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Wohnen & Umwelt Garten & Tierwelt

Pflanzen-Lexikon für den Balkongarten

Kräuter und Gemüse gedeihen auch auf Stadtbalkonen. Foto © Philippe Clement / Shutterstock.com

Damit der eigene Balkongarten wächst und gedeiht, ist es wichtig, die Bepflanzung sorgfältig auszuwählen. Mit unserem green Lifstyle Pflanzen-Lexikon für den Balkon sehen Sie auf einen Blick, worauf Sie bei den verschiedenen Gemüsesorten, Kräutern und Co. achten müssen. 

Die Welt der Pflanzen ist faszinierend: Formen, Farben, Düfte und Früchte sind unfassbar vielseitig. Selbst Nutzpflanzen erstrahlen während der Blüte in einzigartiger Schönheit und dienen meist den Bienen und anderen Insekten als wichtige Nahrung.
Damit die florale Pracht auf dem eigenen Balkon oder im Garten erstrahlen kann, ist es  an wichtig, die Bedürfnisse der Pflanzen von Anfang zu berücksichtigen. Das Pflanzen-Lexikon zeigt Ihnen auf einen Blick, womit sich Ihr Balkongemüse oder Ihr kleiner Kräutergarten wohl fühlt und wachsen kann.

Wann welche Obst- und Gemüsesorten Saison haben, sehen Sie mit dem green Lifestyle Saisonkalender zum Download auf einen Blick.

Kleines Beet auf dem Balkon mit Gartenzwergen

Foto © Philippe Clement / Shutterstock

Während manche Exemplare beispielsweise einen sonnigen Standort bevorzugen, fühlen sich andere an schattigen Plätzen wohler. Bei der Planung des eigenen Balkongartens sollte also die Ausrichtung sowie der Lichteinfall bedacht werden. Ebenso die Bewässerung und die Option auf Regenschauer bei überdachten Balkonen: Nicht alle Gewächse möchten gleich viel gewässert werden.

Mit dem green Lifestyle Balkongarten-Lexikon sehen Sie auf einen Blick, was Sie bei den beliebtesten Balkongewächsen beachten müssen. So können Sie bereits bei der Planung Ihres kleinen Paradies die unterschiedlichen Bedürfnisse berücksichtigen.

Pflanzen-Lexikon: Balkongemüse und Kräuter

Für einen erfolgsversprechenden Anbau auf dem Balkon eignet sich nicht jede Obst- und Gemüsesorte. Denn der Balkon ist nun mal kein fruchtbares Gartenbeet oder ein ertragreiches Feld. Wer nicht eine großflächige Dachterrasse sein Eigen nennen kann, muss platzsparend agieren. Welches Grün sich am besten dafür eignet und welche Bedürfnisse es hat, erklärt folgende Liste an Pflanzensorten.

Noch etwas vorweg: Wer es sich nicht zutraut, den Anbau schon mit Setzen von (Bio-)Samen zu starten, oder wer etwas zu spät im Frühjahr mit dem Balkon-Gardening beginnt, kann mit (biozertifizierten) Setzlingen aus der Gärtnerei erste Schritte überspringen oder verlorene Zeit aufholen.

Basilikum
Basilikumpflanze auf Balkon
Basilikumpflanzen bevorzugen sonnige Standorte. Foto: Federlos via Pixabay

… ist einer der beliebtesten Vertreter der Sommerküche. Aber er braucht es warm. Bei einer Keimtemperatur von 20 Grad sollte er im April drinnen auf der Fensterbank und erst ab Mail draußen gesät werden. Am besten eignen sich Tontöpfe, die voll sonnig und windgeschützt platziert sind. Indoor-Setzlinge ab April stundenweise zum Abhärten nach draußen stellen. Zu beachten ist, dass Basilikum Temperaturen unter sechs Grad nicht verträgt und die Nachbarschaft zu Dill, Salbei und Thymian mag er auch nicht.

Bohnen
Frisch gepflückte Bohnen in einem Metallseiher
Grüne Bohnen benötigen wenig Platz, da die Pflanze in die Höhe wächst. Foto: SnapwireSnaps via Pixabay

… können ab Mai bei einer Mindesttemperatur von zehn Grad draußen gesät werden. Sie sollten an einem warmen, sonnigen und windgeschützten Ort platziert sein, gerne in der Umgebung von Tomaten, Radieschen, Mangold und Bohnenkraut. Da Bohnen Rankgewächse sind, lassen sie sich auf dem Balkon hervorragend als Sichtschutz integrieren.

