Hier erfährst du alles zum Thema Seife selber machen.

Ob du nach einer Möglichkeit suchst, Plastikverpackungen zu reduzieren, deiner Haut eine natürliche Pflege zu bieten oder einfach nur das gute Gefühl erleben möchtest, etwas mit deinen eigenen Händen zu schaffen, hier bist du genau richtig. Dieser Guide zum Seife selber machen ist für alle da – vom neugierigen Anfänger bis hin zum erfahrenen DIY-Profi.

Seife selber machen hat viele Vorteile für die Umwelt; Foto © Nadia Clabassi via unsplash.com
Seife selber machen hat viele Vorteile für die Umwelt; Foto © Nadia Clabassi via unsplash.com

Wieso solltest du Seife selber machen?

Schritt! Kommerzielle Seifen enthalten oft aggressive Chemikalien und synthetische Duftstoffe, die die Haut reizen können. Beim Seife selber machen kannst du natürliche, hautfreundliche Zutaten verwenden, die deine Haut nähren und pflegen, statt sie auszutrocknen. Besonders für Menschen mit empfindlicher Haut oder Allergien bietet das eine hervorragende Alternative zu herkömmlichen Produkten. Natürliche Öle, duftende Kräuter und sogar Lebensmittelreste (wie Kaffeesatz oder Orangenschalen) können wunderbare Zutaten für deine Seife sein.

Wenn du deine Seife selber machen willst, vermeidest du den Kauf von Produkten in Plastikverpackungen, die schwer zu recyceln sind und oft in unseren Ozeanen enden. Zudem kannst du bewusst Zutaten wählen, die biologisch abbaubar und umweltfreundlich sind, was den ökologischen Fußabdruck deines Haushalts erheblich verringert.

Die anfänglichen Kosten für die Materialien mögen höher erscheinen, doch auf lange Sicht ist das Selbermachen von Seife oft kostengünstiger als der Kauf hochwertiger, natürlicher Seifen im Handel. Zudem bietet es die Möglichkeit, personalisierte Geschenke für Freunde und Familie herzustellen, was nicht nur Geld spart, sondern auch eine liebevolle Geste ist.

Seife selber machen: Was brauchst du dafür?

Bevor wir ins Detail gehen, lass uns einen kurzen Blick auf die Grundlagen werfen. Seifenherstellung kann auf zwei Arten erfolgen: Durch die Kaltrührmethode und die Heißrührmethode. Für Anfänger empfehlen wir die Kaltrührmethode, da sie einfacher und sicherer ist. Alles, was du brauchst, sind einige Grundzutaten und -utensilien:

  • Natronlauge (Natriumhydroxid): Der chemische Reaktionspartner, der Fette oder Öle in Seife verwandelt. Vorsicht ist geboten, da Natronlauge ätzend ist. Schutzkleidung, Handschuhe, Schutzbrille und eine gut belüftete Umgebung sind ein Muss.

  • Wasser: Destilliertes Wasser ist ideal, um Unreinheiten zu vermeiden, die die Seifenherstellung beeinträchtigen könnten.

  • Öle und Fette: Olivenöl, Kokosöl und Sheabutter sind großartige Öle, die deiner Seife eine reichhaltige Textur und feuchtigkeitsspendende Eigenschaften verleihen.

  • Zusatzstoffe: Hier ist deine Kreativität gefragt. Kräuter, Blüten, ätherische Öle und natürliche Farbstoffe können deiner Seife Persönlichkeit verleihen.

  • Seifenform

  • Immersionsstab (Stabmixer)

  • Präzisionswaage

  • Zwei hitzebeständige Gefäße

  • Thermometer

Getrocknete Blüten und Kräuter machen sich in der eigenen Seife gut; Foto © Cary Bates via unsplash.com
Getrocknete Blüten und Kräuter machen sich in der eigenen Seife gut; Foto © Cary Bates via unsplash.com

Seife selber machen: Schritt-für-Schritt-Anleitung der Kaltrührmethode

1.Sicherheitsvorkehrungen treffen: Ziehe deine Schutzkleidung an und stelle sicher, dass dein Arbeitsbereich gut belüftet ist. Kinder und Haustiere sollten nicht in der Nähe sein.

2. Lauge vorbereiten: Wiege das destillierte Wasser in einem hitzebeständigen Gefäß ab. In einem separaten, gut belüfteten Bereich wiegst du dann die Natronlauge ab. Gib die Natronlauge vorsichtig und langsam ins Wasser (niemals umgekehrt), während du stetig rührst. Die Mischung wird heiß und kann Dämpfe freisetzen, daher ist Vorsicht geboten. Lass die Lauge abkühlen.

