dem nötigen Respekt beobachtet werden.

Wilde Tiere sollten immer mit genügend Abstand beobachtet werden. Foto © BlueOrange Studio stock.adobe.com

Herausforderungen als Chance begreifen

Dies mag alles zunächst etwas einschüchternd und mühsam klingen, doch die Organisation einer Naturreise lohnt sich – auf vielen verschiedenen Ebenen. Durch die Recherche entdeckt man die vielen kleinen Besonderheiten abseits des Massentourismus und hat so die Chance, Kulturen nicht nur hautnah und unverfälscht zu erleben, sondern auch ein Teil davon zu sein.

So lernen Reisende die Einheimischen und deren Alltag wirklich kennen und erhalten dadurch ganz andere Möglichkeiten als ein Massentourist. Zum Beispiel, wenn eine Dschungelführung anstatt von einem touristischen Guide von einem Stammeshäuptling geleitet wird: So erfährt man nicht nur Wissenswertes über Flora und Fauna, sondern bekommt einen authentischen Einblick in die Geschichte des Volkes. Reisende lernen neben dem traditionellen Umgang mit Heilkräutern die alten Jagdgründe der Vorfahren kennen oder besichtigen die Höhlenwohnungen des Stammes.

Natur- und Artenschutz beim Reisen aktiv unterstützen

Oft gibt es die Möglichkeit, nicht nur während des Urlaubs einen möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck zu hinterlassen, sondern aktiv einen Beitrag zum Natur- und Artenschutz zu leisten. So werden Urlauber zu aktiven Naturschützern und können nachhaltige Projekte direkt vot Ort kennenlernen.

Durch Kooperationen mit Naturparks und NGOs haben Reisende nicht nur Einblicke in nachhaltige Projekte, sondern können diese direkt vor Ort aktiv durch Spenden oder Mitanpacken unterstützen. Eine weitere Möglichkeit ist, dass ein Teil des Eintrittspreises vom Veranstalter an die jeweilige Einrichtung als Spende entrichtet wird. Dieses Geld steht wiederum für Nachhaltigkeitsprojekte oder dem Artenschutz zur Verfügung.

Projekte wie Auffanglager zur Rettung und Pflege von in Gefangenschaft lebender Elefanten können nicht nur durch Spenden unterstützt, sondern besucht werden. Auch die Übernahme von Partnerschaften für Elefantenwaisen ist möglich.

Elefantenwaisen freuen sich über eine Patenschaft. Foto © Nicola via stock.adobe.com

Bewusstsein für die Umwelt schärfen

Durch diese Art des Urlaubs haben Reisende nicht nur die Möglichkeit, vor Ort einen Beitrag zum Arten- und Naturschutz zu leisten: durch den einzigartigen Einblick und das hautnahe Erleben erweitert sich auch ihr geistiger Horizont. Es ist etwas völlig anderes, mit den Einheimischen zusammen im Dschungel den Alltag zu erfahren, als am Pool zu liegen und den Müßiggang zu pflegen.

Es gibt viele Reiseberichte von Teilnehmern von Naturreisen, die genau davon berichten: Von einem ganz neuen Gefühl und einer geschärften Wahrnehmung ihrer Umwelt gegenüber – und einer neu erlebten Philosophie von Nachhaltigkeit.

Fazit

Zugegeben, es ist wesentlich einfacher, den nächstbesten Pauschalurlaub zu buchen und sich für ein oder zwei Wochen zwischen Pool und All-you-can-eat-Buffet hin und herzubewegen. Doch wer sich die Mühe macht, Angebote zu hinterfragen und sorgsam auszuwählen, der findet weitab vom Massentourismus ungeahnte Möglichkeiten, Kulturen kennenzulernen.

So können Reisende nicht nur einen Beitrag zum Natur- und Artenschutz leisten, sondern erlangen ein völlig neues Stadium der Selbstzufriedenheit und werden nicht selten auf ungeahnte Weise innerlich berührt. Eine Naturreise manifestiert sich nicht nur in beeindruckenden Fotos und unterhaltsamen Geschichten, sondern auch im Herzen der Reisenden und der Einheimischen sowie den Tieren, die sie vor Ort unterstützt haben.

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