Dill

… bildet tiefe Pfahlwurzeln aus und benötig tiefe Töpfe (ca. 25 oder mehr Zentimeter), in denen er bleiben kann. Da er schon nach wenigen Tagen sprießt, kann er von April bis Juli gesät werden. Damit er sich zu einer kräftigen, platzeinnehmenden Pflanze entwickeln kann, entfernt man schwächere Austriebe und hält die mit Kompost gemischte Erde feucht. Sein kräftiges Aroma wehrt zwar Schädlinge ab, aber Petersilie und Basilikum kommen damit nicht zurecht. Dagegen fördert Dill das Wachstum von Karotten, Salat und Zwiebeln.

Kapuzinerkresse
Orangefarben blühende Kapuzinerkresse in einem Blumentopf
Pflegeleicht und lecker: Kapuzinerkresse. Foto: Ïsmet Şahin via Pixabay

… ist genügsam und gedeiht prächtig in lehmiger, kalkhaltiger und sandiger Erde mit ausreichend Wasserversorgung. Je karger der Boden, desto mehr Blüten entwickelt sie an einem vollsonnigen Standort, wo sie ab Mitte Mai ausgesät werden kann. Neben Blättern und Früchten kann man die Blüten der Kapuzinerkresse genießen.

Kartoffeln
Kartoffel in Herzform
Blüten für Insekten und Knollen für den Gärtner liefern Kartoffeln. Foto: Anemone123 via Pixabay

… brauchen nicht unbedingt viel Platz. Sie sind mit tiefen Töpfen oder Pflanzensäcken zufrieden, jedoch benötigen sie Kompost und feuchte Erde. Bevor die Kartoffeln gesteckt werden können, müssen die Knollen an einem hellen, kühlen Ort bis zu drei Wochen antreiben. Im Spätsommer kann die Ernte beginnen. Gute Partnerschaft pflegen Kartoffeln mit Spinat und Pfefferminze.

Majoran
Grüner Majoran
Majoran zählt zu der gleichen Gattung wie Oregano, schmeckt jedoch milder. Foto: Hans Braxmeier via Pixabay

… bevorzugt sonnige, windgeschützte Standorte sowie gute durchlässige, nährstoffreiche Erde mit hohem Kalkanteil. Er ist eine langsam wachsende, wärmebedürftige Pflanze, die Temperaturen ab 20 Grad voraussetzt. So setzt man die Samen Mitte März noch Indoor, draußen ist die Aussaat bis Ende Mai möglich. Zu Beginn ist die Erde feucht zu halten, danach kommt Majoran mit wenig Wasser aus.

Mangold
Roter und grüner Mangold in Töpfen auf einem Balkon
Insbesondere roter Mangold ist beliebt, um Farbakzente zwischen die Balkonkräuter zu setzen. Foto: CRwages via Pixabay

Diese mit dem Spinat verwandte Pflanze mag es sonnig bis halbschattig, mit etwas Kompost und ausreichend Wasserversorgung. Ab Mitte April kann er sowohl drinnen als auch schon draußen gesät werden. Obwohl er bis zu 60 Zentimeter groß wird, schmeckt er am besten bei einer Blatthöhe von 15 Zentimetern.

Möhren
Kleine Karotten, frisch geerntet mit Erde
Frisch geerntete Möhren schmecken auch als Snack besonders gut. Foto: tookapic via Pixabay

Für dieses Gemüse sind tiefe Gefäße an einem sonnig bis halbschattigen Standort ein absolutes Muss. Je nach Sorte – ob früh, mittelfrüh oder spät – liegt die Aussaat zwischen März und Mai. Damit es ihnen nicht zu eng wird, die jungen Pflanzen nochmals großzügiger verteilt setzen. Sie gedeihen noch besser, wenn man etwas Sand unter die Erde mengt. Möhren vertragen sich gut mit Zwiebeln, Tomaten und Knoblauch. Sie helfen bei der Abwehr der Möhrenfliege, die dem Wurzelgemüse schadet.

