Fasten: Der Verzicht auf Lebensmittel war und ist beliebt. Aber wieso ist Fasten gesund? Wir gehen der Frage nach, stellen Kuren und leckere Rezepte vor!

Für einen festgelegten Zeitraum auf feste Nahrung und Genussmittel wie Kaffee, Alkohol oder Nikotin zu verzichten, scheint für manche unvorstellbar. „Zu religiös, zu aufwendig, zu verrückt“, argumentieren Skeptiker. Von einem neuen Lebensgefühl schwärmen jene, die es ausprobiert haben.

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Fasten: gesund und vielfältig; Foto © Elenyska via shutterstock.com

Fasten: gesund, traditionell und modern

Der freiwillige Verzicht auf Nahrung ist wohl so alt wie die Menschheit selbst. Für zahlreiche Kulturen sind solche Kuren historisch belegt und wurden schon damals – ähnlich wie heute – auf verschiedene Arten praktiziert. Kollektives Fasten zu festgelegten Terminen ist noch immer weitverbreitet. Individuelle Diäten, losgelöst von Ritualen oder Jahreszeiten, werden ebenfalls beliebter. Die reinigende Wirkung und die Selbstwahrnehmung nach einer Zeit der Enthaltsamkeit bestätigen, dass Fasten gesund für Körper und Geist ist. Es gibt verschiedene Fastenmethoden. Einige stellen wir dir nun vor.

Weit verbreitet: Heilfasten nach Buchinger

In Deutschland wurde das Heilfasten durch Dr. Otto Buchinger populär. Der Arzt verschrieb sich der methodischen Entwicklung einer medizinisch fundierten Therapie, um seine Patientinnen und Patienten mit Fasten gesund machen zu können. Er gründete Kliniken und gab sein Wissen weiter.

Bei dieser Methode ernährst du dich mehrere Tage oder wenige Wochen von klarer Gemüsebrühe, Direktsaft, einem kleinen Löffel Honig sowie mindestens 2,5 Liter Wasser oder ungesüßtem Tee. Um sich optimal darauf vorzubereiten, ist es wichtig, den Körper bereits vor dem ersten Fastentag an die Energiereduktion gewöhnt. Verzichte daher vorher auf Koffein, Alkohol oder Nikotin und andere Genussmittel. Leicht verdauliche Kost ist zur Vorbereitung ebenfalls empfehlenswert.

Mit dem Fastenbrechen wird die Kur beendet. Üblicherweise wird, um den Körper wieder an feste Nahrung zu gewöhnen, ein kleiner Apfel – roh oder gekocht – langsam und bewusst gekaut. Während der Aufbauphase solltest du die Kalorienzahl langsam von 800 auf etwa 1600 steigern. So bleibt das Fasten gesund für den Körper – auch danach.

Semmeln

Brötchen und Milch sind Grundlage der F. X. Mayr-Kur. Foto © Nanna Moilanen via unsplash.com

Die anspruchsvolle F. X. Mayr-Kur

… ist auch als Milch-Semmel-Kur bekannt. Franz Xaver Mayr (1875–1965) betrachtete den Darm als „die Wurzel der Pflanze Mensch“, die unsere Gesundheit positiv wie negativ beeinflusst. Um den Darm zu entlasten und wiederaufzubauen, setzt die Methode des österreichischen Arztes auf die drei Prinzipien der Schonung, Säuberung und Schulung. Ebenso sind Körperhaltung, Muskeltests und Diagnostik des Darms Teil der Therapie. Nicht nur deswegen wird die Begleitung durch einen für diese Methode ausgebildeten Mediziner unbedingt empfohlen – auch, weil die Therapie mindestens drei bis vier Wochen dauert.

F. X. Mayr baut seine Kur auf die wesentlichen Merkmale von Heil- und Basenfasten auf. Sie beginnt mit einem sieben bis 14-tägigem Heilfasten, das Teephase genannt wird. Auf diese Phase folgt die eigentliche Kur mit Brötchen und Milch.

