Vegan grillen: So lässt du es dir mit gutem Gewissen schmecken! Wir haben Tipps und tolle Rezepte für deinen pflanzlichen Grillabend gesammelt.

Grillabende gehören zum Sommer wie Badespaß oder Eisessen. Bei vielen bedeutet das vor allem: Fleisch – und Tierleid. Wer darauf verzichten will, grillt vegan oder vegetarisch. Wie du das beliebte Sommerevent plantbased gestaltest, erfährst du hier.

Vegan grillen: Vielfältiger als manche meinen; Foto © Estella Schweizer
Vegan grillen: Vielfältiger als manche meinen; Foto © Estella Schweizer

Vegan grillen – so klappt’s

Wenn du vegan grillen möchtest, sind deiner Fantasie fast keine Grenzen gesetzt. Auf den Rost oder in die wiederverwendbare Grillschale kann alles, was man in der Pfanne braten kann. Besonders schmackhaft sind Paprika, Zucchini, Champig­nons, Kartoffeln, Auberginen, Zwiebeln, Tomaten, Spargel, Fenchel, Avocados sowie Maiskolben. Wichtig: Öl nicht vergessen! Für einen süßen Dessert-Abschluss eignen sich Ananas, Bananen, Melonen, Pfirsiche und Nektarinen.

Der Gar-Erfolg hängt wie bei Fleisch und Fisch von Temperatur sowie Größe des veganen Grillguts ab

  • Auberginen in Scheiben, halbierte oder ge­viertelte Paprika, halbierte Tomaten oder längs halbierte Zucchini: etwa 6-8 Minuten bei direkter Hitze

  • ganze Champignons, geschäl­ter Spargel oder halbe Knollen frischen Knoblauchs: etwa 8-10 Minuten bei direkter Hitze

  • Maiskolben, ganze Paprika: etwa 15-20 Minuten

  • Kartoffeln: etwa 50-60 Minuten

Vegan grillen: Auch Gemüse schmeckt super; Foto © Zi3000 via Shutterstock.com
Vegan grillen: Auch Gemüse schmeckt super; Foto © Zi3000 via Shutterstock.com

Was beim veganen Grillen sonst noch auf den Grill kommt

Fleisch- und Wurstalternativen aus Soja-, Erbsen-oder Weizenprotein sind vegan und glänzen mit einer besseren Umweltbilanz.

Tofu und Seitan können ebenfalls gegrillt werden – jedoch mit viel Öl und bei niedriger Temperatur. Zudem die Stücke unbedingt marinieren, sonst wird es zu fad.

Marinaden oder Würze mit Pfeffer, Zitronensaft sowie frischen Kräutern wie Rosmarin, Thymian und Co. verleihen dem Grillgut noch mehr Pep. Damit die Gewürze nicht verbrennen, diese erst gegen Ende das Garvorgangs hinzufügen.

Innovativer Ersatz für Edelstahl: Rosmarinzweige, Zitronengras oder dickere Grashalme wie etwa von der Schafgarbe können als wilde Grillspieße aus der Natur dienen – und sie bringen von selbst Aroma mit.

Vegan grillen in Deutschland – ein paar Zahlen

Während man den Eindruck bekommt, dass sich immer mehr Menschen vegan oder zumindest vegetarisch ernähren, kommt der WWF im Grillfleischcheck 2023 leider zum Ergebnis, „dass das klimabedingt notwendige Umdenken hin zu einer pflanzlichen Ernährung in deutschen Supermärkten und Discountern noch immer nicht angekommen ist.“ Die Ergebnisse der stichprobenartigen Analyse auf einen Blick:

  • Grillfleisch wird mehr als 20-mal häufiger beworben als fleischlose Alternativen: 34 beworbenen vegetarischen Produkten stehen 705 fleischhaltige Produkte gegenüber.

  • 80 Prozent des Grillfleisches sind billiger als Ersatzprodukte.

  • 75 Prozent des Fleisches sind günstiger als Grillkäse und Feta.

  • Das verwendete Fleisch kommt überwiegend von Tieren aus Stallhaltung oder es wird keine Angabe gemacht: “97 Prozent der Tiere auf unserem Grill waren noch nie unter freiem Himmel, bevor sie auf unserem Grill landen”, schreibt der WWF.

  • Dabei wäre ein Umstieg auf vegetarisches oder veganes Grillen nicht nur für das Tierwohl gut: “Fleischlose Alternativen senken den Klimafußabdruck der Grillparty um über 40 Prozent gegenüber Grillfleisch”, so die Organisation.

Grillparty mit Freunden; Foto © Oneinchpunch via Shutterstock.com
Grillparty mit Freunden; Foto © Oneinchpunch via Shutterstock.com

Vegan grillen für mehr Nachhaltigkeit

Wer beim veganen Grillen nicht nur bei der Essensauswahl umweltbewusst sein möchte, achtet am besten auch auf die Grillkohle. In vielen Fällen handelt es sich um Tropenholz, beispielsweise aus dem Amazonas-Gebiet. WWF und NABU appellieren aus diesem Grund an die Verbraucher, beim Kauf von Grillkohle unbedingt auf das FSC- oder Naturland-Siegel zu achten. Diese gewährleiste, dass alle Rohstoffe aus nachhaltiger Wald­bewirtschaftung stammen. Es gibt außerdem Alternativen, die aus Abfallprodukten der Olivenernte gewonnen werden. Übrigens: Bei Grillanzündern gibt es FSC-zertifizierte Produkte, die ohne chemische Brandbeschleu­niger auskommen.

