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Ernährung & Rezepte Lebensmittel-Know-how

15 Kaffee-Fakten, die du kennen solltest

Kaffeetasse

Rund 163 Liter pro Jahr: So hoch war der Pro-Kopf-Konsum von Kaffee in Deutschland 2024. Damit zählt die Bohne zu den beliebtesten Genussmitteln überhaupt. Doch was steckt eigentlich hinter unserem liebsten Heißgetränk? Wie wirkt Kaffee auf den Körper, welche spannenden Fakten gibt es rund um den Konsum, und woher kommt er eigentlich? In diesem Artikel haben wir 15 wissenswerte Kaffee-Fakten für dich.

Kaffee gehört definitiv zu den Lieblingsgetränken in Deutschland. Aber bis der Kaffee in unserer Tasse landet, legen die Bohnen einen langen Weg zurück. Nicht immer sind Menschenrechte und Umwelt bei Anbau, Verarbeitung und Auslieferung gut geschützt.

Ziel muss es daher sein, durch einen nach­haltigen Kaffeeanbau sowohl den heutigen Produzenten als auch den nachfolgenden Generationen eine stabile und angemessene Einkommens- und Lebensgrundlage zu bieten. Daher gibt es rund um den Wachmacher einiges zu beachten. Wir haben uns informiert und Wissenswertes rund um Bohne, Produktion und Co. für dich zusammengetragen.

Kaffeetasse

Für viele morgens ein absolutes Muss: eine Tasse Kaffee. Foto © Timothy Barlin via unsplash.com

1. Botanik

Der botanische Name für Kaffee ist Coffea. Die Kaffeepflanze zählt zur Familie Rötegewächse (Rubiaceae), zu der rund 500 Gattungen mit über 6000 Arten gehören. Bedeutend sind vor allem zwei Coffea-Arten: Coffea arabica und Coffea canephora – uns besser bekannt als Arabica und Robusta.

2. Aussehen

Kaffee wird meist großflächig angebaut. Die Pflanzen können bis zu vier Meter hoch wach­sen, werden aber auf den Plantagen ständig zurechtgeschnitten und haben daher eine eher strauchartige Form.

3. Vor- und Nachteile von Kaffee

Arabica und Robusta werden nicht nur in un­terschiedlichen Regionen angebaut, sondern unterscheiden sich auch in Aussehen und Ge­schmack:

Robusta

  • gradlinige Frucht

  • enthält mehr Koffein, ist ärmer an Öl

  • wird in Blends (Mischungen) mit starkem Charakter verwendet

  • typisch für Espresso

Arabica

  • geschwungene Frucht

  • enthält weniger Koffein, ist ölhaltiger

  • bietet ein breites Geschmacksspektrum, etwa von süß über säuerlich bis würzig oder fruchtig

  • gilt beim Konsumenten als hochwertiger als Robusta

Kaffee einschenken

Kaffee ist nicht gleich Kaffee: Entscheidend ist die Art der Bohne. Foto © Philipp Cordts via unsplash.com

4. Anbaugebiete von Kaffee

Die Kaffeepflanze ist sehr sensibel und wächst nur unter bestimmten Bedingungen. So wird Kaffee nur in Ländern rund um den Äquator, im sogenannten Kaffeegürtel, angebaut.

5. Gutes Wachstum

Die geografische Lage und ein ausgegliche­nes Klima ohne extreme Temperaturen sowie Schutz vor Sonne und Wind sind ebenso wich­tig für das Gedeihen der Pflanze wie ausrei­chend Niederschlag und eine optimale Bodenbeschaffenheit.

Arabica

… wächst vorran­gig in Höhen zwischen 600 und 2000 Metern. Die durchschnittliche Temperatur sollte bei 18 bis 25 Grad liegen, wobei vor allem Tem­peraturen über 30 und unter 13 Grad schädlich für die Pflanze sind. Kaffee, der in Höhenlagen ab 1000 Metern wächst, wird Hochlandkaffee genannt und gilt oft als besonders hochwertig.

Robusta

… scheint, wie der Name verrät, etwas robuster zu sein. So vertragen die Pflanzen hö­here Temperaturen und wachsen sehr gut bei rund 26 Grad. Empfindlich reagiert Robusta al­lerdings auf deutlich höhere Temperaturen, vor allem wenn die Luftfeuchtigkeit zu niedrig ist. Robusta wächst in tieferen Lagen als Arabica auf bis zu 900 Metern.


6. Wasserbedarf

Die durchschnittliche Niederschlagsmenge, die zeitliche Verteilung und der Grad der Luft­feuchtigkeit spielen beim Kaffeeanbau eine große Rolle. Kaffeepflanzen benötigen eine Niederschlagsmenge von 1500 bis 2000 Milli­metern im Jahr.