Der Tag beginnt mit Bittersalz in einem Viertelliter Wasser aufgelöst, der löffelweise getrunken wird. Darauf folgt eine halbe Stunde später ein altes, halbes Brötchen, das Bissen für Bissen durch bewusstes Kauen so lange eingespeichelt wird, bis es süßlich schmeckt. Dem Brotbrei wird dann ein Löffel Milch zugegeben, nochmals gekaut und erst dann geschluckt. Sobald sich eine Sättigung einstellt, soll man aufhören zu essen. Mit vier bis fünf Stunden Abstand wird auf die gleiche Weise zu Mittag und zu Abend gegessen. Vor jeder Mahlzeit sollte zudem ein halber Liter Wasser getrunken werden, da ein Sättigungsgefühl so schneller eintreten kann. Fastentee, Wasseranwendungen und Bauchmassagen ergänzen die Kur. Ziel der Methode von F. X. Mayr ist auf lange Sicht, den Darm durch das Fasten gesund zu halten, durch bewusstes, langsames Kauen zu entlasten und die Essgewohnheiten langfristig zu verändern.

F. X. Mayr: fasten gesund und vegan

Alternativen für Veganerinnen und Veganer oder Menschen mit Unverträglichkeiten sind für das Weizenbrötchen Varianten aus Dinkel, Roggen oder Buchweizen. Die Kuhmilch kann durch Ziegen-, Soja- oder Mandelmilch und durch eine klare Gemüsebrühe ausgetauscht werden.

Fasten gesund gestalten mit Basenfasten

Im Vergleich zu anderen ist die Kur jung: Sabine Wacker hat sie 1997 entwickelt. Davon ausgehend, dass tierische Eiweiße und Getreide die Säurebildung im Körper anregen und Organe bei ihrer Funktion behindern, soll für eine Reinigung und Entgiftung auf diese Lebensmittel verzichtet werden. Außerdem soll die Methode bei Osteoporose lindernd wirken. Da ein übersäuerter Körper den Knochen das Kalzium entziehen soll, hilft eine basische Ernährungsweise dabei, die Knochen wieder zu stärken.

Saft

Fasten gesund gestalten? Kein Problem beim Basenfasten. Foto © Christina Rumpf via unsplash.com

Frisches Obst und Gemüse, Salate, Kräuter und Keimlinge ersetzen für den Zeitraum von ein bis zwei Wochen tierische Produkte, Brot und Genussmittel wie Süßigkeiten, Alkohol oder Nikotin. In vielerlei Hinsicht wird durch Ersatz und Verzicht das Fasten gesund. Die Tatsache, dass man beim Basenfasten nicht komplett auf feste Nahrung verzichtet, macht es beliebt. Zudem werden mindestens 2,5 Liter Wasser getrunken.

Obwohl du während des Basenfastens nicht ganz auf Essen verzichtest, darfst du auch diese Methode nicht zu lange anwenden. Spätestens nach vier Wochen sollte Schluss sein.

Fasten: gesund leben nach Hildegard von Bingen

Auch die berühmte Benediktiner-Äbtissin Hildegard von Bingen hat sich mit dem Entgiften beschäftigt und eine Methode entwickelt, die zumindest ein wenig feste Nahrung vorsieht: gekochter Dinkelschrot am Morgen, Fastensuppe mit Dinkelgrieß und Gemüse am Mittag, ein Apfel oder Gewürzkekse am Nachmittag und abends bis zu vier Gewürz- oder Quittenkekse. Wie bei anderen Methoden geht eine Reinigung des Darms voran.

Da während der sechs- bis zwölftägigen Kur mehrmals täglich ausgewählte Speisen gegessen werden, eignet sich das Hildegard-Fasten auch für Personen, die zu Magenbeschwerden neigen und sich bisher nicht getraut haben, gänzlich auf Nahrung zu verzichten: Auch für sie ist dieses Fasten gesund.

Intervallfasten: die Hirschhausen-Diät

Das intermittierende oder auch Intervallfasten ist angesagt. Bekannt ist es auch als Hirschhausen-Diät. Das Prinzip ist einfach: Für einen bestimmten Zeitraum isst du normal – Kalorien musst du keine zählen. Auf die Phase des Essens folgt ein Zeitfenster des Fastens.

Fasten

Sehr beliebt: Intervallfasten; Foto © Marcin Malicki via shutterstock.com

Besonders beliebt ist das 16:8-Prinzip: Acht Stunden essen und 16 Stunden auf feste Nahrung und Genussmittel verzichten. Erlaubt sind dann nur Wasser und ungesüßter Tee. Ein großer Teil der enthaltsamen Zeit wird durch Schlaf abgedeckt. Lässt man dann noch Frühstück oder Abendessen ausfallen, sind die 16 Stunden ohne Essen schnell erreicht.