Monatserdbeeren
Zwei reife und eine unreife Erdbeere an der Pflanze
Die kleinen Erdbeeren schmecken frisch gepflückt am besten. Foto: Conger Design via Pixabay

… verwöhnen während der Balkonsaison mit kleinen aromatischen Früchten. Die gekauften Setzlinge vorzugsweise an einem sonnigen bis halbschattigen Ort unterbringen sowie die Erde mit Kompost anreichern und mit Stroh abdecken, um die Feuchtigkeit darin besser zu halten. Kulinarisch würde man sie mit Zwiebeln, Knoblauch und Petersilien zwar nicht kombinieren, aber für den Standort ist es eine gute Idee. Zum Überwintern die Pflanzen zurückschneiden und abgedeckt an einen geschützten Ort stellen.

Oregano
Oregano in Topf auf Balkon
Oregano ist als Gewürz für Pizza und Pasta besonders beliebt. Foto: photosforyou via Pixabay

… zählt ebenfalls zu den mediterranen Kräutern, die es sonnig und nicht allzu nass mögen. Nach der Blüte zuschneiden und zum Überwintern an einen geschützten Platz stellen.

Paprika
Grüne und rote Paprika am Strauch
Paprikapflanzen mögen es trocken und sonnig. Foto: JillWellignton via Pixabay

… sind wärmeliebende Sonnenanbeter und gedeihen am besten gut gedüngt an einem Standort mit Südausrichtung, wo ihnen Wind und Nässe nichts anhaben können. Daher auch nur von unten gießen. Eine Indoor-Aussaat ist ab Mitte April möglich, um sie dann vier Wochen später ins Freie zu setzen. Sehr gerne in Nachbarschaft von Möhren, Tomaten und Salaten.

Peperoni und Chili
Peperoni in einem Pflanzkasten
Chilis und Peperoni sollten ebenfalls nur von unten gegossen werden. Foto: JillWellington via Pixabay

… haben die gleichen Ansprüche wie Paprika.

Petersilie
Glatte Petersilie im Blumenkasten
Glatte Petersilie schmeckt aromatischer als die krause Variante. Foto: Pixaleukon via Pixabay

… gibt es mit krausen und sehr aromatischen glatten Blättern. In der Wohnung vorgezogene Petersilie kann bereits im April nach draußen in den Halbschatten, wo sie es gut mit Zwiebeln, Tomaten und Erdbeeren aushält. Außerdem hat man im Winter mit ihr Freude, wenn man ihr einen Stellplatz in der Küche bietet.

Pfefferminze
Pfefferminze wächst auch im Kübel
Frische Minze verfeinert Desserts, Salate und Getränke. Foto: Leobrave via Shutterstock

… benötigt viele Nährstoffe. In Sonne bis Halbschatten liebt sie humusreiche Erde mit etwas Sand und Kalk. Außer dass sie nicht neben Kamille stehen möchte, hat sie keine weiteren Ansprüche an pflanzlicher Nachbarschaft.

Radieschen
Radieschen in der Erde
Im Salat oder als Snck zur Brotzeit: Radieschen. Foto: Michaela Wenzler via Pixabay

… kann man schon Anfang März draußen aussäen. Wenn man sie dann noch abdeckt, wachsen sie ziemlich flott. Sie sind genügsam, so dass ihnen sowohl Sonne als auch Schatten recht ist. Mit ausreichend Wasser entwickeln sie schöne Knollen, die man nach vier Wochen ernten kann. Sät man alle zwei Wochen nach, darf man sich über eine regelmäßige Ernte freuen. Im Anbau harmonieren sie mit Salat, Möhren, Tomaten, Mangold, Bohnen und Petersilie.

Rosmarin
Rosmarin auf Balkon in einem Topf
Rosmarin ist ein beliebtes Gewürz für mediterrane Speisen. Foto: Peggy Choucair via Pixabay

… ist ein weiterer Vertreter der mediterranen Kräuter. Er mag deshalb sonnig, kommt mit mäßiger Wasserzufuhr aus und bevorzugt lockere, leicht steinige Erde. Weil Rosmarin nicht besonders zuverlässig auskeimt, empfiehlt es sich, Pflanzen zu kaufen und diese Mitte/Ende Mai mit viel Platz zum Wachsen zu setzen. Überwintern kann er nur gut eingepackt oder in kühlen Räumlichkeiten.