Kaffeetasse

Foto © Irene Kredenets via unsplash.com

Kaffee aus der Tüte

Foto © Nadia Valko via unsplash.com



7. Kirsche für Kirsche

Für 500 Gramm Kaffee müssen 2,5 Kilogramm Kaffeekirschen geerntet werden. Für den besten Kaffee werden nur die reifen Kirschen einzeln mit der Hand gepflückt.

8. Kaffeesteuer

Deutschland ist eines der wenigen Länder in der EU, die eine Kaffee­steuer erheben. Das deutsche Kaffeesteuergesetz und die Kaffee­steuerverordnung regeln, wer die Kaffeesteuer zu entrichten hat, wann und in wel­cher Höhe die Steuer fällig wird, was bei der Lie­ferung in andere Länder oder aus anderen Ländern zu beachten ist und vieles mehr. Die Steuer fällt an für Kaffee und kaf­feehaltige Waren. Rohkaffee ist nicht kaffeesteuerpflichtig. Die Kaffeesteuer ist eine Verbrauchssteuer, die den Verbrauch einer bestimmten Ware belastet, in der Regel aber direkt beim Hersteller oder Händler erhoben wird. Die Steuer wird in dem Land erhoben, in dem das Erzeugnis verbraucht wird, nicht dort, wo es hergestellt wird. In Deutschland beträgt der Steuersatz für ein Kilogramm Röstkaffee 2,19 Euro. Für löslichen Kaffee gilt ein Steuer­satz von 4,78 Euro je Kilogramm.

9. So viel Kaffee trinken wir

Der Kaffeedurst in Deutschland steigt, wie Zahlen der repräsentativen Kaffee-Konsum-Studie des Deutschen Kaffee­verbandes belegen. Im zweiten Quartal 2022 konsumierten Kaffeetrinker pro Kopf und pro Tag durchschnittlich 3,8 Tassen. Das sind fünf Prozent mehr als im Gesamtjahr 2021 (3,6 Tas­sen) und plus neun Prozent im Vergleich zum Vorpandemiejahr 2019 (3,5 Tassen).

Kaffeetasse

Foto © Nathan Dumlao; Annie Spratt via unsplash.com

10. Kaffee: Das ist drin

Kaffee enthält mehr als 1000 Substanzen, von denen man bis heute noch nicht alle chemisch entschlüsselt hat. Die Mengenverhältnisse va­riieren je nach Kaffeesorte, Wachstumsbedin­gungen der Pflanze und den Röstverfahren. Die wichtigsten Inhaltsstoffe der Kaffeebohne sind: Kohlenhydrate, Fettstoffe, Wasser, Eiweißstoffe, Säuren, Alkaloide (Koffein), Mineralstoffe und Aromastoffe.

11. Koffein-Kick

Koffein ist der wohl bekannteste Inhaltsstoff des Kaffees. Dabei handelt es sich um eine natürliche Substanz der Kaffeebohne, die bei der Fotosynthese der Kaffeepflanze entsteht. Chemisch gesehen gehört das Koffein zu den stickstoffhaltigen Verbindungen, den soge­nannten Alkaloiden. In hohen Dosen sind diese Stoffe giftig, in Maßen dosiert regen sie Herz und zentrales Nervensystem an. Koffein kommt in vielen Pflanzen vor. Haupt­lieferanten sind neben dem Kaffeestrauch der Teestrauch, die Schlingpflanze Guarana und die Kolanuss. Außerdem ist Koffein in den Samen der Kakaopflanze enthalten.

12. Im Vergleich

Eine Tasse Filterkaffee enthält – je nach Zube­reitungsart – 50 bis 100 Milligramm Koffein. Die verschiedenen Koffeinmengen von einigen Getränken und Lebensmitteln:

Eiskaffee

Foto © Nathan Dumlao via unsplash.com



  • Kaffee (150 ml) 50-100 mg

  • Kaffee entkoffeiniert (150 ml) 3 mg

  • Espresso (50 ml) 50-150 mg

  • Instant-Kaffee (150 ml) 15-90 mg

  • Schwarzer Tee (150 ml) 20-60 mg

  • Kakao (150 ml) 2-8 mg

  • Vollmilchschokolade (100 g) ca. 20 mg

  • Halbbitterschokolade (100 g) ca. 75 mg

  • Cola (330 ml) 32-60 mg

  • Energy Drinks (250 ml) ca. 80 mg



Seelentröster Kakao

Schokoladen-Liebhaber interessiert zunehmend, woher der Kakao kommt. Doch längst nicht jeder weiß, was es mit dem Begriff nachhaltig auf sich hat. „Im Gespräch mit Verbrauchern merken wir immer wieder, dass für viele ein Thema ist, gerade bei Kakao und Schokolade. Doch wenige wis­sen, was und wie sie dazu beitragen können“, sagt eine Sprecherin vom Forum Nachhaltiger Kakao. Den meisten Menschen ist bewusst, dass es eine einfache Antwort nicht gibt, schon allein, weil Nachhaltigkeit auf den drei Säulen Soziales, Ökologie und Ökonomie fußt. Zu komplex sind die Heraus­forderungen in den Anbauländern von Kakao.