3. Öle abmessen und erwärmen: Wiege die Öle/Fette ab und erwärme sie in einem weiteren hitzebeständigen Gefäß, bis sie vollständig geschmolzen sind. Die ideale Temperatur für Öle und Lauge liegt zwischen 38°C und 43°C.

4. Lauge zu den Ölen geben: Sobald Lauge und Öle die richtige Temperatur erreicht haben, gieße die Lauge langsam und vorsichtig in die Ölmischung.

5. Emulgieren: Verwende den Immersionsstab, um die Mischung zu emulgieren. Mixe, bis die Masse eine puddingartige Konsistenz erreicht, was als „Trace“ bezeichnet wird.

6. Zusätze hinzufügen: Jetzt ist der Moment, um ätherische Öle, Farbstoffe oder andere Zusätze wie Kräuter oder Haferflocken einzurühren.

7. In Formen gießen: Gieße die Seifenmasse in deine vorbereitete Form. Klopf die Form ein paar Mal auf eine feste Oberfläche, um Luftblasen zu entfernen.

8. Seife aushärten lassen: Decke die Form mit Plastikfolie ab und wickle sie in ein Handtuch ein, um die Wärme zu halten. Lass die Seife 24 bis 48 Stunden in der Form ruhen.

9. Seife ausformen und schneiden: Nachdem die Seife fest geworden ist, kannst du sie aus der Form nehmen und in Stücke schneiden.

10. Aushärtungsprozess: Die geschnittenen Seifenstücke müssen nun vier bis sechs Wochen an einem kühlen, trockenen Ort aushärten, damit das Wasser verdunsten kann und die Seife milder wird.

Kerzen selber machen, bietet auch viel Raum für Kreativität; Foto © Aurelia Dubois via unsplash.com
Kerzen selber machen, bietet auch viel Raum für Kreativität; Foto © Aurelia Dubois via unsplash.com

Seife selber machen für Fortgeschrittene

Swirls und Marmorierungen: Durch das geschickte Einrühren von Farben in deine Seifenmasse kannst du beeindruckende Muster erzeugen. Eine beliebte Methode ist die „In-the-Pot-Swirl“-Technik, bei der du verschiedene Farben in deinen Seifenleim gießt und vorsichtig umrührst, bevor du alles in die Form gießt.

Layering: Schichte verschiedene Farben oder Texturen übereinander, um einen gestuften oder abgestuften Effekt zu erzeugen. Warte zwischen den Schichten, bis die vorherige fest genug ist.

Einschlüsse und Einbettungen: Füge kleine Objekte wie getrocknete Blumen, Kräuter oder sogar kleine Spielzeugfiguren als Überraschung in deine Seife ein. Eine klare Glycerinseife eignet sich hervorragend, um den Inhalt sichtbar zu machen.

Fazit: Seife natürlich und nachhaltig bis ins Detail selber machen

Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Natürlichkeit hat in den letzten Jahren zugenommen und beeinflusst immer mehr Aspekte unseres Lebens, einschließlich der Produkte, die wir täglich verwenden. Seife selber machen fällt genau in diese Kategorie, indem es uns ermöglicht, unsere Werte von Umweltschutz und Gesundheitsbewusstsein bis ins kleinste Detail zu leben. Diese Philosophie erstreckt sich von der Auswahl der Zutaten über den Produktionsprozess bis hin zur Verpackung der fertigen Seife.

Bei der Auswahl der Zutaten für die Seifenherstellung liegt der Fokus auf natürlichen und biologisch abbaubaren Stoffen. Pflanzliche Öle und Fette, wie Olivenöl, Kokosöl oder Sheabutter, sind nicht nur für ihre hervorragenden pflegenden Eigenschaften bekannt, sondern sie stammen auch aus nachhaltiger Produktion, die die Umwelt schont. Ätherische Öle bieten eine natürliche Alternative zu synthetischen Duftstoffen und ermöglichen es, die Seife mit heilenden Eigenschaften anzureichern. Zusatzstoffe wie Kräuter, Blüten und Gewürze können aus dem eigenen Garten oder von lokalen Produzenten bezogen werden, was den ökologischen Fußabdruck weiter reduziert.

Bei der Verpackung setzt sich die nachhaltige Philosophie fort. Statt auf Plastik und andere umweltschädliche Materialien zurückzugreifen, können Seifen in recyceltes Papier, Stoffreste oder sogar Blätter eingewickelt werden. Solche Verpackungslösungen sind nicht nur umweltfreundlich, sondern machen jede Seife zu einem individuellen Kunstwerk. Seife selber machen kann so einfach sein!

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