Salat

… braucht wenig Platz, sodass ihm Töpfe in der Sonne oder im Halbschatten genügen. Sein rasches Wachstum ermöglicht eine Ernte rund sechs Wochen nach Aussaat, die man für Mitte April planen kann. Oder man besorgt sich etwas später Setzlinge in einer Gärtnerei. Für den Balkon sind vor allem Pflücksalate, deren Blätter nach Bedarf von außen nach innen abgezupft werden, sowie Schnittsalate und Rucola ideal. Wohl fühlt sich Salat neben Möhren, Tomaten, Zwiebeln, Bohnen, Radieschen und Dill.

Salbei
Salbeipflanze auf Balkon
Salbei ist bei richtiger Pflege winterhart. Foto: munki via Pixabay

… ist ein Halbstrauch, zu dem er sich aus den einmal gesäten Samen über mehrere Sommer hinweg auf dem Balkon imposant entwickeln kann. Wichtig dafür ist, dass es der Salbei sonnig und trocken hat. Zum Überwintern benötigt er – wie der Rosmarin – draußen eine gute Schutzhülle oder dunkle, kühle Standorte in der Wohnung.

Spinat
Spinat wächst in einem Topf auf dem Balkon
Für den Salat oder kurz in der Pfanne erhitzt: Spinat vom Balkongarten. Foto © Muhamad Faraz / Shutterstock

… wächst am besten, wenn die Tage kurz und die Nächte lang sind, da er bei Wärme zu schossen beginnt. Für eine Ernte im Frühjahr sät man Spinat ab Ende Februar bis April – oder sogar schon im September. Dann wollen die Jungpflanzen bei Kahlfrost (Frost in Erdbodennähe) abgedeckt werden. Für eine Ernte im Herbst sät man im August. An die Erde stellt Spinat keine besonderen Ansprüche, Hauptsache sie wird feucht gehalten. Zudem bevorzugt Spinat Halbschatten und er sollte vor starkem Wind geschützt sein. Man kann Spinat gut zwischen Tomaten pflanzen. Mangold und Spinat, obwohl miteinander verwandt, vertragen sich nicht.

Thymian
Thymian im Topf
Mediterranes Flair für Balkon und Küche bringt der Thymian. Foto: photosforyou via Pixabay

… liebt als Mittelmeer-Kraut Temperaturen ab 20 Grad und sollte ab Mai in Tontöpfen gesät werden. In Erde, die nicht zu nährstoffreich, dazu etwas sandig oder kiesig, eher kalkhaltig ist. Zudem muss man diese anfangs feucht halten. Später kommt Thymian mit wenig Wasser aus. Während der Aufzucht sollte man die Triebe aufteilen: Jede kräftige Pflanze bekommt einen eigenen Topf, in dem sie es mehrere Jahre aushält. Darüber hinaus ist Thymian ein guter Nachbar, lediglich Majoran und Basilikum haben ein kleines Problem mit ihm.

Zitronenmelisse
Zitronenmelisse im Bakonbeet
Zitronenmelisse gilt auch als beruhigende Heilpflanze. Foto © Pavel Kerbic / Shuttersock

… breitet sich aus. Deshalb sollte man ihr viel Raum an einer sonnigen Stelle gewähren. Regelmäßiges Gießen und jährliches Düngen tragen zu ihrem Wachstum bei. Damit sie sich weiter gut entwickeln kann, die Blätter durch Abknipsen an der Blattachse ernten. Nach der Blüte ist ein Zuschnitt notwendig. Über den Winter kommt Zitronenmelisse an einem geschützten Plätzchen.

Zwiebeln
Zwiebeln im Balkonkasten
Zwiebeln eignen sich besonders gut für den Balkongarten. Foto © Inga Gedrovicha / Shutterstock

… können ab März gesteckt werden. Ihre Knollen kommen jedoch nur zu einem Drittel in die Erde, die nur mäßig bewässert wird. Ihren sonnigen Standort teilen Sie gerne mit Möhren und Kapuzinerkresse.

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