Zum einen müssen die Kakaobauern und -bäuerinnen ein höheres Einkommen erzielen und die Kinderarbeit abgeschafft werden. Zum anderen gilt es, die natür­lichen Ressourcen wie Wald, Wasser sowie Boden und damit die Grundlagen für das Leben von Mensch, Tier und Pflanzen zu erhalten. Diese Ziele verfolgt in Deutschland der Verein Forum Nachhaltiger Ka­kao. Dessen Ziel ist es, die Lebensbedingungen der Kleinbauernfamilien zu verbessern, sodass sie über mehr Einkommen verfügen und von besserer Er­nährung profitieren. In Côte d’Ivoire und Ghana, den Hauptanbauländern für Kakao, sind beispielsweise 1,5 Millionen Kinder weiterhin von Kinderarbeit betroffen. Daneben gilt es, den Kakaoanbau umweltfreundlich zu gestalten und der zunehmenden Entwaldung ent­gegenzuwirken, die vor allem in Côte d’Ivoire natürli­chen Lebensraum stark bedroht. Der Waldbestand in Côte d’Ivoire wurde zwischen 1960 und 2021 um etwa 80 Prozent reduziert. Und drittens soll der Anteil an nachhaltig erzeugtem Kakao in den in Deutschland verkauften Süßwaren gesteigert werden.



13. Wer lebt vom Kaffee?

Rund 25 Millionen Menschen sind weltweit im Kaffeeanbau, in der Kaffeeverarbeitung und im Kaffeehandel tätig. Weltweit werden jedes Jahr rund 168 Millionen Säcke Rohkaffee geerntet.

viele Kaffeetassen

Foto © Pawel Czerwinski

14. Siegel

Wir können als Konsumenten eine bewusste Entscheidung treffen und auf Zertifizierungen achten wie beispielsweise auf die Siegel von Fairtrade oder der Rainforest Alliance.

Fairtrade hat das Ziel, die Lebens- und Arbeitsbedingun­gen von benachteiligten Produzentenfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika nachhaltig zu verbessern. Zielgruppe sind demokratisch or­ganisierte Kleinbauernkooperativen, die Kaffee oder andere Agrarprodukte anbauen. Die Fairtrade-Kaffee-Standards umfassen unter anderem: einen festen Fairtrade-Mindestpreis, einen Aufschlag für biologisch angebaute Pro­dukte, eine Fairtrade-Prämie, das Verbot von illegaler Kinder- und Zwangsarbeit, das Verbot von Diskriminierung sowie Umweltstandards. Der Fairtrade-Mindestpreis dient der Absi­cherung gegen Preisschwankungen und der Finanzierung einer nachhaltigen Produktion. Fairtrade-Produzenten können von ihren Han­delspartnern bei Bedarf eine Vorfinanzierung ihrer Ernte verlangen.

Die Rainforest Alliance ist eine internationale ge­meinnützige Organisation. Sie verfolgt das Ziel, eine bessere Zukunft für Mensch und Natur zu schaffen und positiv darauf einzuwirken, wie die Welt produziert, einkauft und konsumiert. Die Rainforest Alliance arbeitet an der Schnittstelle von Handel, Land- und Forstwirtschaft. Gemein­sam mit ihren Partnern schützt die Organisation Wälder, verbessert die Lebensbedingungen von land- sowie forstwirtschaftlichen Erzeugern und stärkt ihre Menschenrechte. Dabei unterstützt die Rainforest Alliance Erzeuger, die Klimakrise entschlossen zu bekämpfen und sich auf ihre Folgen vorzubereiten. Das Siegel der Rainforest Alliance legt fest, dass die Erzeuger einen strengen Standard für nachhaltige Landwirtschaft und verantwortungsvolle Geschäftspraktiken befolgen. Die Organisation schult in nachhaltigeren Anbaupraktiken, die für hö­here Ernteerträge, ein gesteigertes Einkommen und besseren Umweltschutz sorgen.

15. Direkter Handel

Um den Kaffeebauern faire Preise ohne Risiko durch Preisspekulationen oder Zwischenhandel zu garan­tieren, setzen einige Unternehmen auf den direkten Handel. Sie machen sich oft selbst vor Ort ein Bild, indem sie direkt mit ihren Anbaupartnern handeln. Dann können sie zu 100 Prozent sicher sein, dass die Bohnen ihren hohen Qualitäts- und Biostandards entsprechen. Und dass die Bauern fair entlohnt werden. Das schafft Arbeitsplätze auch in ländlichen Regionen und sichert die Existenz vieler Bauernfami­lien – über mehrere Generationen hinweg.

Quelle: Deutscher Kaffeeverband

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