Vegane Grillrezepte

Radieschen-Spieße mit Radieschenblatt-Pesto

von Estella Schweizer
Leckerer Radieschen-Spieß; Foto © Estella Schweizer
Leckerer Radieschen-Spieß; Foto © Estella Schweizer

Zutaten pro Person

  • 4 bis 6 Radieschen

  • 100 g mildes Olivenöl

  • Salz

  • Zucker

  • Radieschengrün von 2 Bund Radieschen

  • 100 g Zitronensaft

  • Abrieb von 1 Zitrone

  • 1/2 Zehe Knoblauch

  • auf Wunsch 50 g gehackte Cashew und Pinienkerne

Zubereitung

Für das Pesto Radieschengrün gründlich waschen, in den Mixer geben und mit Zitronensaft und Olivenöl zu einer cremigen Emulsion mixen. Mit Salz, Zitronenabrieb und Knoblauch abschmecken. Wenn gewünscht, Cashew- und Pinienkerne einarbeiten. Radieschen rundherum mit Olivenöl bepinseln, mit etwas Salz und Zucker bestreuen und für ca. 10 Minuten auf den Grill legen, bis sie knallig leuchten und zu platzen beginnen. Zusammen mit dem Pesto servieren.

Zucchini-Dattel-Spieße mit Feto und Kresse

von Estella Schweizer
Vegan grillen mit Zucchini und Datteln; Foto © Estella Schweizer
Vegan grillen mit Zucchini und Datteln; Foto © Estella Schweizer

Zutaten pro Person

  • 3 bis 4 Datteln

  • 3 bis 4 Würfel Feto (zum Beispiel von Taifun Tofu)

  • 2 bis 3 dünne Streifen Zucchini, längs heruntergehobelt

Zubereitung

Die Zucchinistreifen in Wellen wechselnd um die Datteln und den Feto legen. Alles mit einem Schaschlikspieß fixieren. Mit Olivenöl bepinseln und für 10 bis 15 Minuten auf dem heißen Grill rösten, bis die Datteln leicht karamellisieren, der Feto weich wird und die Zucchini gar ist. Auf Tellern mit Salz und Pfeffer gewürzt, mit aromatischem Olivenöl beträufelt und mit Kräutern bestreut servieren.

Estella Schweizers Kochbuch: Kochen für die Zukunft

Buchtipp

Viele weitere vegane Rezepte von Estella Schweizer findest du in ihrem neuen Buch:

Kochen für die Zukunft • Estella Schweizer • Südwest-Verlag • 2023 • 25 Euro

Champignon-Tempeh-Spieße

von Estella Schweizer
Vegan grillen mit Champignon-Tempeh-Spießen; Foto © Estella Schweizer
Vegan grillen mit Champignon-Tempeh-Spießen; Foto © Estella Schweizer

Zutaten pro Person

  • 3 bis 4 Champignons

  • 100 g Tempeh, in mundgerechte Würfel geschnitten

  • Je 50 g Rotwein, Tamari, Ahornsirup und Olivenöl

  • Je 1 TL Salz und 1 TL Rosmarin

Zubereitung

Champignons und Tempeh-Würfel über Nacht in der glatt gemixten Marinade aus Flüssigkeiten und Gewürzen einlegen. Vor dem Grillen abwechselnd auf Spieße stecken und auf dem Rost für 10 bis 20 Minuten knusprig braten. Dabei regelmäßig wenden.

Vegan grillen mit der richtigen Soße

Cashew-Chipotle-Mayonnaise

von Estella Schweizer
Vegane Chipotle-Mayonnaise zum Beispiel zu Süßkartoffel; Foto © Estella Schweizer
Vegane Chipotle-Mayonnaise zum Beispiel zu Süßkartoffel; Foto © Estella Schweizer

Zutaten pro Person

  • 200 g Cashew-Joghurt

  • 1 TL Salz

  • ½ Zitrone

  • 6 Datteln

  • 1 TL Chipotle-Paprikapulver

  • 1 Msp. Cayenne-Pfeffer

  • 1 Msp. Paprika edelsüß

  • Ca. 200 bis 300 ml mildes Rapsöl

Zubereitung

Den Cashew-Joghurt mit Salz, Zitrone, Datteln und den Gewürzen in den Mixer geben. Ca. 30 Sekunden glatt mixen. Dann das Rapsöl bei laufendem Mixer einfließen lassen, bis die Mayonnaise fest wird.

BBQ-Sauce

Zutaten pro Person

  • 300 g Tomatenpassata

  • 200 g Apfelmus

  • 20 g Agavendicksaft / Ahornsirup oder Dattelpaste

  • 40 ml Apfelessig

  • 1 TL Knoblauch*

  • 1 TL Paprikapulver geräuchert*

  • 1 TL Smokey Salt*

  • 0,5 TL Koriander*

  • 1 Prise Piment*

  • 0,5 TL Ingwer*

*Gewürze zum Beispiel von Sonnentor

BBQ-Sauce zum Beispiel mit Zutaten von Sonnentor; Foto © Sonnentor
BBQ-Sauce zum Beispiel mit Zutaten von Sonnentor; Foto © Sonnentor

Zubereitung

Tomatenpassata, Apfelmus, Agavendicksaft/Ahornsirup/Dattelpaste und Apfelessig in einem hohen Topf aufkochen lassen. Mit den Gewürzen vermischen und ca. 1 h köcheln lassen. Immer wieder umrühren, damit sich nichts am Topfboden anlegt. Wer eine besonders glatte Sauce möchte, streicht sie durch ein Passiertuch. In sterilisierte Marmeladengläser füllen und verschließen. Wenn man sauber gearbeitet hat, hält sich die BBQ-Sauce einige Monate!

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