Einen nachhaltigen Urlaub mit Kindern zu planen, der allen Ansprüchen gerecht wird, kann eine Herausforderung sein. Wir geben Tipps, wie die Ferien mit der Rasselbande umweltfreundlich gelingen.

Endlich sind sie da: die langersehnten Ferien! Doch wie lässt sich der Urlaub mit Kindern nachhaltig planen, ohne Verzicht und ohne zu tief in die Tasche greifen zu müssen? In diesem Artikel geben wir praktische Tipps, wie die nächste Familienreise garantiert umweltfreundlicher wird.

Urlaub mit Kindern kann auch nachhaltig sein; Foto © Natalya Temnaya via shutterstock.com

Koffer packen

Bevor es losgeht, muss der Koffer gepackt werden. Was darf im Urlaub mit Kindern nicht fehlen und was kann man getrost zu Hause lassen?

Weniger ist mehr: Vor allem dann, wenn man mit Bus oder Bahn anreist und mehrere Umstiege hat, zählt jedes Kilo, das transportiert werden muss. Im Idealfall passen die Reiseutensilien der Kleinen mit in den Familienkoffer. So spart man sich zusätzliche Gepäckstücke. Es lohnt sich zu prüfen, ob es vor Ort eine Möglichkeit gibt, um Wäsche zu waschen – so muss weniger Kleidung mit.

Aufbewahrungsbehälter: Besonders für den Reiseproviant eignen sich mitgebrachte, wiederverwendbare Brotdosen oder Bienenwachstücher als umweltschonende Alternativen zu Einwegbehältnissen aus Plastik.

Wiederauffüllbare Wasserflaschen: Statt jedes Mal eine neue Plastikflasche zu kaufen, lohnt es sich, wiederbefüllbare Flaschen mitzubringen. Allerdings sollten Sie sich vorher über die Qualität des Wassers vor Ort kundig machen. Anders als in Deutschland ist nicht jedes Wasser aus dem Hahn trinkbar und sollte vorher abgekocht oder aus großen Kanistern abgefüllt werden.

Nachhaltige Hygieneartikel: Für vielerlei Kosmetikprodukte wie Shampoo, Duschgel und Zahnpasta gibt es nachhaltige Alternativen. So lassen sich flüssiges Shampoo und Duschgel gegen feste Seife tauschen und statt herkömmlicher Zahnpasta aus der Tube gibt es diese in Tablettenform. Das spart nicht nur Platz im Koffer, sondern schont auch die Umwelt. Des Weiteren sind die meisten herkömmlichen Sonnencremes schädlich für Pflanzen und Tiere im Meer. Gerade Korallen leiden sehr unter den vielen Tonnen an chemischen Inhaltsstoffen, die wir ins Meer spülen.

Kein Platz für Natursouvenirs: Wenn es nach dem Urlaub wieder nach Hause geht, denken viele an ein Mitbringsel aus dem Ferienort. Allerdings sollte es sich dabei nicht um Natursouvenirs wie Muscheln, Korallen, Sand und Co. handeln – auch wenn die Kids fleißig gesammelt haben. Viele Muscheln sind nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) geschützt, was vom Zoll nicht selten kontrolliert wird.

Muscheln, Steine, Korallen und Co. sollten dort bleiben, wo sie gefunden worden; Foto © Charles Bowman via shutterstock.com

Reisen

Kurzreisen

Manche Familien bevorzugen es, mit dem Auto in den Urlaub zu fahren, da es sich so vor allem mit Kleinkindern, die noch nicht selbst laufen können, einfacher gestalten lässt. In vielen Fällen jedoch bietet sich die Reise mit dem Zug als ebenso komfortabel und zudem umweltschonendere Alternative an. So reist du bequem mit Kids in den Urlaub:

Nachtzug: Die Deutsche Bahn kooperiert mit vielen Partner-Bahnen für Nachtzug-Linien mit Schlaf- und Liegewagen. So lässt es sich bequem mit der Rasselbande über Nacht beispielsweise nach Österreich, Italien, Ungarn, Kroatien oder in die Schweiz reisen.

Familienabteil buchen: Diese Abteile sind vor allem für Fahrten mit Kleinkindern und Babys praktisch. Sie sind geräumiger, haben einen Tisch für Beschäftigungen und selbst der Kinderwagen findet Platz.

Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel: Wer auf einen Mietwagen am Zielort verzichten möchte, sollte sich vorab erkundigen, wie die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel am Urlaubsort ist. Besonders in mediterranen Ländern oder auf dem Land kann es sein, dass Bus und Bahn nur selten oder sehr eingeschränkt verkehren.

Fernreisen

Es gibt jedoch Destinationen, die nur mit dem Flugzeug erreichbar sind. Flugreisen können mithilfe von Anbietern wie atmosfair.de kompensiert werden. Dafür wird das ausgestoßene Kohlendioxid in weltweite Klimaschutzprojekte investiert und dort eingespart. Um den CO₂-Fußabdruck bei einer Flugreise so klein wie möglich zu halten, gilt es zu beachten:

Minimalistisch packen: Jedes Kilo Gepäck mehr zählt auf einem Flug, da mehr Treibstoff benötigt wird.

Emissionsärmere Fluggesellschaft wählen: Atmosfair gibt in seinem CO₂-Rechner Tipps zu grüneren und emissionsärmeren Fluglinien.

Direktflug buchen: Direktflüge sind besser als Verbindungen mit Zwischenstopps, weil beim Starten und Landen besonders viel CO₂ in die Atmosphäre ausgestoßen wird.

Economy fliegen: Business und First Class sind zwar komfortabler, dafür aber umweltschädlicher, weil sich die Emissionen auf eine kleinere Anzahl Menschen verteilen.

Länger vor Ort bleiben: Das Verhältnis zwischen Anreise- und Aufenthaltsdauer sollte angemessen sein. Für einen Langstreckenflug sollten wenigstens ein paar Wochen im Urlaubsland eingeplant werden.

Mit einem CO₂-Rechner kannst du selbst den CO₂-Ausstoß für die An- und Abreise berechnen.

Aktivitäten

Lernspaß: Nicht nur als Schlechtwetteralternativen sind interaktive Museen und Mitmach-Ausstellungen für Kinder empfehlenswert. Hier lässt sich Spaß mit Lernen verbinden. Informiere dich über Möglichkeiten vor Ort!

Interaktive Museen oder Ausstellungen sind eine tolle Beschäftigungsmöglichkeit im Urlaub mit Kindern; Foto © Monkey Business Images via shutterstock.com

Tierattraktionen: Die meisten Kinder lieben Tiere. Klar, dass Zoos, Zirkusse und Wasserparks hoch im Kurs stehen. Jedoch sind die Haltungsbedingungen dort meist keinesfalls artgerecht, da die Tiere ihr Leben in Gefangenschaft in Käfigen verbringen. Wir empfehlen daher, bewusst auf diese Art der Unterhaltung zu verzichten und stattdessen lieber Wildtier- oder Vogelparks zu besuchen, wo die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum beobachtet werden können sowie Bauernhöfe, wo Kinder einen artgerechten Umgang mit den Lebewesen lernen.

Aktivitäten in der Natur: Ob Wandern, Fahrrad fahren oder Wassersport – draußen in der Natur bieten sich jede Menge Freizeitmöglichkeiten mit Spaß für die ganze Familie. Doch gemeinsam die Natur zu entdecken, ohne Langeweile oder Überforderung aufkommen zu lassen, kann mit Kindern eine Herausforderung sein. Die Rother Wanderbücher „Erlebniswandern mit Kindern“ beispielsweise sind dafür eine tolle Inspirationsquelle und geben Altersempfehlungen zu jeder Tour sowie genaue Schwierigkeits- und Zeitangaben für die Tourenwahl.

Unterkunft

Ob Biohotel, Ferienwohnung, Camping oder Übernachten auf dem Bauernhof – die Möglichkeiten für ein nachhaltiges Urlaubsdomizil sind vielfältig und umweltfreundliche Unterkünfte gibt es weltweit. Mit der Entscheidung, ein nachhaltiges Quartier zu beziehen, unterstützt du unter anderem kleinere Hotels und Familienbetriebe, die ihren Mitarbeitern einen fairen Lohn und gute Arbeitsbedingungen gewährleisten wollen. Achte zudem auf eine nachhaltige Zimmereinrichtung sowie Energiespar-, Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen, welche die Unterkunft unternimmt, um nachhaltiger zu wirtschaften. Dazu zählen beispielsweise der Verzicht auf Klimaanlagen, Minibars und Wasser in Plastikflaschen.

Bei Anbietern wie bookitgreen.com und goodtravel.de lässt sich direkt nach Unterkünften filtern, die sich perfekt für einen Familienurlaub mit Kids eignen.

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