Eine andere Methode ist das 5:2-Prinzip. Statt täglicher Stunden der Enthaltsamkeit setzt diese Diät auf zwei Fastentage in der Woche. Die Kalorienzahl sollte dann bei etwa 600 bis 700 liegen. Insbesondere an diesen Tagen ist es wichtig, viel Wasser und ungesüßten Tee zu trinken. Während der anderen fünf Tage muss nicht verzichtet werden.

Tipp

Damit die Methode erfolgreich und das Fasten gesund ist, wird empfohlen, auch während der Essensphasen jeweils vier Stunden zwischen den Mahlzeiten verstreichen zu lassen. Selbst Snacks sind tabu, denn diese lassen den Blutzuckerspiegel steigen und unterbrechen den Fettabbau.

Fasten gesund und lecker mit Rezepten von Sonnentor

Basischer Rotkrautsalat mit Apfel und Walnüssen

Zutaten

Foto © Sonnentor

Zubereitung

Das Rotkraut fein hobeln und mit einer guten Prise Salz gründlich verkneten. So wird es weicher und ist angenehmer zu essen.

Einen Apfel gut waschen und samt Schale grob raspeln und zum Rotkraut geben.

Walnussöl, Zitronensaft und Basenkräuter gut vermischen und über den Salat geben. Nun wird alles ordentlich miteinander vermischt und noch mal abgeschmeckt.

Erst zum Schluss den gewaschenen Vogerlsalat leicht untermischen und den Salat mit Walnusskernen und vorgezogenen Sprossen toppen.

Salat Sonnetor

Foto © Sonnentor

Hier findest du eine Anleitung zum Sprossen ziehen!

Karotten-Kurkuma Detox Suppe

Zutaten

Suppe Sonnentor

Foto © Sonnentor/©Carletto Photography

Zubereitung

Die Karotten und die Petersilienwurzeln schälen und in Stücke schneiden. Die Zwiebel schälen und fein würfeln. Den Ingwer schälen (am besten mit einem Teelöffel) und reiben. Nun 1 Liter Gemüsesuppe mit der Hildegard Gemüsesuppenmischung von Sonnentor zubereiten. Sie enthält Kräuter wie Ysop und Galgant, die dich wärmen und stärken. Füge auch 2 TL der Gewürzmischung „Adios Salz! Gartengemüse“ hinzu. So kannst du deiner Suppe Geschmack verleihen, ohne Übermengen Salz zu verwenden. Beginne noch heute deinen neuen Ernährungsstil mit weniger Salz und mehr Detox.

Etwas Olivenöl in einem Topf erhitzen, die Zwiebel und den geriebenen Ingwer kurz darin glasig dünsten. Karotten- und Petersilienwurzelstücke dazugeben und mehrere Minuten unter Rühren anrösten. Mit dem Sonnentor Ingwer-Zitronensirup aufgießen und kurz einkochen lassen. Unser Sirup wird mit Apfeldicksaft statt Zucker hergestellt. Gönn dir diese köstliche Spezialität, wenn du dich bewusst ernähren möchtest. Den goldgelben Sonnentor Kurkuma in die Gemüsesuppe einrühren. Er hat durch seinen hohen Gehalt an ätherischen Ölen eine besonders entgiftende Wirkung. Einen Schöpfer Gemüsesuppe zur Seite stellen. Das geröstete Gemüse mit Gemüsesuppe aufgießen. Für circa 25 bis 30 Minuten einkochen lassen, mit Salz und weißem Pfeffer würzen. Der Sonnentor weiße Pfeffer zeichnet sich durch ein besonders fruchtiges Aroma aus und rundet die Suppe somit perfekt ab. Wir beziehen den weißen Pfeffer überwiegend von unserem Anbauprojekt in Tansania – so weißt du, was auf deinen Teller kommt. Anschließend die Suppe mit dem Mixstab pürieren.

Knoblauch schälen und in feine Scheiben schneiden. Den Blattspinat kurz mit den Knoblauchscheiben in der restlichen Gemüsesuppe blanchieren. Die Karotten Kurkuma Detox Suppe in Tellern anrichten. Den Blattspinat in der Suppe verteilen und wer möchte, die Suppe mit Joghurt garnieren und servieren.

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