Nachhaltig einkaufen ist gar nicht so schwer, wenn man sich etwas mehr Zeit nimmt und auf bestimmte Kriterien achtet. Wir geben Tipps für einen umweltbewussten Einkauf.

Wer konsumiert, hinterlässt spuren – das lässt sich leider nicht vermeiden. Jedoch lässt sich der Konsum hinterfragen und optimieren. Die Konsequenz daraus ist bestenfalls, dass die Spuren nur noch sehr klein sind und der Umwelt kaum schaden. Wir haben einige Tipps für den Lebensmitteleinkauf:

CO2 einsparen und in der Nähe kaufen

Wer bewusst einkauft, macht sich Gedanken über Herkunft und Verarbeitung der Produkte. Aber mit der Aufmerksamkeit für Bio-Siegel allein ist es nicht getan. Die Umweltbewusstsein beginnt bereits bei der Einkaufsplanung! Der kleine Laden an der Straßenecke ist vielleicht etwas teurer, aber bequem zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar. Was an Mehrausgaben für Lebensmittel anfällt, wird beim Sprit fürs Auto wieder eingespart und so ganz einfach ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Wenn doch mal größere oder spezielle Besorgungen anstehen, lässt sich mit Nachbarn, Freunden oder Familie eine Fahrgemeinschaft bilden. Mit einer guten Routenplanung werden Extrafahrten vermieden und man schafft zudem Zeitfenster für andere Aktivitäten.

Verschwendung vermeiden und vorplanen

Etwa 12 Millionen Tonnen Lebensmittel landen laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in Deutschland jährlich im Müll. Das ist nicht nur schade ums ausgegebene Geld, sondern schlimm, wenn man bedenkt, dass vieleorts weltweit Menschen verhungern. Um diese Verschwendung zu verhindern, hilft es, sich einen Kochplan für die Woche zu erstellen. Es wird nur eingekauft, was für die Zubereitung gebraucht wird. Halten sich manche Zutaten nicht bis zum Kochtag frisch, können diese einzeln nachgekauft werden. Somit vermeidet man Impulskäufe, die in der Tonne landen.

Konserven in Bioqualität sind lange haltbar und können auf Vorrat gekauft werden. Foto ©  PublicDomainPictures auf Pixabay

Wenn es doch mal ein schnelles Gericht für den Abend sein soll: Viele Supermärkte bieten Ware, die nahe dem Mindest-Haltbarkeitsdatum (MHD) ist, zu reduzierten Preisen an. Das MHD zeigt an, bis zu welchem Zeitpunkt die Frische und Qualität vom Hersteller gewährleistet ist. Um sicher zu gehen, sind Lebensmittel jedoch noch einige Tage – manche sogar bis zu Wochen – länger bedenkenlos genießbar. Lebensmittelhändler dürfen diese dann zwar nicht mehr verkaufen, aber Zuhause können sie nach unauffälliger Riechprobe und Kontrollblick noch gegessen werden.

Auf die Herkunft achten

Regional, ökologisch und fair ist zweifelsohne die beste Art, einzukaufen. Durch die bewusste Auswahl der Lebensmittel im Supermarkt kann der CO2-Abrduck jedes Einzelnen verkleinert werden: Saisonales Obst- und Gemüse senkt den Energieverbrauch von Kühlhäusern oder Gewächsanlagen und verkürzt Transportwege. Bei Produkten, die nicht in unserer Umgebung wachsen können, sollten wenigstens die anderen Kriterien erfüllt sein. Eine Lieferkette, die möglichst viel CO2 einspart, erleichtert die Kaufentscheidung außerdem. Ein gutes Beispiel ist Schokolade: Da Kakaobohnen in Mitteleuropa nicht wachsen, stammt die Grundzutat für Schokolade vom anderen Ende der Welt. Da die Nachfrage nach fairer Schokolade in Bioqualität gestiegen ist, bieten mittlerweile sogar Discounter diese an und informieren über die Herkunft. Beispielsweise zeigt Aldi Süd online die einzelnen Schritte auf dem Weg von den Kakaobauern in den Supermarkt.

