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Reisen & Mobilität E-Mobilität

Unsere Sushi Bike-Erfahrungen: Cruisen mit Joko Winterscheidt

Dingdong – Joko Winterscheidt und Andy Weinzierl haben neulich -Redakteurinnen Sabina Rahman und Petra Schmatz aus dem Büro geklingelt, um eine Runde mit ihrem neuen Sushi Bike zu drehen.

Ein sonniger Tag in München Mitte Juni. Eigentlich ein ganz normaler Bürotag, der aber deutlich an Fahrt aufnimmt, als Moderator und Unternehmer Joko Winterscheidt vor der Tür steht. Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Andy Weinzierl, dem Gründer von Sushi Bikes. Die beiden sind gekommen, um uns ihre neuen Sushi Bike-Modelle vorzustellen. Natürlich wollen wir die gleich selbst ausprobieren – und lassen uns die Chance nicht entgehen, den beiden ein paar Fragen zu ihrer eigenen Geschichte auf zwei Rädern und ihrer Zusammenarbeit bei Sushi Bikes zu stellen.

Das Sushi Bike von Joko Winterscheidt im Selbsttest

Aber erst einmal darf ich auf dem neuen Sushi Bike-Modell California Roll 3.0 Platz nehmen, das mich mit seiner stylischen Farbe (Berry) und dem tiefen Einstieg gleich angesprochen hat. Gründer und Sushi Bike-Experte Andy zeigt mir die Handhabung, aber viel Erklärungsbedarf gibt es da ehrlicherweise nicht, denn das Modell spricht weitgehend für sich selbst. Über das funktionale kleine LCD-Display wählt man ganz einfach mit Plus-Minus-Tasten aus fünf Unterstützungsstufen, Gangschaltung gibt es keine.

Trotzdem ist das Sushi Bike nicht zu unterschätzen: Schon mit der ersten Stufe nimmt man ordentlich Fahrt auf, und mehr als die dritte Stufe werde ich auf meiner Probefahrt gar nicht brauchen – sogar als ich Joko Winterscheidt einholen will, der auf dem Modell Maki 3.0 schließlich ein paar Runden mit mir zusammen dreht. Besonders sympathisch ist mir am Sushi Bike, dass die Ausstattung insgesamt nicht überdimensioniert, sondern ebenso durchdacht wie reduziert gestaltet ist.

Unsere Sushi Bike-Erfahrung zusammengefasst

Hat Spaß gemacht! Ein leichtes, einfach zu bedienendes, absolut citytaugliches mit ordentlich Schubkraft – für alle, die es ebenso unkompliziert wie solide mögen und dabei Wert auf eine nachhaltige Produktion legen.

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Weitere Informationen

Im Check: Das Sushi Bike von Joko Winterscheidt

  • Die Münchner E-Bike-Marke der Gründer Andy Weinzierl und Joko Winterscheidt gibt es seit 2019.

  • Sushi Bikes sind zu großen Teilen made in Europe: Rahmen und Schutzbleche werden in der EU gebaut und die gesamten Fahrräder in Portugal montiert. Seit 2022 ist die Brand als erste E-Bike-Marke Mitglied der Fair Cobalt Alliance.

  • Die neuen Sushi Bikes-Modelle Maki 3.0 (in drei Größen) und California Roll 3.0 (Einheitsgröße) punkten durch ihr geringes Gewicht, ihren kleinen herausnehmbaren Akku (auch als Powerbank zu verwenden), neue hochwertige Komponenten wie hydraulische Scheibenbremsen, erstmals fest verbaute Lichter, pannensichere Reifen und ihr cleanes Design. Farben: Schwarz, neue Farben Stone und Berry; Preis: 1.399 Euro

11 E-Bike-Fragen an Joko Winterscheidt und Andy Weinzierl

Nach der kleinen Rundfahrt sind noch ein paar Fragen offen – exakt elf, um genau zu sein! Gut, dass Joko Winterscheidt und Andy Weinzierl noch ein bisschen Zeit hatten, einige persönliche Fahrradanekdoten, ihre Zukunftsvisionen zur Mobilitätswende und ihr E-Bike-Know-how mit uns zu teilen …

1. Joko, was war dein erstes Bike?

Es war die Ära der Mountainbikes, die waren damals ein großer Hit. Natürlich wollte ich unbedingt auch eines, aber zu Hause hat es dafür nicht gereicht. Zur Erstkommunion habe ich dann endlich ein Mountainbike bekommen – ich glaube, es war hellblau – und ich kann nur sagen, mich hat bei der Kommunionsfeier bis abends niemand mehr zu Gesicht bekommen. Ich bin den ganzen Tag mit dem neuen Bike im Kreis herumgefahren.


2. Fährst du mit Helm?

Ja. Nur bei Shootings darf der runter.



3. Wie findest du Fahrradfahren im Münchener Stadtverkehr?

Es gibt viele Gegenden in München, wo ich gerne Rad fahre, und manches ist besser als sein Ruf. Zum Beispiel wurde aktuell der Fahrradweg im Bereich des Maximiliansplatzes breiter gemacht. Ich finde, einfach immer nur zu bashen, bringt nichts – es liegt in unseren eigenen Händen, etwas zu verändern. Wenn wir alle mehr Fahrrad fahren, wird sich die Stadtplanung daran anpassen müssen. Durch den Ausbau der Fahrradwege verändert sich das Stadtbild automatisch zum Positiven.

4. Was würdest du als Verkehrsminister sofort ändern?

Ich würde erst mal ein Tempolimit einführen. Generell gilt es jetzt, die Mobilität der Zukunft zu gestalten! Das ist sicher keine einfache Aufgabe, wahrscheinlich unterschätzt man als Außenstehender die Macht der gegnerischen Lobbys und die Schwierigkeit, über Dekaden gewachsene Systeme zu verändern. Es gibt aber viele kleine Schritte, die umsetzbar sind.


5. Wo geht ihr am liebsten Fahrradfahren?

Joko: In Parks! Ich liebe es, wenn der Kies unter den Reifen knirscht.

Andy: Mit dem Rennrad bin ich gerne auf der Strecke vom Perlacher Forst nach Pullach unterwegs. Zum Mountainbiken besuche ich gern den Bikepark Samerberg und – wenn ich etwas mehr Zeit habe – den Bikepark Leogang. Mein Sushi Bike nutze ich für fast alle Strecken in der Stadt.


6. Fußgänger, Autofahrer und Radfahrer scheinen immer mehr auf Kriegsfuß zu stehen. Andy, was ist dein Rezept für mehr Frieden im Straßenverkehr?

Ich habe von Anfang an die Meinung vertreten, dass alle Verkehrsteilnehmer:innen mehr zusammenstehen sollten. Hauptsächlich braucht es aber klare Regeln, um die Rechte aller Verkehrsteilnehmer:innen zu definieren. Ich würde mir wünschen, dass Fußgänger:innen und Radfahrer:innen in der Stadt mehr Vorrang haben. Warum müssen beispielsweise immer die Fußgänger:innen ewig lang an der Ampel warten? Oft sind das hohe Tempo und der damit verbundene Stress das Problem: Zur allgemeinen Entschleunigung würde ich das Tempo in der Stadt auf 25 km/h senken.


7. Welches Sushi Bike fahrt ihr am liebsten?

Andy: Das Maki 3.0 in der Farbe Stone.

Joko: Ich habe schon die Modelle Maki und Maki+ in Schwarz, deshalb brauche ich aktuell kein neues Bike; rein von der Ästhetik her würde ich ebenfalls das Maki 3.0 in Stone wählen.


8. Wie kam es zu eurer Zusammenarbeit?

Andy: Ich habe herumgetüftelt und einen E-Bike-Prototypen entwickelt. Das Ergebnis habe ich bei einem Fotoshooting mit einem Kollegen festgehalten, und die Unterlagen sind schließlich über Umwege bei Joko gelandet. Es ist etwas Besonderes, dass er sehr früh eingestiegen ist und wir schon vor der eigentlichen Firmengründung zusammengefunden haben. Das ist definitiv kein typisches Investoren-Verhältnis, wir haben die Marke vielmehr gemeinsam hochgezogen. Joko ist außerdem ein sehr guter Testfahrer und gibt immer konstruktive Anregungen.

Joko: Ich fand direkt die einfache Optik des Bikes cool. Nachdem die Zusammenarbeit feststand, haben wir relativ schnell eine Gruppe um uns versammelt – und einfach losgelegt. Im Nachhinein hat sich das als sehr guter Move herausgestellt. Die Zusammenarbeit ist insofern etwas Besonderes, als Andys Familie seit Generationen im Fahrrad-Business ist.


9. Wie schafft ihr es, jedes Sushi Bike in Europa produzieren zu lassen – bei einem vergleichsweise sehr günstigen Verkaufspreis?

Andy: Wenn man die große Masse erreichen will, funktioniert das nur über das Preisspektrum. Um dieses zu erreichen, muss man hart kalkulieren und alle Komponenten reduzieren, sich fragen: Was braucht man wirklich? Die Akku- und Motorenausstattung der großen Hersteller sind teilweise für die benötigte Reichweite und Spannung deutlich überproportioniert. Wir wissen außerdem, dass in unserer Community der Wunsch nach guten Komponenten viel stärker ist als nach einem großen Computer. Alle Modelle von Sushi Bikes sind zudem hinsichtlich weiterer Faktoren optimiert, um zum Beispiel bei der Logistik zu sparen. Man darf eben nicht immer die erste Lösung nehmen, sondern manchmal erst die achte.


10. Wen seht ihr als typische(n) Sushi Bike-Fahrer(in)?

Joko & Andy: Den oder die gibt es nicht. Das ist aber das Tolle daran, dass wir alle mit unserem Produkt abholen können, wenn der Preispunkt stimmt. Dadurch haben wir es nicht nötig, marketingtechnisch zu agieren, Zielgruppen zu definieren oder Ähnliches, denn die Sushi Bikes überzeugen einfach. Wer sich nicht verbiegt und sein eigenes Ding macht, hat langfristig mehr Erfolg.


11. Wir empfehlen, ein Sushi Bike zu fahren, weil …

Joko: … wir mit mehr Fahrrädern dazu beitragen, dass sich das Stadtbild zum Positiven verändert.

Andy: … nachhaltige Lösungen bezahlbar und schön sein können.

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