Roher Fisch in der Kühltheke

Fischstäbchen, Seelachsfilet, Garnelen und Co. – die Auswahl an Fischprodukten und Meeresfrüchten im Supermarkt ist groß – noch! Denn die Fischbestände unserer Gewässer sinken auf alarmierende Zahlen. Mehr lesen …

Mit Mehrweg To-Go

Ein schnelles Frühstück beim Bäcker zum Mitnehmen: Brötchen und Coffe-to-go. Das ist an stressigen Tagen zwar praktisch, hinterlässt mit Bäckertüte und Kaffeebecher samt Plastikdeckel nach kurzem Nutzen jedoch einiges an Müll. Besser ist es, auf Mehrweg umzusteigen. Viele Bäckereien und Cafés bieten beispielsweise Recup-Becher an. Die bunten Mehrwegbecher können gegen Pfand statt eines beschichteten Pappbechers zum Kaffee dazu bestellt werden. Nun lässt man diesen entweder immer wieder befüllen oder man tauscht ihn gegen den Pfandbetrag zurück. Beim Mittagessen gibt es ebenfalls immer häufiger die Möglichkeit, To-go-Geschirr zu mieten. Andere Imbisse oder Gastronomien füllen die Bestellung-zum-Mitnehmen auch in selbst mitgebrachte Boxen.

Noch besser ist es, sich von Zuhause etwas mitzubringen. Für den Transport sind Boxen aus Metall oder Glas beispielsweise gut geeignet. Kunststoffbehälter eignen sich ebenso, können sich aber verfärben oder Geschmäcker und Gerüche aufnehmen.

Plastikfrei einkaufen

Mit den Frischenetzen ist es bereits um ein Vielfaches einfacher geworden, beim Einkauf Plastik zu vermeiden. Loses Obst und Gemüse können darin zum Abwiegen gebündelt werden. Das macht die dünnen Plastiktüten überflüssig. Jedoch sind noch immer viele Sorten, insbesondere Bioprodukte, in Plastik verpackt. Damit gewährleisten die Lieferanten, dass die Bioware nicht mit konventionellen Produkten in Kontakt kommt. Das könnte beispielsweise dazu führen, dass auf einem Bio-Apfel Rückstände von Pestiziden zu finden sind und die Qualität nicht mehr den Bio-Kriterien entspricht. Zudem wäre es nicht mehr nachvollziehbar, ob Rückstände durch den Anbau oder erst beim Transport an den Apfel gelangt sind.

Rote Tomaten in weißem Baumwoll-Frischenetz auf weißem Grund als Beispiel für nachhaltigen Einkauf.

Unverpackte Lebensmittel reduzieren Müll. Foto Foto © Vie Studio von Pexels

Für andere Lebensmittel wie Nudeln, Müsli oder Milch gibt es plastikfreie Alternativen in Unverpackt-Läden. Jedoch sind solche Einkaufsmöglichkeiten insbesondere in ländlichen Regionen selten. Alternativen sind Wochenmärkte und vielleicht sogar Hofläden, die selbst erzeugte Produkt unverpackt anbieten.

Wer nicht durch den Supermarkt hetzt und nach dem erstbesten Produkt greift, kann außerdem plastikfreie Alternativen entdecken: Joghurt und Milch im Glas, Wurst und Käse von der Theke – idealerweise in der eigenen Mehrwegtransportbox – Tiefkühlware in Pappe statt Plastik.

Fazit: Nachhaltig einkaufen – so einfach geht’s!

Bewusster einkaufen und konsumieren ist einfacher, als es anfangs erscheint. Anfangs reicht es, mit etwas mehr Zeit und offenem Blick im Supermarkt die Produkte sorgfältig auszuwählen. Kriterien wie Regionalität, ökologische Erzeugung und faire Arbeitsbedingungen sollten dabei beachtet werden. Was regional nicht wächst, sollte mit nachhaltiger, transparenter Lieferkette aus dem Ausland bezogen werden. Noch numweltbewusster wird es, wenn der Weg zum Einkaufen ohne Auto beschritten und zusätzlich CO2 gespart wird.

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